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Diffusion schließt Memristoren kurz

Neben den Graphen-Hafniumoxid-Wolfram-Memristoren untersuchten die Forscher auch eine Variante mit Platin- statt Graphenelektrode. Diese Variante entspricht dem klassischen Aufbau, blieb aber nach Erhitzung irreversibel im An-Zustand mit niedrigem Widerstand.

Als Grund machten die Forscher aus, dass Wolframatome in die Hafniumoxid- und Platinschichten diffundiert waren. Es bildeten sich praktisch Kurzschlüsse, die verhinderten, dass das Hafniumoxid in den hochohmigen Aus-Zustand umgeschaltet werden konnte. In der Graphenelektrode hingegen fand sich kein Wolfram. Simulationen zeigten, dass das Graphen die Wolframatome sowohl schlechter aufnimmt als auch leichter wieder abgibt als Platin.

Von den anderen untersuchten Materialien zeigte nur Tantal, das den nächsthöchsten Schmelzpunkt hat, gleiches Verhalten. Die Memristoren mit Platin- und Ruthenium- statt Wolframelektrode blieben nach Erhitzung auf 800 °C ebenfalls im An-Zustand hängen. Die Forscher führen dies auf die höhere Beweglichkeit der jeweiligen Atome zurück.

Vielversprechend, aber aufwendige Herstellung

Interessant ist der Speicher insbesondere für die Forschung unter extremen Bedingungen: Die entwickelten Memristoren würden nicht nur auf der Venus(öffnet im neuen Fenster) für eine längere Zeit funktionieren, sie könnten sogar zumindest ein Bad in kühler rhiolytischer Lava(öffnet im neuen Fenster) überstehen. Auch Fusionsreaktoren sehen die Forscher als mögliches Einsatzgebiet. Memristoren können zudem nicht nur Daten speichern, sondern auch als Analogcomputer, etwa für KI, verwendet werden.

Ihre Prototypen stellten die Forscher allerdings in Handarbeit im Labormaßstab her. Neben einzelnen Memristoren bauten sie auch eine Crossbar mit 32 Memristoren, von denen 26 funktionsfähig waren. Die Ausbeute von 81 Prozent ist nach Ansicht der Forscher für ein neues Design gut.

Da sie durch ihre Arbeit die Prinzipien für den Bau hochtemperaturstabiler Speicher ergründet haben, sehen die Forscher die Möglichkeit, andere Materialien als das in der Handhabung recht komplizierte Graphen zu erkunden. Möglicherweise lassen sich so Materialkombinationen finden, die eine einfachere Serienfertigung ermöglichen.


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