Menschenmengen mit KI generiert: Netflix sieht Trendumkehr beim Zweite-Staffel-Problem
Netflix hat in diesem Jahr in rund 300 Titeln künstliche Intelligenz eingesetzt. So wurden etwa mithilfe von KI Menschenmengen oder Szenen historischer Schlachten erzeugt, erklärte Netflix-Co-Chef Ted Sarandos vor Analysten. In vielen Fällen wären solche Szenen ohne künstliche Intelligenz aus Kosten- oder Zeitgründen gar nicht erst gedreht worden, argumentierte er.
Sarandos betonte, dass KI nur als Werkzeug in der Hand kreativer Menschen genutzt werde: "Filme werden von Leuten gemacht, die Filme machen."
Netflix veröffentlichte seine Geschäftszahlen für das vergangene Quartal, begleitet von Zweifeln an der Börse, wie gut der unangefochtene Marktführer Abonnenten halten kann. Der Kampf um die Übernahme von Warner Bros. wurde von einigen Anlegern in diesem Kontext als Flucht nach vorn gesehen. Netflix unterlag bei einem Bieterwettstreit gegen Paramount.
Das zweite-Staffel-Problem von Netflix
Ein weiterer Auslöser für die Skepsis waren interne Netflix-Daten, wonach der Anbieter damit zu kämpfen habe, dass zweite Staffeln von erfolgreichen, eigenproduzierten Serien vielfach massiv Zuschauer verlieren. Netflix suche derzeit nach der Ursache dafür. Dazu erklärte Sarandos, dass sich die Rückgänge zwischen der ersten und der zweiten Staffel im Vergleich zum Vorjahr verringert hätten.
Netflix wird künftig nur noch jährlich statt zweimal pro Jahr Angaben zur Popularität seiner Filme und Serien veröffentlichen. Damit erhalten Außenstehende noch weniger Einblick in den Netflix-Kosmos.
Netflix liefert weniger Daten zum Abo
Das Netflix-Management betonte, es bestehe nicht unbedingt ein direkter Zusammenhang zwischen den Einnahmen und der Zahl der Stunden, die Kunden vor dem Bildschirm verbringen. So würden Live-Übertragungen überdurchschnittlich viele Neukunden bringen, während sie insgesamt nicht so viele Zuschauer hätten wie andere Programme, erklärte der zweite Netflix-Co-Chef Greg Peters.
Netflix-Aktie fällt
Anleger überzeugte das alles nicht: Der Aktienkurs fiel im nachbörslichen US-Handel um rund neun Prozent. Mit ein Grund war auch, dass die Prognose für den Umsatz im laufenden Quartal die durchschnittlichen Analysten-Erwartungen verfehlte. Die Netflix-Aktie hatte bereits in den vergangenen Monaten mehr als 40 Prozent ihres Werts verloren.
Netflix macht seit Langem keine regelmäßigen Angaben mehr zur Anzahl der Abonnenten. Der Umsatz stieg im vergangenen Quartal(öffnet im neuen Fenster) im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 12,56 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich wuchs der Gewinn um 8,8 Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar.
Netflix erhielt im Februar 2026 von Warner Bros. 2,8 Milliarden US-Dollar als Vertragsstrafe nach Auflösung der bereits vereinbarten Übernahme. Das ließ im vergangenen Quartal die Steuerzahlungen des Streaming-Marktführers etwas steigen.
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