Mercedes AMG One: Mercedes-Hypercar fährt die Nordschleife in Rekordzeit

Knapp 21 Kilometer lang ist die legendäre Nordschleife des Nürburgrings in der Eifel. Der Rennfahrer Maro Engel umrundete sie am Steuer eines Mercedes AMG One in 6:35,183 Minuten. Damit stellte er einen neuen Rekord für Serienfahrzeuge mit Straßenzulassung und für Supersportwagen auf.
Der AMG One ist ein Supersportwagen für die Straße, dessen Antrieb auf dem Formel1-Hybridantrieb , mit dem Mercedes jahrelang die Formel 1 beherrscht hat. Das Fahrzeug verfügt über eine maximale Systemleistung von 782 Kilowatt oder 1.063 PS. Damit beschleunigt das Fahrzeug aus dem Stand auf 200 km/h in nur 7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 352 km/h abgeregelt.
Herzstück des Antriebs ist der 422 Kilowatt starke 1,6-Liter-Motor mit sechs Zylindern. Es ist ein Turbomotor, mit dem eine MGU-H (Motor Generator Unit Heat - Motor-Generator-Einheit, Wärme) gekoppelt ist. Das ist ein Elektromotor mit einer Leistung von 90 Kilowatt, der die Welle des Turboladers antreibt und damit das Turboloch im unteren Drehzahlbereich der Turbine verhindert, wenn die Abgase noch nicht genug Druck erzeugen.
Das Auto fährt zuerst elektrisch
Der Turbomotor springt aber erst an, wenn die vier Metallkatalysatoren vorgeheizt sind. Deshalb fährt das Fahrzeug erst einmal elektrisch los. Gestartet wird übrigens - anders als bei einem Formel-1-Rennwagen - ohne fremde Hilfe per Knopfdruck.
Im elektrischen Modus stehen drei Motoren mit jeweils 120 Kilowatt Leistung zu Verfügung: Zwei sitzen an den beiden Vorderrädern. Das hat den Vorteil, dass mit unterschiedlichem Drehmoment (Torque Vectoring) der Vorderräder das Kurvenverhalten beeinflusst wird. Der dritte Motor, die MGU-K (für Kinetic, kinetisch), sitzt an der Kurbelwelle und wirkt auf die Hinterachse.

Alle drei wandeln zudem beim Bremsen kinetische Energie in elektrische um und laden damit den Lithium-Ionen-Akku. Wahlweise kann auch an der Steckdose mit 3,7 Kilowatt geladen werden. Weit kommt das Fahrzeug damit jedoch nicht: Der Akku im Wagenboden hat eine Kapazität von 8,4 Kilowattstunden, die elektrische Reichweite beträgt gerade mal 18 Kilometer.







Das Fahrzeug hat sechs Fahrprogramme, davon vier für die Straße (darunter ein rein elektrisches) sowie zwei für die Rennstrecke. Sie unterscheiden sich unter anderem durch die Fahrwerksabstimmung und durch die aktive Aerodynamik, die ab 50 km/h Abtrieb erzeugt. Dafür stehen unter anderem ein Heckflügel, ein Frontdiffusor und Flügel auf den Kotflügeln zur Verfügung, die in unterschiedlichen Kombinationen aktiviert und deaktiviert werden. Aktiviert werden sie über das eckige Lenkrad, das dem Lenkrad aus dem Motorsport sehr ähnelt.
Maro Engel konnte DRS nutzen
Engel nutzte für die Rekordfahrt das Programm Race Plus, bei dem das Fahrwerk straff abgestimmt sowie um rund drei Zentimeter abgesenkt wird. Daneben stehen die maximal mögliche Aerodynamik sowie ein manuell betätigtes Drag Reduction System (DRS) zur Verfügung.

Mercedes hatte das Fahrzeug 2017 auf der Automobilmesse in Frankfurt vor vorgestellt. Danach wurde es still darum. Im vergangenen Jahr veröffentlichte Mercedes AMG einige Fotos , um zu zeigen, dass das Projekt nicht eingestellt ist. Seit diesem Jahr ist es in einer exklusiven Kleinserie auf dem Markt .









"Ich hätte nicht erwartet, dass wir bei diesen Streckenbedingungen eine derartige Rundenzeit fahren können. In manchen entscheidenden Streckenbereichen war es noch nicht komplett abgetrocknet und daher knifflig. Wie Lewis Hamilton und George Russell an ihren Rennwochenenden, so musste auch ich die elektrische Energie des Hybridantriebs bestmöglich einteilen. Das ist vor allem bei dieser Streckenlänge nicht ohne. Zudem galt es noch, die DRS-Funktion optimal zu nutzen" , sagte Maro Engel nach seiner Rekordrunde(öffnet im neuen Fenster) . "Das war wirklich ein unvergessliches Erlebnis."



