Abo
  • Services:

XMPP: Bundesnetzagentur will hundert Jabber-Clients regulieren

Die Bundesnetzagentur will offenbar nicht mehr nur Telekommunikationsdienste regulieren, sondern auch Software. Mehr als 100 Entwickler von XMPP-Clients wurden angeschrieben und sollen sich einer Registrierung unterziehen.

Artikel von veröffentlicht am
Die Bundesnetzagentur will jetzt auch Software regulieren.
Die Bundesnetzagentur will jetzt auch Software regulieren. (Bild: Xabber/Google Play)

Die Bundesnetzagentur schreibt derzeit in großem Stil Entwickler von XMPP-Clients an. Die Agentur will nach eigenen Angaben klären, ob die Software im Rahmen des Telekommunikationsgesetzes einer Meldepflicht unterliegt oder nicht. Die Briefe lesen sich jedoch eher wie eine Aufforderung zur Registrierung und nicht wie der Einstieg in eine Diskussion.

Stellenmarkt
  1. Consors Finanz, München
  2. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau

Bekannt geworden war das Vorgehen der Bundesnetzagentur durch den Entwickler des Xabber-Clients, Redsolution. Auf dem Twitteraccount des Unternehmens war das entsprechende Schreiben der Bundesnetzagentur veröffentlicht worden. Die Behörde argumentiert, dass die Software bei sogenannten Over The Top-Diensten (OTT-Dienste) auch Funktionen eines Servers übernehmen würde und damit nicht als reine Software zu bewerten sei. Bei XMPP-Clients könne dies eine Funktion zur Übermittlung des Verfügbarkeitsstatus sein oder andere Funktionen dezentraler Netzwerke.

Die Agentur schreibt dazu: "Bei Xabber handelt es sich nicht lediglich um eine Software, sondern um einen Kommunikationsdienst, der auf der Grundlage des 'Client-Server-Prinzips' erbracht wird. Damit findet eine zumindest überwiegende Signalübertragung über Telekommunikationsnetze statt, wie es die Legaldefinition des § 3 Nr. 24 Telekommunikationsgesetz verlangt." Der Hersteller Redsolutions hatte sich auf Twitter ob der Anfrage erstaunt gezeigt, eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens liegt Golem.de bislang aber noch nicht vor.

XMPP ist wie E-Mail- nur anders

Als Grundlage für die Einschätzung zitiert die Agentur ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Köln zur Meldepflicht von E-Mail-Dienstanbietern, die diese als Telekommunikationsdienste einstuft. "Der Umstand, dass die Signalübertragung nicht durch den E-Mail-Diensteanbieter erfolgt beziehungsweise über das offene Internet stattfindet, ist für die Einordnung des Dienstes nicht entscheidend, da der gesamte Kommunikationsvorgang einheitlich betrachtet werden muss und die einzelnen Prozessschritte nicht getrennt betrachtet werden können."

Die Bundesnetzagentur hat nach eigenen Angaben aktuell zwischen 100 und 150 Entwickler oder Unternehmen angeschrieben, eines davon sei "in der Sowjetunion" beheimatet. Der von der Agentur versendete Brief stellt allerdings noch keine Feststellung der Meldepflicht nach dem TKG fest, sondern soll eine Möglichkeit zur Stellungnahme darstellen. Weitere Regulierungsschritte könnten allerdings folgen.

Der Wortlaut des Briefes der Bundesnetzagentur klingt allerdings nicht nach einer Einladung zu einer offenen Diskussion aus. Dort wird die Firma ultimativ aufgefordert, das beiliegende Meldeformular bis zum 2. Mai 2017 zu unterzeichnen und an die Bundesnetzagentur zu senden.

Zuletzt hatte die Bundesnetzagentur für Diskussionen gesorgt, als sie die Smarte Puppe Cayla verbot.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 39,99€ statt 59,99€
  2. 88,94€ + Versand
  3. 168,89€ inkl. Versand (Bestpreis!)

Mett 27. Mär 2017

Ich hab mich da auch als Netzbetreiber angemeldet. So ein Overkill ist das nicht. Naja...

FedoraUser 27. Mär 2017

Selbst in dem Fall sind sie dann aber falsch, da sie ja dann nicht nur den Entwickler...

lear 27. Mär 2017

Mach das. Der Staatsanwalt lacht Dich aus. Eine behördliche Aufforderung, einer Regel...

brutos 27. Mär 2017

Und was ist mit AIM, ICQ, Skype, IRC, Twitter, Telegramm, Whats *ck, Lync. Bonjour...

RipClaw 27. Mär 2017

Offenbar wird hier die Taktik von Abmahnanwälten verwendet. Sie haben anscheinend...


Folgen Sie uns
       


Hasselblad X1D und Fujifilm GFX 50S - Test

Im analogen Zeitalter waren Mittelformatkameras meist recht klobige Geräte, die vor allem Profis Vorteile boten. Einige davon sind im Zeitalter der Digitalfotografie obsolet. In Sachen Bildqualität sind Mittelformatkameras aber immer noch ganz weit vorn, wie wir beim Test der Fujifilm GFX 50S und Hasselblad X1D herausgefunden haben.

Hasselblad X1D und Fujifilm GFX 50S - Test Video aufrufen
Windenergie: Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?
Windenergie
Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?

Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom. Frei von Umwelteinflüssen sind sie aber nicht. Während die eine Tierart profitiert, leidet die andere. Doch Abhilfe ist in Sicht.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Hywind Scotland Windkraft Ahoi

Esa: Sonnensystemforschung ohne Plutonium
Esa
Sonnensystemforschung ohne Plutonium

Forscher der Esa arbeiten an Radioisotopenbatterien, die ohne das knappe und aufwendig herzustellende Plutonium-238 auskommen. Stattdessen soll Americium-241 aus abgebrannten Brennstäben von Kernkraftwerken zum Einsatz kommen. Ein erster Prototyp ist bereits fertig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Jaxa Japanische Sonde Hayabusa 2 erreicht den Asteroiden Ryugu
  2. Mission Horizons @Astro_Alex fliegt wieder
  3. Raumfahrt China lädt die Welt zur neuen Raumstation ein

Leistungsschutzrecht/Uploadfilter: Worüber das Europaparlament wirklich abstimmt
Leistungsschutzrecht/Uploadfilter
Worüber das Europaparlament wirklich abstimmt

Das Europaparlament entscheidet am Donnerstag über das Leistungsschutzrecht und Uploadfilter. Doch Gegner und Befürworter streiten bis zuletzt, worüber eigentlich abgestimmt wird. Golem.de analysiert die Vorschläge.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Urheberrecht Europaparlament bremst Leistungsschutzrecht und Uploadfilter
  2. Urheberrecht Freies Netz für freie Bürger
  3. Leistungsschutzrecht Verleger attackieren Bär und Jarzombek scharf

    •  /