Ausgeklügelte Schiffskäufe und die Angst, etwas zu verpassen
Für virtuelle Schiffe geben Fans von Star Citizen gern Hunderte bis Tausende von Euros aus. Das liegt unter anderem an der Präsentation von Produkten, aber auch an anderen Systemen, die Fans an ihre Investition binden und diese zu noch mehr Ausgaben motivieren.
Sobald CIG ein neues Schiff vorstellt, wird dieses in der Regel mit einem Rendering-Trailer und in Einzelfällen sogar ganzen Verkaufsbroschüren beworben. Die suggerieren potenziellen Käufern diverse Elemente wie Luxus, Nützlichkeit oder simple Feuerkraft. Dabei werden filigrane Animationen, Design und der gewisse "Coolness-Faktor" in den Mittelpunkt gestellt, fast schon, als würden hier echte Vehikel zur Schau gestellt.
Zu diesen Vehikeln bringt CIG jährlich mehrere Verkaufsevents, zu denen oftmals ganze Marken von Schiffen beworben werden. Einzelne Vehikel werden mit diversen Versprechen, etwa eine Versicherung für mehrere Jahre, und zu reduzierten Preisen angeboten – vorausgesetzt, Fans investieren frisches Geld in diese sogenannten Warbond-Angebote.
CCU-Chains und Fomo
Denn grundsätzlich lassen sich gekaufte Assets auch wieder für einen fixen Gegenwert einschmelzen und in virtuelles Geld zurückverwandeln. Mit diesem Geld können dann neue Schiffe gekauft werden. Alternativ lassen sich Schiffe auf andere teurere Vehikel aufrüsten. Fans bezahlen dann nur die Differenz zwischen den beiden Schiffen.
Solche CCU-Chains, so nennt die Community das, sind ein zentrales Element für besonders leidenschaftliche Fans. So wird das Kaufen von vergünstigten Upgrades zu einem Minispiel an sich, was eigentlich sehr teure Schiffe zumindest etwas günstiger macht.
Das Kaufen von Schiffen wird durch weitere Mechaniken erweitert, die in Teilen der Gaming-Industrie eher ungern gesehen sind. Dazu gehören auf Stückzahl limitierte und exklusive Schiffe, an die nur Teile der Community herankommen. Gerade große Schiffe wie die Anvil Odin für 3.000 US-Dollar sind nach wenigen Minuten bereits ausverkauft.
Exklusive Skins und Schiffsvarianten gibt es teilweise nur zeitbegrenzt, was Fomo – das Gefühl, etwas zu verpassen (fear of missing out) – verursacht. Das zielt klar auf solche Spieler ab, die sehr viel Geld in Star Citizen gesteckt haben und oftmals einfacher für neue Produkte zu haben sind – im Gaming-Jargon auch Wale genannt.
Dieser Verkaufsdrang zu immer mehr Schiffen führt automatisch auch zu einer Art Inflation. Neue Schiffe sind oft besser bewaffnet oder besser geeignet für die jeweiligen Vorlieben, und ältere Schiffe werden zu obsoleten Modellen.
Ein Spaß, wenn es funktioniert
Teilweise warten Fans sogar mehrere Jahre auf ihre Schiffe, die sie vor vielen Jahren gekauft haben. Ein prominentes Beispiel ist die Banu Merchantman, ein großes Handelsschiff der Banu-Alienrasse. Das wurde vor mehr als zehn Jahren vorgestellt.
Und trotzdem gewinnt Star Citizen immer mehr Spieler, und existierende Fans stecken weiter Geld hinein. Wenn das Spiel funktioniert, dann gibt es auch kaum etwas Vergleichbares. Vor allem machen das Fliegen der Schiffe und Erkunden der wunderschönen Orte im Spiel besonders viel Spaß.
Und dieses Versprechen, in eine immersive Welt der Zukunft einzutauchen, bleibt weiterhin sehr reizvoll. Hoffen wir, dass die Entwickler sich nicht zu sehr in Details verlieren.
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