Low Code funktioniert nicht überall

So vielseitig Low Code sein kann: seine Anwendung sollte vorher eingeschätzt werden. "Man muss wissen, wann man es benutzt", sagt den Haan. Die Mendix-Plattform eignet sich etwa eher für Webapplikationen und mobile Apps. Damit einen maschinennahen Dienst umzusetzen, etwa die Steuerung eines Microcontrollers, ist nicht vorgesehen. Hybrid-Lösungen werden allerdings bereits produktiv eingesetzt. "Manchmal kann die Lösung auch sein, einen Teil mit Low Code zu erstellen und daran etwa einen Microservice in High Code zu koppeln."

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"Man muss die Limitierungen der Plattform verstehen. Denn der einzige Weg, durch den Low Code produktiver sein kann, ist es, den Anwendern weniger Optionen an die Hand zu geben", sagt den Haan. ". Man würde ansonsten noch immer dasselbe wie in Java oder C# tun und so keinen Produktivitätszuwachs bekommen."

Low Code als effizienterer Code

Wenn es um die Leistungseinschätzung von Low-Code-Blöcken geht, scheint die gängige Meinung zu sein: Diese sind weniger effizient als manuell geschriebener Code. Die Argumentation ist nachvollziehbar, sind Low-Code-Segmente doch nicht unbedingt auf nur eine spezielle Aufgabe zugeschnitten und beinhalten daher in der Theorie mehr Anweisungen.

"Diese Argumentation höre ich oft", sagt den Haan. "Eigentlich ist es oft genau andersherum. Der durchschnittliche Entwickler ist eben kein Experte." Dabei sei gesagt: Dies schließt für ihn alle Entwickler mit ein, also auch Hobby-Enthusiasten, Admins, IT-Berater und generell Menschen, die gerne, aber nicht hauptberuflich programmieren.

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"Unserere Code-Blöcke werden von Experten geschrieben", sagt Den Haan. "Zweitens: Diese Code-Blöcke werden meist von Tausenden Kunden weltweit genutzt und für ihre Szenarien optimiert." Das Kundenfeedback helfe Unternehmen wie Mendix dabei, ihre Programmteile noch effizienter zu gestalten.

Mendix holt sich das Feedback von Kunden auf mehreren Wege ein. Zum einen werden etwa traditionelle Feedback-Foren moderiert, in denen Kunden ihre Vorschläge darlegen können. Die Plattform integriert aber auch ein Machine-Learning-System, das anonymisierte Daten von Kunden und deren Projekten sammelt.

Allerdings gibt es natürlich Situationen, in denen händischer Code besser funktioniert. Den Haan nennt besonders spezialisierte Anwendungen mit eng definierten Parametern als Beispiel. Das Motto, die Limits der Plattform zu kennen, trifft hier definitiv zu.

Aller Anfang ist schwer

Den Haan kam im September 2005 zu Mendix, wenige Monate nach der Gründung des Unternehmens. Er hat den den Werdegang der Firma, die Übernahme durch Siemens und die Anfänge von Low Code miterlebt. "Zu Beginn haben wir versucht, Leute von unserer Idee zu überzeugen, dass es sinnvoll ist, Software anhand von Modellen zu erstellen", sagt der Informatiker. "Jetzt fragen uns die Leute initiativ danach."

Anfangs war es wohl gar nicht so leicht, das Low-Code-Prinzip zu verkaufen. Zusätzlich dazu waren 2005 Begriffe wie Cloud Computing und agile Softwareentwicklung größtenteils kaum gebräuchlich.

"Zum Glück haben wir einige Unternehmen gefunden, die mit uns den Schicksalssprung gewagt haben", sagt den Haan. "Am Ende war es aber die perfekte Situation für uns: Die Cloud wurde immer beliebter, agile Entwicklung war im Trend und der Druck auf die Wirtschaft durch den stetig steigenden Bedarf an mehr Software wurde immer größer."

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Die Mendix-Plattform hat in den Jahren viel Veränderung erfahren. "Vom alten Mendix ist nicht mehr viel übrig", sagt den Haan, der von Anfang an am Kern des Systems gearbeitet hat. "Anfangs wurde der Kern noch in Java programmiert. Mittlerweile haben wir auf Scala umgestellt."

Auch die Übernahme durch Siemens im Jahr 2019 war ein großer Schritt für das Unternehmen. "Investoren standen bei uns Schlange", sagt den Haan. "Wir haben uns letztlich absichtlich für Siemens entschieden. Die Kombination unseres innovativen Unternehmens mit der Stabilität, Vertrauenswürdigkeit und Robustheit von Siemens ist Gold wert."

Die weitgehende Handlungsunabhängigkeit wird dabei offenbar beibehalten. Der Leitspruch "Never change a running system" ist wohl auch in der Wirtschaft oft zutreffend.

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 Mendix-CTO Johan den Haan: "Der durchschnittliche Entwickler ist kein Experte"
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berritorre 07. Jul 2021

Naja, das ist ja für andere nicht anders. Keiner kann mit allen gleich gut. Und wenn...

.02 Cents 06. Jul 2021

Ich würde das mal so klassifizieren: Wenn irgendwelche Komponenten einen Entwickler...

HideAndSeek 06. Jul 2021

Ich arbeite ziemlich viel mit der Low/No-Code Plattform von Microsoft (Power Platform...

peddy_hh 05. Jul 2021

ich glaube er meinte eher so Leute, die Anfang / Mitte der 80er auf den ersten...



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