Meistverkauftes Elektroauto: Nissan Leaf vergrößert Reichweite bei fast gleichem Preis
Der japanische Autokonzern Nissan will mit der zweiten Generation des Leaf die Erfolgsgeschichte des Elektroautos fortsetzen. Laut Firmenangaben(öffnet im neuen Fenster) soll das neue Modell mit einer höheren Akkukapazität von 40 Kilowattstunden (kWh) über eine Reichweite von 378 Kilometern (NEFZ) verfügen. Weitere neue Funktionen(öffnet im neuen Fenster) seien ein Abstandsregeltempomat mit Spurhalteassistent bei einspurigem Autobahnverkehr (Propilot), ein Parkpilot sowie ein neuartiges Gaspedal (E-Pedal). Der Einstiegspreis soll mit 31.950 Euro nur 700 Euro über dem bisherigen Modell mit 30 kWh liegen.
Der Leaf war im Jahr 2010 auf den Markt gekommen und ist mit 283.000 Exemplaren das bislang am meisten verkaufte Elektroauto der Welt. In Europa hat der Renault Zoe dem Leaf inzwischen den Rang abgelaufen und liegt in diesem Jahr bei den Verkaufszahlen deutlich vorn(öffnet im neuen Fenster). Allerdings liegt Nissan beim Verkauf vollelektrischer Autos weiterhin vor dem BMW i3, Teslas Model S und Model X sowie dem VW E-Golf.
Spekulationen über 60-kWh-Akku
Teslas Model 3 sowie der Chevrolet Bolt (Opel Ampera) dringen jedoch in die Preiskategorie des Leaf vor und dürften dem Japaner weitere Marktanteile streitig machen. Allerdings hat der Bolt mit 60 kWh einen deutlich größeren Akku und damit eine größere Reichweite. Während der neue Leaf im anspruchsvolleren EPA-Zyklus rund 241 Kilometer weit kommt, schafft der Chevy Bolt 383 Kilometer. Es gibt jedoch Spekulationen, dass Nissan im kommenden Jahr ebenfalls ein Modell mit einem 60-kWh-Akku anbieten will. Dem Unternehmen zufolge ist der neue 40-kWh-Akku dank einer um 67 Prozent gesteigerten Energiedichte genauso groß wie das kleinere Modell.
Laut Datenblatt(öffnet im neuen Fenster) erhält der neue Leaf einen Elektromotor mit 110 Kilowatt und einem Drehmoment von 320 Newtonmeter. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 144 Kilometer pro Stunde. Die Ladedauer an einer Haushaltssteckdose liege bei 16 Stunden, an einer 22-kW-Drehstromladestation lade sich der Leaf mit 6 kW innerhalb von acht Stunden auf. Mit einem Gleichstromschnelllader lässt sich der Akku demnach innerhalb von 40 Minuten auf 80 Prozent Kapazität laden.
Ein-Pedal-Betrieb möglich
Der Akku lässt sich jedoch nicht nur zum Autofahren nutzen, sondern auch in das heimische Stromnetz einbinden. Die Vehicle-to-Grid-Technik (V2G) ermögliche einen Energieaustausch, heißt es in der Mitteilung. "Zum Beispiel kann tagsüber in der Batterie des Nissan Leaf Sonnenenergie aus der heimischen Photovoltaik-Anlage gespeichert und am Abend für den Betrieb des Fernsehers oder der Stereoanlage genutzt werden."
Beim neuen E-Pedal handelt es sich nach Ansicht Nissans um eine "revolutionäre Technologie", mit der sich das Fahrverhalten "insgesamt verändern" könne. "Wenn der Fahrer den Fuß vom Gaspedal hebt, hält das Fahrzeug sanft bis zum Stillstand an, ohne dass das Bremspedal betätigt werden muss", heißt es weiter. Das e-Pedal habe eine Bremsrate von bis zu 0,2 G. Der Fahrer muss deshalb nicht mehr den Fuß ständig vom Gas- zum Bremspedal bewegen, um zu bremsen oder anzuhalten.
Erhältlich ab 27.000 Euro
Neben den erwähnten Assistenzsystemen ist der neue Leaf mit einem autonomen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, einem Totwinkel-Assistenten, einer Verkehrszeichenerkennung und einem Querverkehrswarner ausgestattet.
Der neue Leaf kann von Oktober 2017 an bei den deutschen Nissan-Händlern bestellt werden. Der Einstiegspreis liegt bei 31.950 Euro brutto. Davon kann noch die Kaufprämie für Elektroautos abgezogen werden, die beim Leaf 5.000 Euro beträgt(öffnet im neuen Fenster). Auf den deutschen Markt kommt das Modell demnach im Januar 2018.
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