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Mehr Lohn: Neue mehrtätige Streikwelle bei Amazon Deutschland

Gleich an vier Standorten wird bei Amazon seit heute Nacht für mehr Lohn gestreikt. Die Anzahl der Streikenden soll sich deutlich erhöht haben.
/ Achim Sawall
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Streiks bei Amazon zielen schon auf das Weihnachtsgeschäft. (Bild: Verdi)
Streiks bei Amazon zielen schon auf das Weihnachtsgeschäft. Bild: Verdi

Verdi ruft zu Streiks an vier deutschen Standorten auf. Damit setzt die Gewerkschaft den im Frühjahr 2013 begonnenen Arbeitskampf für einen Versandhandelstarifvertrag fort. Für mehr Lohn gekämpft wird in Leipzig, Bad Hersfeld, Graben bei Augsburg und im nordrhein-westfälischen Rheinberg.

Mit Beginn der Nachtschicht um 0 Uhr rief die Dienstleistungsgewerkschaft die Beschäftigten der beiden Verteilzentren von Amazon, FRA1 und FRA3 in Bad Hersfeld zum Streik auf. Der Streik ist bis Dienstag bis zum Ende der Spätschicht geplant.

Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Schiederig sagte: "Die Hälfte der acht Standorte macht inzwischen mit und die Anzahl der Streikenden hat sich deutlich erhöht. Wir stellen uns auf einen heißen Herbst ein. Das Amazon-Management tut gut daran, seine Ablehnungshaltung abzulegen." In Rheinberg rechnet die Gewerkschaft mit 500 Teilnehmern.

Die Amazon-Geschäftsführung bezeichnet den Konzern als Logistikunternehmen, für das die Tarifverträge der Versandhandelsbranche nicht gelten, und lehnt eine Verhandlungslösung ab.

Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke: "Auch wenn Amazon bisher stur bleibt und von einem Tarifvertrag nichts wissen will, zahlen sich die Streiks aus. Seitdem die Beschäftigten mit Verdi in die Auseinandersetzung gegangen sind, haben sie mehr Geld in der Tasche." Amazon hatte unter dem Druck der Streiks eine Lohnerhöhung zwischen 1,5 und 2 Prozent und im vergangenen Jahr erstmalig im November eine Jahressonderzahlung gewährt. Doch laut Tarifvertrag wären die Entgelte um 5,1 Prozent gestiegen und es gäbe zwei Jahressonderzahlungen, jeweils mehr als doppelt so hoch.

Da Amazon auch keine Nachtzuschläge zahle, würden jedem Beschäftigten im Schichtdienst rund 250 Euro brutto mehr pro Monat zustehen.

Laut Gewerkschaft kritisieren die Beschäftigten zudem die Unsicherheit durch die hohe Anzahl von Befristungen, die Arbeitshetze und unzureichende Arbeits- und Pausenregelungen.


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