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Server-Lag und technische Schulden

Dass CIG auf immer mehr instanziierte Inhalte setzt und so die ursprüngliche Vision einer immer offenen Spielwelt etwas zurückfährt, hat sicher auch mit der Serverleistung zu tun. In Star Citizen werden die meisten Objekte gerendert und global gespeichert, die in anderen Games nur als Bild oder Wert in einer Tabelle existieren würden.

Nehmen wir zum Beispiel eine Coladose in die Hand, ist diese ein physisches Objekt, das sich der Server merken muss. Wir können die Dose auch auf den Boden stellen, zwei Stunden lang Missionen erledigen und die gleiche Dose am Ablageort wiederfinden. Das gilt für die allermeisten Gegenstände im Spiel: Fast alle sind begeh- oder interagierbar.

Diese Persistenz ist ein zentrales Mantra von Star Citizen: Dinge sollen physisch existieren und innerhalb der Spielwelt Bestand haben. Für zukünftige Systeme und Inhaltsideen wird das möglicherweise wichtig sein. Das hat aber auch einen Preis, der sich in Form von degradierender Serverleistung widerspiegelt. Diese Server werden von Zeit zu Zeit langsamer, bis sie irgendwann komplett abstürzen und sich neu starten müssen.

Auf der Client-Seite äußert sich das vor allem durch den enormen Arbeitsspeicherbedarf, den Star Citizen fordert. Je nach Einstellung ist eine RAM-Belegung von mehr als 20 GByte keine Seltenheit. Auch kann das Spiel beizeiten mehr als 32 GByte RAM auslasten. Derweil sollten auch Prozessor und Grafikkarte recht leistungsfähig sein. All das ist für ein Spiel nötig, dessen Grafik-Engine bereits ein Jahrzehnt alt ist.

Bugs zerstören das Spiel

Die generelle Spielperformance wurde von CIG bisher nicht priorisiert, was einen stetig wachsenden Berg an alten und ineffizienten Systemen hinterlässt. Die ältesten dieser Systeme sind auch die, die am meisten Probleme bereiten.

So hat Star Citizen etwa ein recht komplexes Transitsystem mit Zügen, Monorails und Hyperloop-Shuttles implementiert. Aufzüge fahren uns in verschiedene Bereiche in Stationen oder zu (ebenfalls instanziierten) persönlichen Hangars. Auch existieren Frachtaufzüge, in die Gegenstände und Handelswaren geladen werden.

Hier kann es etwa passieren, dass wir in der Substruktur einer Raumstation landen, Fracht einfach vom Aufzug verschwindet oder die Aufzüge feststecken. Ganze Spielabläufe und Missionen basieren allerdings auf eben diesen Frachtaufzügen – die schon seit vielen Jahren Probleme bereiten und bisher kaum überarbeitet wurden.

Und dann gibt es Systeme wie das Inventar, welches mittlerweile mehrere Male überarbeitet wurde und noch immer schlecht funktioniert. Hier verwendet CIG mehrere parallele Interfaces, die teilweise redundant und wenig intuitiv zu bedienen sind. Das Backend dahinter reagiert oft träge. Teils werden Gegenstände nicht richtig zwischen dem Charakter und einem Raumschiff transferiert. In einigen Fällen verschwinden unsere Gegenstände einfach komplett.

Server als großes Problem

All das wird durch nicht modernisierten Code und vor allem durch überlastete Server verursacht. Die beeinträchtigen auch das Verhalten von NPCs im Universum. Auf einem frischen Server jagen uns NPC-Piloten erbarmungslos und liefern uns spannende Gefechte. Und auch am Boden sollten wir uns vor anstürmenden Fußsoldaten in Acht nehmen.

Mit der Zeit degradiert die Performance bis zu dem Punkt, dass Bots gar nicht mehr reagieren, mit ihren Schiffen im All schweben und sich ohne Gegenwehr abschießen lassen. Für eine belebte und funktionierende Welt müssen NPCs, Inventar und Transportsystem aber zuverlässig arbeiten.

Von diesem Ziel ist CIG auch im Jahr 2026 noch weit entfernt. Features wie Frachtaufzüge sind kompliziert, lange Laufwege und Animationen rauben Spielern wertvolle Zeit. So kann es bis zu 30 Minuten oder länger dauern, bis wir allein oder mit Freunden überhaupt eine Aktivität starten können.


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