Abo
  • IT-Karriere:

Meltdown und Spectre: Linux-Entwickler kritisiert Intel für Community-Spaltung

Um die Sicherheitslücken Meltdown und Spectre zu schließen, hatte Intel den beteiligten Unternehmen aus der Linux-Community verboten, zusammenzuarbeiten - wofür Entwickler Greg Kroah-Hartman Intel stark kritisiert. In Nachhinein profitiert die Community jedoch von den Ereignissen.

Artikel veröffentlicht am ,
Eigentlich arbeitet die Linux-Community gut zusammen.
Eigentlich arbeitet die Linux-Community gut zusammen. (Bild: David Stanley, flickr.com/CC-BY 2.0)

Das Erstellen der Patches für Meltdown und Spectre hat die Linux-Community nicht nur vor einige Probleme gestellt, sondern teilweise sogar überrascht, und die Linux-Distributionen hatten zunächst unterschiedliche Patches für die Sicherheitslücken verteilt. Als Grund für diesen wenig geordneten Ablauf nennt der Linux-Kernel-Entwickler das von Intel erzwungene Embargo, das der Arbeitsweise der Kernel-Community überhaupt nicht entsprochen habe.

Stellenmarkt
  1. WEISS automotive GmbH, Raum Offenburg
  2. Bertrandt Services GmbH, Friedrichshafen

Kroah-Hartman gilt nach Linux-Erfinder Linus Torvalds als Nummer zwei der Kernel-Entwicklung, pflegt unter anderem die stabilen Kernel sowie Langzeitkernel und ist bei der Linux-Foundation angestellt. Die doch recht harsche Kritik an Intel äußerte der Entwickler in einem Vortrag auf dem OSS-Summit in Vancouver, von dem das Magazin Eweek berichtet.

Demnach haben erste Entwickler der Linux-Community erst Ende Oktober vergangenen Jahres und nur durch Gerüchte von der Sicherheitslücken erfahren, obwohl diese bereits im Juli gefunden wurde. Als Intel die Linux-Community letztlich über die Lücken informierte, habe das Unternehmen die Community auch absichtlich durch seine Embargo-Richtlinien gespalten.

Intel trennte Entwickler voneinander

Jedes Unternehmen, also Canonical, Suse oder Red Hat, musste so laut Kroah-Hartman eigenständig Lösungen für die Patches erstellen, weshalb diese auch unterschiedlich ausgefallen seien. Zudem habe Intel betroffene Unternehmen wie etwa Oracle gar nicht informiert.

Der Community gelang es erst dank "Schreien und Betteln", doch noch zusammenarbeiten zu dürfen, allerdings erst in der letzten Woche im Dezember. Damit seien die Weihnachtsferien für alle ruiniert gewesen. "Intel hat das wirklich vermasselt", sagte Kroah-Hartman.

Intels Vorgehensweise führt der Linux-Entwickler darauf zurück, dass das Unternehmen es gewohnt sei, mit anderen großen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Deshalb habe Intel anfangs auch nur mit den großen kommerziellen Linux-Distributoren kooperiert. Da Intel selbst aber relativ viele Kernel-Entwickler anstellt und regelmäßig zu den Unternehmen mit den meisten Beiträgen zu Kernel gehört, wirkt dies aber eher wie eine beschwichtigende Ausrede.

Breite Community blieb außen vor

Besonders kritisch merkt Kroah-Hartman außerdem an, dass die Debian-Community nicht Teil des Embargo-Prozesses sein durfte. Doch laut dem Entwickler laufen die meisten Linux-Rechner entweder mit Debian oder gleich mit einem eigenen Kernel und hier oft mit den sogenannten Mainline-Kerneln der Linux-Community. Nur eine Minderheit der Linux-Nutzer verwendet demnach einen Kernel, der von einem kommerziellen Distributor unterstützt wird.

Die Mehrheit der Anwender sei damit völlig von den Sicherheitslücken überrascht worden, was eine sehr ungünstige Situation sei, so Kroah-Hartman. Doch seit der initialen Veröffentlichung der Sicherheitslücken und Patches habe sich einiges zum besseren gewandelt.

