Erst Befehle ausführen, dann Fehlermeldungen prüfen

Golem.de Wie genau werden die Effekte bei Meltdown ausgenutzt?

Stellenmarkt
  1. Junior IT Business Consultant (w/m/d)
    Banijay Germany GmbH, Köln-Mülheim
  2. IT Project Architect / Scrum Master (gn)
    Getriebebau NORD GmbH & Co. KG, Bargteheide bei Hamburg
Detailsuche

Gruß: Bei Meltdown nutzen wir die spekulative Befehlsausführung und sagen dem Prozessor, dass er auf ein Geheimnis zugreifen soll, auf das wir eigentlich nicht zugreifen dürften. Ein Geheimnis, das irgendwo im Adressbereich des Betriebssystems liegt. Das wird der Prozessor erstmal machen, aber er wird dann auch merken, dass wir das gar nicht dürfen, und wird uns letztlich daran hindern. Durch die spekulative Ausführung haben wir das Ergebnis aber schon vorher bekommen.

Was der Prozessor nicht verhindern kann: Ich kann dieses Geheimnis, das ich ausgelesen habe, als Index nutzen, um auf eine andere Speicherstelle zuzugreifen. Diese andere Speicherstelle kommt in den Prozessorcache. Damit lerne ich den Index, auf den die spekulative Ausführung zugegriffen hat. Und dieser Index war am Ende genau das Geheimnis. Ich weiß also das Geheimnis, weil ich den Index gelernt habe.

Golem.de: Und wie ist das bei Spectre?

Golem Akademie
  1. Kubernetes Dive-in-Workshop: virtueller Drei-Tage-Workshop
    19.-21.07.2022, Virtuell
  2. Linux-Systemadministration Grundlagen: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    16.-20.05.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Gruß: Bei Spectre ist die Grundidee relativ ähnlich. Aber hier gehe ich nicht über die Grenze hinweg, dass ich auf etwas nicht zugreifen darf. Da ist es so, dass ich bei Javascript einen Boundscheck, also die korrekte Prüfung meine Anfrage, habe, und da greife ich auf etwas zu, auf das ich tatsächlich zugreifen darf. Normalerweise würde aber eine andere Funktion verhindern, dass ich darauf zugreife. In Javascript habe ich zum Beispiel einen Boundscheck, wenn ich auf einen Array zugreife. Da wird überprüft, ob das noch im Array liegt oder schon dahinter. Wenn der Test fehlschlägt, wird das Array entweder vergrößert oder ich bekomme einen Fehler.

Mit Spectre ist es so, dass der Zugriff darauf spekulativ erst einmal erfolgt, ohne Fehlermeldung. Erst danach stellt der Prozessor fest, dass das eigentlich gar nicht hätte passieren dürfen. Das bedeutet: Bei Meltdown greife ich immer den eigenen Adressraum an, obwohl Dinge eigentlich nicht zugreifbar sind. Bei Spectre sorge ich dafür, dass ein anderes Programm, etwa Javascript, für mich auf etwas zugreift, das ich nicht selbst vollständig kontrollieren kann. Am Ende muss ich diesen Zugriff dann nur noch beobachten, um das Geheimnis zu lernen.

Golem.de: Wie konnte es zu den Sicherheitslücken kommen? Haben die CPU-Hersteller die Sicherheit einfach vernachlässigt?

Gruß: Natürlich geht es hier vor allem um Performance, das sind Marktkräfte. Ich würde sicher auch selbst keinen Prozessor kaufen wollen, der 200 Euro mehr kostet, aber langsamer ist als das Vorgängermodell, nur weil diese CPU nicht für Angriffe verwundbar ist, von denen ich als Kunde noch nie gehört habe.

Wenn diese Angriffe nicht diese Bedeutung gewonnen hätten, dann wären das jetzt völlig belanglose Namen, die nirgendwo im Gespräch wären. Dann wäre niemand bereit, mehr Geld in die Hand zu nehmen und eine schlechtere Performance in Kauf zu nehmen. Die Kunden wollen das schnellere Produkt haben.

Aber vielleicht ist das ein Punkt, wo uns allen bewusst wird, dass wir sichere Systeme haben wollen. Prozessoren, bei denen wir nicht davon ausgehen müssen, dass jedes Passwort, das ich auf dem System gespeichert habe, von einem Angreifer auslesbar ist.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Meltdown und Spectre: "Dann sind wir performancemäßig wieder am Ende der 90er"Was Privatanwender und Admins tun sollten 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


tomas_13 25. Jan 2018

Das ist der Nachteil: Du hast einen Patch installiert, den du eigentlich nicht brauchst...

tomas_13 25. Jan 2018

Du glaubst nur, es besser verstanden zu haben. Solange du nicht die richtige Erklärung...

tomas_13 25. Jan 2018

Wenn Spectre nicht prozessübergreifend ist, sind dann Chrome und FF nicht relativ sicher...

intergeek 22. Jan 2018

Sagen wir mal so, so verständlich wie das ein Techniker einem Nichttechniker wohl...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Strange New Worlds Folge 1 bis 3
Star Trek - The Latest Generation

Strange New Worlds kehrt zu episodenhaften Geschichten zurück und will damit Star-Trek-Fans alter Schule abholen. Das gelingt mit Bravour. Achtung, Spoiler!
Eine Rezension von Oliver Nickel

Strange New Worlds Folge 1 bis 3: Star Trek - The Latest Generation
Artikel
  1. LTE-Patent: Ford droht Verkaufs- und Produktionsverbot in Deutschland
    LTE-Patent
    Ford droht Verkaufs- und Produktionsverbot in Deutschland

    Ford fehlen Mobilfunk-Patentlizenzen, weshalb das Landgericht München eine drastische Entscheidung gefällt hat. Autos droht sogar die Vernichtung.

  2. Flowcamper: Elektro-Wohnmobil Frieda Volt auf VW-Basis vorgestellt
    Flowcamper
    Elektro-Wohnmobil Frieda Volt auf VW-Basis vorgestellt

    Das elektrische Wohnmobil Frieda Volt basiert auf einem umgebauten Volkswagen T5 oder T6 und ist mit einem 72-kWh-Akku ausgerüstet.

  3. Cariad: Aufsichtsrat greift bei VWs Softwareentwicklung durch
    Cariad
    Aufsichtsrat greift bei VWs Softwareentwicklung durch

    Die Sorge um die Volkswagen-Softwarefirma Cariad hat den Aufsichtsrat veranlasst, ein überarbeitetes Konzept für die ehrgeizigen Pläne vorzulegen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Borderlands 3 gratis • CW: Top-Rabatte auf PC-Komponenten • Inno3D RTX 3070 614€ • Crucial P5 Plus 2 TB 229,99€ • Preis-Tipp: Kingston NV1 2 TB 129,90€ • AVM FRITZ!Repeater 1200 AX 69€ • MindStar (u. a. Palit RTX 3050 339€) • MMOGA (u. a. Total War Warhammer 3 29,49€) [Werbung]
    •  /