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Mehr als 139.000 Drehbücher: KI wurde mit der Arbeit von Drehbuchautoren trainiert

Ein Bericht enthüllt, in welchem Umfang Drehbücher von Filmen und Serien für das KI-Training eingesetzt wurden.
/ Peter Osteried
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Arbeiter-Roboter in I, Robot - damals dachte noch niemand daran, dass KI auch geistige Berufe obsolet machen könnte. (Bild: 20th Century)
Arbeiter-Roboter in I, Robot - damals dachte noch niemand daran, dass KI auch geistige Berufe obsolet machen könnte. Bild: 20th Century

Beim Streik der Autoren im Jahr 2023 ging es auch um die Furcht vor Künstlicher Intelligenz – nämlich dahingehend, dass die Produzenten und Studios beginnen könnten, diese für die Entwicklung neuer Drehbücher einzusetzen. Die Angst war, dass tausende Jobs verlorengehen. Es ging deshalb in den Verhandlungen auch darum, Sicherheit zu schaffen. Als diese nicht weiter voranschritten, kam es zum Streik. Aus gutem Grund, wie sich in The Atlantic(öffnet im neuen Fenster) nachlesen lässt. Dort führt der Autor und Programmierer Alex Reisner in einem Artikel auf, dass die Gefahr durch KI nur allzu real ist.

Eine unglaubliche Datenmenge

Laut seinen Recherchen wurden mehr als 139.000 Drehbücher für Filme und Serien in einem Datenset eingesetzt, das zum KI-Training benutzt wurde. "Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass viele KI-Systeme mit der Arbeit von Film- und Fernsehautoren trainiert wurden. Es geht nicht nur um Der Pate oder Alf, sondern um 53.000 Filme und 85.000 Serien-Episoden," sagt Reisner.

Es geht dabei vor allem um die Dialoge. "Dialoge wurden in ein KI-Trainigsdatenset eingebracht und von Apple, Anthropic, Meta, Nvidia, Salesforce, Bloomberg und anderen Firmen genutzt," so Reisner in seiner Reportage.

Um sich ein Bild zu machen: Genutzt wurden u.a. 700 Folgen von Die Simpsons und Futurama, 150 Folgen von Seinfeld, 45 Folgen von Twin Peaks, die kompletten Serien The Wire, Die Sopranos und Breaking Bad. So wurden allein mehr als 500 Drehbücher von Shonda Rhimes und mehr als 300 von Ryan Murphy eingesetzt.

Dürfen die Studios das überhaupt?

Die Autoren sind angesichts dieser Entwicklung alles andere als erfreut. Die Frage ist, wie es rechtlich aussieht. Dürfen die Studios, die das Copyright an den Drehbüchern halten, diese für das KI-Training einsetzen? Das wird letztlich ein Gericht entscheiden müssen. Aber eines ist auch klar: Ohne Hintergedanken findet ein solches KI-Training gar nicht statt.


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