Zusammenarbeit über Kernel-Grenzen hinweg

Inzwischen habe Intel den Prozess der Linux-Kernel-Community zur Offenlegung von Sicherheitslücken und deren Behebung verstanden, bestätigt Kroah-Hartman. Für die zuletzt veröffentlichte Lücke mit dem Namen Foreshadow seien etwa alle Beteiligten rechtzeitig vorher informiert worden, sodass die Community gemeinsam an einer Lösung arbeiten konnte.

Zusätzlich dazu habe sich aus den Arbeiten zu Meltdown und Spectre auch eine wesentliche bessere Zusammenarbeit zwischen den Linux- und Windows-Kernel-Entwicklern ergeben. Immerhin müssen diese die gleichen Probleme lösen. Kroah-Hartman bezeichnet das als "wunderbaren Rückkanal".

Er sagte außerdem: "Wir reden miteinander und wir beheben Fehler füreinander". Die beiden Teams arbeiteten einfach gut zusammen. Das sei etwas, das "wir schon immer gewollt" haben, so der Entwickler.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. (-84%) 3,99€
  3. 2,99€
  4. (-78%) 6,50€

tg-- 31. Aug 2018

Da hast du dich verrochen, der eigentliche Geruch war <°)))))<

sambache 31. Aug 2018

Es war tatsächlich niemandem einen Vertragsbruch mit den Folgen (persönlicher...


Folgen Sie uns
       


Honor 20 Pro - Hands on

Das Honor 20 Pro ist das neue Oberklasse-Smartphone der Huawei-Tochter. Als Besonderheit gibt es eine Vierfachkamera, um für möglichst viele Objektivsituationen gewappnet zu sein. Hinweis vom Hersteller: "Bei den gezeigten Geräten der Honor-20-Serie handelt es sich um Demoversionen, die sich in Aussehen und Funktion von der finalen Version unterscheiden können."

Honor 20 Pro - Hands on Video aufrufen
Minecraft Dungeons angespielt: Fehlt nur noch ein Klötzchen-Diablo in der Tiefe
Minecraft Dungeons angespielt
Fehlt nur noch ein Klötzchen-Diablo in der Tiefe

E3 2019 Von der Steuerung bis zu den Schatzkisten: Minecraft Dungeons hat uns beim Anspielen bis auf die Klötzchengrafik verblüffend stark an Diablo erinnert - und könnte gerade deshalb teuflisch spaßig werden!

  1. Augmented Reality Minecraft Earth erlaubt Klötzchenbauen in aller Welt
  2. Microsoft Augmented-Reality-Minecraft kommt zum zehnten Jubiläum
  3. Jubiläum ohne Notch Microsoft feiert Minecraft ohne Markus Persson

Ocean Discovery X Prize: Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee
Ocean Discovery X Prize
Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee

Öffentliche Vergaberichtlinien und agile Arbeitsweise: Die Teilnahme am Ocean Discovery X Prize war nicht einfach für die Forscher des Fraunhofer Instituts IOSB. Deren autonome Tauchroboter zur Tiefseekartierung schafften es unter die besten fünf weltweit.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. JAB Code Bunter Barcode gegen Fälschungen

WD Blue SN500 ausprobiert: Die flotte günstige Blaue
WD Blue SN500 ausprobiert
Die flotte günstige Blaue

Mit der WD Blue SN500 bietet Western Digital eine spannende NVMe-SSD an: Das M.2-Kärtchen basiert auf einem selbst entwickelten Controller und eigenem Flash-Speicher. Das Resultat ist ein schnelles, vor allem aber günstiges Modell als bessere Alternative zu Sata-SSDs.
Von Marc Sauter

  1. WD Black SN750 ausprobiert Direkt hinter Samsungs SSDs
  2. WD Black SN750 Leicht optimierte NVMe-SSD mit 2 TByte
  3. Ultrastar DC ME200 Western Digital baut PCIe-Arbeitsspeicher mit 4 TByte

    •  /