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Mehrarbeit: Söder fordert längere Wochenarbeitszeit

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich für eine Ausweitung der wöchentlichen Arbeitszeit ausgesprochen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.
/ Andreas Donath
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) (Bild: Nadja Wohlleben / Getty Images)
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Bild: Nadja Wohlleben / Getty Images

Die Diskussion um Arbeitszeiten in Deutschland gewinnt an Fahrt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich am Sonntagabend in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin(öffnet im neuen Fenster) für eine zusätzliche Arbeitsstunde pro Woche ausgesprochen. Das könne das Wirtschaftswachstum deutlich ankurbeln.

Die Arbeitszeitdebatte beschäftigt derzeit die Politik über Parteigrenzen hinweg. Söder bezeichnete die geforderte Mehrarbeit als zumutbar und unterstrich dabei seine Unterstützung für Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser hatte zuvor die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung ins Spiel gebracht.

Der bayerische Regierungschef brachte zudem einen sogenannten Karenztag ins Gespräch. Diese Regelung würde bedeuten, dass Arbeitnehmer am ersten Tag ihrer Erkrankung keine Lohnfortzahlung erhalten würden. Söder verwies dabei auf auffällige Krankmeldungen an Brückentagen, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Gegenstimmen aus Mecklenburg-Vorpommern

Kritik an den Vorschlägen kam von der SPD. Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, widersprach in der Sendung der Einschätzung Söders, die deutsche Bevölkerung arbeite zu wenig. Die Debatte gehe an der Realität vieler Beschäftigter vorbei, so ihre Einschätzung.

Schwesig wandte sich gegen Pläne aus Unionskreisen, Sozialleistungen wie das Arbeitslosengeld zu kürzen. Solche Maßnahmen zur Senkung der Lohnnebenkosten lehne sie ab. Stattdessen verwies sie auf den aktuellen Stellenabbau in verschiedenen Branchen.

Die SPD-Politikerin sieht die Verantwortung beim Bundeskanzler. Nicht mangelnde Arbeitsmoral sei das Problem, sondern der Wegfall von Arbeitsplätzen. Diese Entwicklung müsse nach ihrer Auffassung vorrangig angegangen werden.


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