Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Mehr Lohn: Streiks bei Amazon beginnen erneut

In Nordrhein-Westfalen und in Leipzig geht der Streik bei Amazon auch im neuen Jahr weiter. Trotz kleinerer Zugeständnisse des US-Konzerns sei die Beteiligung höher als zuvor.
/ Achim Sawall
30 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Streikaufruf von Verdi (Bild: Verdi)
Streikaufruf von Verdi Bild: Verdi

Die Beschäftigten bei Amazon treten auch im Jahr 2016 weiter für ihre Forderungen ein. Verdi hat am 6. Januar 2016 an den Amazon-Standorten Rheinberg und Werne erneut zum Streik aufgerufen, gab die Gewerkschaft bekannt. In Werne begann der Streik mit Beginn der Frühschicht, in Rheinberg wurde um 8:30 Uhr im laufenden Betrieb die Arbeit niedergelegt.

Auch in Leipzig wird bei Amazon gestreikt. In Bayern und Baden-Württemberg ist ein Feiertag. Nur in Berlin, Koblenz (Rheinland-Pfalz) und Bad Hersfeld (Hessen) werde heute gearbeitet. Landesfachbereichsleiterin Handel Nordrhein-Westfalen, Silke Zimmer, sagte, Verdi und die Amazon-Kollegen "werden nicht locker lassen" , auch im Jahr 2016 würde "der Kampf um einen Anerkennungstarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel nicht nachlassen" .

Vor dem 24. Dezember habe Amazon bereits kleine finanzielle Zugeständnisse angeboten. Dennoch hätten sich an den beiden Standorten an den Streiks mehr Lagerarbeiter "beteiligt als bisher" , berichtete Zimmer.

Ein Sprecher sagte Golem.de: "Seit 6:30 Uhr wird bei Amazon in Leipzig wieder gestreikt. Deutlich über 400 Kollegen haben sich heute an dem Streik beteiligt. Trotz des kalten Wetters lassen sie sich nicht entmutigen. Da heute in einigen Bundesländern Feiertag ist und dies in der Regel zu einem erhöhten Bestellvolumen führt, ist der Streiktag aus unserer Sicht optimal genutzt."

Bei Amazon gibt es keine Tarifverträge. Der Kampf darum wird schon seit dem Frühjahr 2013 geführt. Verdi will den US-Versandhändler zur Aufnahme von Tarifverhandlungen über Bedingungen des Einzelhandels bringen. Amazon lehnt jedes Gespräch strikt ab und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende dessen, was in der Logistikbranche üblich sei.


Relevante Themen