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Megaprojekt Neom: The Line wird zum KI-Rechenzentrum

Nachdem immer mehr Einzelprojekte der 1.000 Milliarden Dollar teuren Investition gestoppt worden sind, soll nun auf Wirtschaftlichkeit geachtet werden.
/ Mario Petzold
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Mehr als Rohrleitungen wurden an The Line noch nicht fertiggestellt. (Bild: Neom)
Mehr als Rohrleitungen wurden an The Line noch nicht fertiggestellt. Bild: Neom

The Times(öffnet im neuen Fenster) hat den Jahresbericht des saudi-arabischen Public Investment Fund analysiert, der Anfang August veröffentlicht wurde. Darin nimmt das geplante Megaprojekt Neom, zu dem die verglaste und 170 km lange Stadt The Line, ein Wintersportressort, Yachthäfen und künstliche Inseln gehören, einen größeren Teil ein.

Im Grunde stecken sämtliche Bauvorhaben in einer frühen Entwicklungsphase, teils in ersten Bauphasen fest. Die dort geplanten asiatischen Winterspiele im Jahr 2029 wurden bereits im letzten Jahr abgesagt. Von The Line wurden lediglich ein paar wenige Fundamente fertiggestellt.

Nach einem Wechsel in der Führung des Projekts sollen dem Jahresbericht nach zukünftig wirtschaftliche Vernunft und kommerzielle Nachhaltigkeit die weitere Entwicklung bestimmen. Konkret will man sich auf neue Schwerpunkte konzentrieren, die künstliche Intelligenz, Logistik und erneuerbare Energien umfassen.

Erst Rechenzentren, dann ein Ort zum Leben

Während der Investmentfonds durchweg positive Zahlen präsentierte – von einem höheren Umsatz bis zu einer Verdopplung des Nettogewinns – bleiben die internationalen Investitionen mit einem Anteil von weniger als 25 Prozent hinter den Erwartungen zurück.

Ändern sollte dies eigentlich Neom. Von den zu investierenden 1.000 Milliarden US-Dollar hätte der Großteil aus dem Ausland stammen sollen. Weil dies nicht gelang und im Jahresbericht sogar die Rede davon ist, dass das Projekt die Glaubwürdigkeit Saudi-Arabien beschädigt haben könnte, sollen nun Rechenzentren dort entstehen, wo The Line gebaut werden sollte. Infrastruktur wie Straßen und Stromversorgung mit Windkraft und Photovoltaik seien schließlich in geringem Maße bereits vorhanden.

Diese KI-Rechenzentren sollen ebenfalls zu Neom gehören und mutmaßlich mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Saudi-Arabien investiert schon länger in weitläufige Photovoltaikfelder und will parallel zum Wasserstoffproduzenten werden.

Auch auf Atomkraft will das Land zukünftig setzen. Dafür wurde ein Abkommen mit den USA(öffnet im neuen Fenster) zur zivilen Nutzung der Kernspaltung abgeschlossen.

Statt Skiresort, Jachthafen und autarker Stadt ohne Emissionen sollen jetzt also KI-Rechenzentren ausländische Investoren anlocken und billige Energie soll es richten.


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