Mehr Transparenz: Netflix veröffentlicht wöchentliche Ranglisten im Netz

Bislang hielt Netflix Statistiken zu seinen Inhalten weitgehend unter Verschluss. Jetzt sollen neue Ranglisten mehr Transparenz schaffen.

Artikel veröffentlicht am , Manuel Bauer
Netflix verrät künftig, welche Serien und Filme am meisten geschaut werden.
Netflix verrät künftig, welche Serien und Filme am meisten geschaut werden. (Bild: OLIVIER DOULIERY via Getty Images)

Netflix hat eine Webseite veröffentlicht, die Auskunft über die beliebtesten Serien und Filme auf der Streamingplattform gibt. Die Seite wird wöchentlich immer Dienstags aktualisiert und führt in mehreren Ranglisten die zehn meist geschauten Inhalte auf. Die Auswertung basiert auf der Gesamtzahl der gesehenen Stunden.

Das ist in mehrerlei Hinsicht ein Novum für Netflix. Das Unternehmen kommunizierte bislang nur selten Nutzerstatistiken. Wenn es das tat, bewertete es den Erfolg seiner Sendungen danach, wie viele Accounts mindestens zwei Minuten eines Films oder einer Serie gestreamt haben. Ein Kriterium, das in den Augen von Kritikern nur wenig Aussagekraft hat.

Die neuen Ranglisten lassen sich für Serien und Filme separat anzeigen. Neben einem globalen Ranking gibt es für über 90 Länder auch eine regionale Top-10-Liste. Außerdem lässt sich zwischen englischsprachigen und internationalen Produktionen unterscheiden.

Keine konkreten Zahlen

Zusätzlich zur aktuellen Chartposition gibt die Liste Auskunft darüber, wie lange ein Inhalt sich bereits in der jeweiligen Rangliste befindet. Keine Informationen gibt es hingegen zu konkreten Zuschauerzahlen.

Wie viele Menschen eine Sendung tatsächlich und in welchem Ausmaß gestreamt haben, lässt sich den veröffentlichten Statistiken nicht entnehmen. Entsprechend bleibt das Tool in erster Linie eine Werbeplattform, mit der Netflix seine Nutzerschaft auf neue und beliebte Inhalte aufmerksam machen kann.

Zudem offenbart auch das neue Auswertungssystem eine eklatante Schwäche: Da Netflix die gestreamten Stunden als Basis für die Chartplatzierungen nimmt, haben längere Filme automatisch eine bessere Chance auf eine gute Platzierung.

Gesonderte Listen für kürzere Formate geplant

Dessen ist sich das Unternehmen bewusst und kündigt an, in unregelmäßigen Abständen gesonderte Ranglisten für kürzere Formate zu veröffentlichen. Weiterhin unberücksichtigt lässt Netflix, ob eine Sendung tatsächlich bis zum Ende geschaut wurde.

Der Betreiber hält diesen Punkt eigenen Angaben zufolge nicht für relevant, da es viele Gründe gebe, warum eine Person eine Sendung nicht beendet - etwa ein weinendes Baby oder schlicht Desinteresse am Abspann.

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