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Und das alles, noch mal genau wofür?

Bei Telekommunikation, Strom, Wasser und Gas erfolgt die Abrechnung monatlich oder jährlich. Dabei wird es in den allermeisten Fällen eine Rechnung geben, die den Stichtag für den Mehrwertsteuersatz überschreitet. Die aus einem Netzanschluss bezogenen Güter haben gemeinsam, dass sich die Kosten jeweils aus einer Grundgebühr über den Abrechnungszeitraum und dem eigentlichen Verbrauch zusammensetzen, sofern keine Flatrate gebucht wurde.

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Ein Teil dieser Grundgebühren unterliegt dem alten Satz, ein Teil dem neuen. Das kann dann durch eine Aufteilung in der Rechnung geregelt werden oder durch eine zusätzliche Rechnung. Dass dabei Aufwand entsteht, ist klar - nicht umsonst verteilen Telekommunikationsunternehmen die Abrechnungsdaten auf den ganzen Monat, um nicht alle Rechnungen auf einmal erstellen zu müssen.

Entsprechend hoch schätzt der Bundesverband Glasfaseranschluss (Bulag) die Kosten für Rechnungsänderungen. Der Bulag bestätigt auch, dass viele Abrechnungssysteme die Sache mit den zwei Mehrwertsteuersätzen in einem Abrechnungszeitraum nicht unterstützen.

3 Prozent sind nicht gleich 3 Prozent

Ein Nachlass von drei Prozentpunkten bei der Mehrwertsteuer bedeutet übrigens nicht, dass ein Produkt oder eine Leistung auch drei Prozent weniger kostet. Schließlich wird die Mehrwertsteuer von einem Nettopreis berechnet, und so wird aus einer Reduzierung von 19 auf 16 Prozent rechnerisch nur ein Preisnachlass von gerundeten 2,52 Prozent.

Bei sieben auf fünf Prozent bleiben statt zwei nur ebenfalls gerundete 1,87 Prozent übrig. Anders ausgedrückt: Wer 100 Euro im Supermarkt bezahlt, bekommt gegebenenfalls einen Rabatt im Gegenwert eines Pfunds Tomaten im Sonderangebot.

Eine Menge Aufwand für ein halbes Jahr

Die Umstellung bedeutet eine Menge Aufwand bei der Rechnungserstellung und -prüfung. Ein halbwegs automatisches System muss diese Spezialfälle kennen und berücksichtigen, und sie nach Möglichkeit nicht einfach nur denjenigen überlassen, die sie nutzen.

Die hier aufgezählten Sonderfälle sind aber längst nicht alle, die es gibt. Teilleistungen, langfristige Verträge oder auch nur die Erstattung von Pfandbeträgen stellen beispielsweise weitere Punkte dar, die jeweils einer eigenen Behandlung bedürfen.

Eine besondere Schwierigkeit liegt in der Kürze der Zeit: Es muss Qualität geliefert werden, denn Fehler in der Logik oder der Berechnung dürfen nicht vorkommen. Zeitdruck bei der Implementierung und beim Testen sind keine idealen Voraussetzungen für zuverlässiges Funktionieren.

In der Zeitplanung darf zudem nicht vergessen werden, dass sowohl für die Auslieferung und Installation der überarbeiteten Rechnungs- und Kassensysteme genügend Zeit bleiben muss. Unternehmen müssen außerdem die Gelegenheit haben, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend vorzubereiten und zu schulen.

Beim nächsten Mal geht es leichter

Geplant ist die Mehrwertsteuersenkung zunächst für sechs Monate, möglicherweise wird sie verlängert. Wann auch immer man zu den alten Sätzen zurückkehrt: Fest steht, dass dann erneut Kosten anfallen, diesmal aber in einer Preissteigerung. Die Kosten werden jedoch nicht mehr ganz so hoch sein - weil die Betroffenen sich mit den zusätzlich zu beachtenden Fällen bereits auskennen und länger Zeit haben, sich darauf vorzubereiten.

Es bleibt zu hoffen, dass trotz der Kosten bei allen Beteiligten Geld aus der Mehrwertsteuersenkung hängenbleibt und die Konjunktur wieder in Schwung kommt.

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 Sonderfall: Business to Business
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tom.stein 07. Jul 2020

Noch einmal und zum mitschreiben das, was ich in mehreren Fachforen dazu fand: Die...

do5rsw 07. Jul 2020

Ja und wenn die dann nicht zu 19% zurückehren sondern erhöhen oder so dann darfst du...

janoP 05. Jul 2020

Wir wollen die Kaufleistung fördern. Was würden wir machen, wenn wir mehr Geld im Monat...

quineloe 01. Jul 2020

Das Meme zum TeXt https://i.imgur.com/unZoIIo.png

Oekotex 29. Jun 2020

Zu Risiken und Nebenwirkungen der Mehrwertsteuersenkung fragen Sie Ihren Steuerberater...


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