Mehrfamilienhäuser: 500 Millionen Euro Förderung für private Wallboxen
Die Bundesregierung will mit einem neuen Förderprogramm den Aufbau von Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern unterstützen. Vom 15. April 2026 an könnten Förderanträge gestellt werden, teilte das Bundesverkehrsministerium am 25. März 2026 mit(öffnet im neuen Fenster) . Das Fördervolumen liege bei 500 Millionen Euro. Die maximale Ladeleistung pro Ladepunkt betrage 22 Kilowatt (kW). Eine Antragstellung sei bis zum 10. November 2026 über das Förderportal Laden-im-Mehrparteienhaus.de/(öffnet im neuen Fenster) möglich.
Der Mitteilung zufolge werden die Anschaffung von Wallboxen und die Errichtung der technischen Infrastruktur gefördert. Dazu zählten auch der Netzanschluss oder erforderliche Baumaßnahmen. Antragsberechtigt seien Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG), kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Privateigentümer von Wohneigentum zur Vermietung. Wohnungsbaugesellschaften und Immobilienunternehmen mit einem größeren Wohnungsbestand würden ebenfalls gefördert.
Bis zu 2.000 Euro pro Ladepunkt
Die Höhe der Förderung hängt von der Art und Anzahl der vorgesehenen Ladepunkte ab:
- maximal 1.300 Euro ohne installierte Wallbox,
- maximal 1.500 Euro mit Wallbox oder
- maximal 2.000 Euro mit einem Ladepunkt, der bidirektionales Laden unterstützt
Das bedeutet, dass auch Installationen gefördert werden, bei denen lediglich die Infrastruktur verlegt wird und noch keine Wallboxen angebracht werden. Allerdings gibt es bestimmte Mindestvoraussetzungen für die Installation: So müssen mindestens 20 Prozent der vorhandenen Stellplätze eines Mehrparteienhauses vorverkabelt werden. Zudem müssen immer mindestens sechs Stellplätze in oder an einem Mehrparteienhaus elektrifiziert werden.
Die Antragstellung erfolgt laut Verkehrsministerium über den Projektträger Pricewaterhouse Coopers. Das digitale Antragsportal enthalte neben der eigentlichen Antragstellung auch zahlreiche Informationen und Hilfestellungen. Für den 14. April 2026 ist ein Onlineseminar geplant(öffnet im neuen Fenster) .
Die Förderung ist Teil des Masterplans Ladeinfrastruktur, der im Herbst 2025 von der Bundesregierung beschlossen wurde . Frühere Förderprogramme unterstützten lediglich die Anschaffung einzelner Wallboxen für Privatbesitzer .
Häufig Lastmanagement erforderlich
Der Aufbau einer Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern ist häufig deutlich teurer als bei Eigenheimen . Das liegt unter anderem daran, dass für die Verteilung des Stroms ein Lastmanagement sinnvoll ist. Da es inzwischen einen Rechtsanspruch auf die Installation eines Ladepunktes auf Stellplätzen gibt , ist es deutlich einfacher geworden, eine solche Installation in einer WEG oder als Mieter durchzusetzen.
Bei einem von Golem begleiteten Projekt in Berlin lagen die Kosten für die reine Infrastruktur bei 48 Stellplätzen inklusive Lademanagement bei mehr als 30.000 Euro. Hinzu kamen für den Anschluss der Wallbox noch individuelle Kosten zwischen 900 und 2.000 Euro.
Das bedeutet, dass selbst durch die Förderung die kompletten Kosten häufig nicht gedeckt werden dürften. Allerdings dürfte das Geld für den Aufbau der Infrastruktur ausreichen, solange nicht zusätzliche Kosten für die Verstärkung des Netzanschlusses oder andere Baumaßnahmen erforderlich sind.
- Anzeige Hier geht es zu Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.