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Mehrere Regionen betroffen: Russland nimmt sich für Testzwecke selbst vom Netz

Berichten zufolge testet Russland derzeit die Infrastruktur seines eigenen, staatlich kontrollierten Internets . Geplante Ausfälle sind die Folge.
/ Marc Stöckel
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Eine Mauer mit den Farben der russischen Flagge (Symbolbild) (Bild: pixabay.com / David_Peterson)
Eine Mauer mit den Farben der russischen Flagge (Symbolbild) Bild: pixabay.com / David_Peterson

Die russische Regierung testet offenbar die Infrastruktur für ihr vom Rest der Welt unabhängiges "souveränes Internet" . Wie The Record berichtet(öffnet im neuen Fenster) , wurden Bewohner mehrerer Regionen Russlands am Wochenende vom offenen Internet getrennt. Betroffen waren unter anderem Nutzer aus Dagestan, wo die Unterbrechungen laut Netblocks(öffnet im neuen Fenster) rund 24 Stunden dauerten.

Dem Bericht zufolge gab es in dieser Zeit Probleme bei der Verwendung von Whatsapp, Telegram und Youtube sowie anderen Diensten von Google oder auch Yandex, das zwar russische Wurzeln hat, sein Russlandgeschäft aber mittlerweile verkauft hat . Ein russischer Internetprovider habe zwar entsprechende Beschwerden erhalten, jedoch habe er die Situation nach eigenen Angaben nicht beeinflussen können, heißt es.

Selbst via VPN sollen die genannten Dienste nicht zugänglich gewesen sein. Viele VPN-Dienste sind in Russland inzwischen verboten , weil deren Anbieter nicht mit den russischen Behörden kooperierten. Zudem unternahm die russische Regierung zuletzt erhebliche Anstrengungen, um die verbotenen VPN-Apps unzugänglich zu machen und unerwünschte Dienste gezielt zu blockieren .

Einschränkungen für mehrere Hosting-Anbieter

Laut The Record will die russische Kommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor durch die jüngsten Tests feststellen, ob die Infrastruktur des Landes in der Lage wäre, "den Betrieb wichtiger ausländischer und inländischer Dienste im Falle einer vorsätzlichen Störung von außen aufrechtzuerhalten" .

Zudem plant Russland dem Bericht zufolge Einschränkungen für acht ausländische Hosting-Anbieter, die die Anforderungen der russischen Behörden nicht erfüllt haben sollen – darunter Godaddy, AWS und Hostgator. Auf deren Servern bereitgestellte Informationen seien "nicht immer vor unbefugtem Zugriff geschützt" , was die Vertraulichkeit der Nutzerdaten und die Sicherheit der Unternehmen gefährde, heißt es.

Russland arbeitet schon seit Längerem an einem unabhängigen Internet, das den eigenen Gesetzen entspricht – auch bekannt als Runet. Erst im September kündigte Roskomnadsor für die kommenden fünf Jahre Investitionen in Höhe von 59 Milliarden Rubel (aktuell rund 553 Millionen Euro) an , die in Systeme zur Filterung des Internetverkehrs fließen sollen.


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