Mehr Lohn: Dreitägige Streikwelle bei Amazon im Weihnachtsgeschäft
Verdi ruft die Beschäftigten(öffnet im neuen Fenster) an fünf Amazon-Versandhandelszentren erneut zu einem mehrtägigen Ausstand mitten in der Vorweihnachtszeit auf. Diesmal wird im hessischen Bad Hersfeld, in Leipzig, im bayrischen Graben sowie im nordrhein-westfälischen Rheinberg und Werne vom 15. Dezember 2014 an teilweise nicht gearbeitet.
Die Streiks beginnen mit der Nachtschicht von Sonntag auf Montag in Bad Hersfeld, die anderen Standorte streiken am Montag mit Beginn der Frühschicht. Die Arbeitsniederlegungen dauern bis zum Ende der Spätschicht am 17. Dezember 2014.
"Amazon selbst hat es in der Hand, die Streiks im Weihnachtsgeschäft zu beenden, wenn das Unternehmen dazu bereit ist, einen Tarifvertrag abzuschließen", sagte Stefanie Nutzenberger, beim Verdi-Bundesvorstandsmitglied zuständig für den Handel.
Seit Mai 2013 kämpfen die Amazon-Beschäftigten mit Streiks und anderen Protestaktionen für höhere Löhne durch einen Tarifvertrag. Weitere Ziele sind bessere Arbeitsbedingungen, um den hohen Krankenstand zu senken und eine Verringerung der hohen Zahl der Befristungen.
"Die Streiks richten sich nicht gegen die Kundinnen und Kunden, sondern gegen die Arbeitsbedingungen bei Amazon. Das Unternehmen lässt die Verbraucher für seine Blockadehaltung bezahlen. Lieferverzögerungen können wegen der Streiks nicht ausgeschlossen werden", sagte Nutzenberger. An einer der vergangenen Streikwellen hatten sich rund 2.000 Beschäftigte beteiligt.
Amazon hatte immer betont, auch bei Streiks pünktlich liefern zu können. "Wir liefern zuverlässig", sagte eine Amazon-Sprecherin. An den Streiks habe immer nur eine Minderheit der Beschäftigten teilgenommen. Mit europaweit 28 Logistikzentren in sieben Ländern bewältige Amazon auch die Spitzenbestelltage. Rund 19.000 Mitarbeiter in Deutschland würden regulär arbeiten. Amazon betreibt in Deutschland acht Versandhandelsstandorte.