Meng Wanzhou: Huawei-Finanzchefin verhandelt Deal mit US-Justizministerium

Nach zwei Jahren Gefängnis und Hausarrest in Kanada öffnet sich Huaweis Finanzchefin für eine Vereinbarung mit den USA, die ihr die Heimkehr nach China erlauben würde.

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Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou blieb länger in Kanada als geplant.
Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou blieb länger in Kanada als geplant. (Bild: Rich Lam/Getty Images)

Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou verhandelt mit dem US-Justizministerium über ein Teilschuldeingeständnis, das ihr ermöglichen würde, nach China zurückzukehren. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Kreise. Meng, eine der Töchter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei, war im Dezember 2018 auf Betreiben der US-Behörden in Vancouver festgenommen worden und steht dort seither unter Hausarrest. Bei einer Verurteilung in den USA könnte ihr eine lange Haftstrafe drohen.

Die Anwälte von Meng, die wegen mutmaßlicher Verstöße gegen US-Sanktionen gegen den Iran angeklagt ist, sprachen in den vergangenen Wochen mit Vertretern des Justizministeriums über die Möglichkeit, eine "aufgeschobene Strafverfolgungsvereinbarung" zu erzielen. Bei einem solchen Deal, der üblicherweise mit Unternehmen vereinbart wird, müsste Meng einige der gegen sie erhobenen Vorwürfe zugeben. Das Justizministerium würde sich im Gegenzug bereiterklären, die Anklage möglicherweise aufzuschieben und später fallen zu lassen, wenn Meng kooperiert.

Huawei und Meng wird vorgeworfen, die HSBC Holdings und andere US-Banken betrogen zu haben, indem sie die Beziehung zu Skycom Tech, einem in Iran tätigen Unternehmen, falsch dargestellt hätten. Meng bezeichnet sich als unschuldig, wehrt sich gegen die Auslieferung und lehnte bisher ein taktisches Schuldeingeständnis ab.

Huawei erklärte, Skycom sei ein lokaler Geschäftspartner. In der Anklageschrift der Staatsanwälte heißt es hingegen, dass es sich um eine inoffizielle Tochtergesellschaft handele, die dazu diene, das iranische Geschäft Huaweis zu verschleiern. Zwei Huawei-Packlisten aus dem Dezember 2010 enthalten Angaben zu Servern und Switches von Hewlett-Packard, die für den iranischen Telekommunikationsbetreiber bestimmt waren. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters im März 2020 unter Berufung auf interne Dokumente des Unternehmens. Geliefert worden sei auch Serversoftware von Microsoft, Symantec und Novell.

Die USA verstießen selbst gegen ihr Iran-Embargo: In der Iran-Contra-Affäre während der Amtszeit von US-Präsident Ronald Reagan wurden Einnahmen aus Waffenverkäufen an den Iran an die rechtsterroristischen Contras in Nicaragua weitergeleitet. Von August 1985 bis Oktober 1986 wurden 2.515 TOW-Panzerabwehrlenkwaffen und 258 Hawk-Flugabwehrraketensysteme an den Iran geliefert. Zudem schmuggelten die Contras mit Duldung der USA über Jahre mehrere Tonnen Kokain in die USA.

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