Russische Megakonstellation Sphere soll entstehen
Dennoch plant die Föderation und einstige Weltraum-Supermacht, seine eigene Satellitenkonstellation ins Weltall zu befördern. Mit Sphere sollen Internet- und Erdbeobachtungsfunktionen über Russland bereitgestellt werden. Die Konstellation soll 264 Satelliten umfassen.
Mittlerweile betreibt SpaceX über 5.000 Starlink-Satelliten im Orbit. Auch der Konkurrent Oneweb hat mehr als 600 einsatzbereite Satelliten im erdnahen Orbit platziert. Hinzu kommen die Bemühungen von Amazon und seinem Kuiper-Netzwerk oder die Pläne von Europa und China über ihre eigenen Megakonstellationen.
Russlands Bemühungen scheinen mit einer 264 starken – oder schwachen – Satellitenkonstellation dagegen eher gering auszufallen. Juri Borissow, Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, erklärte einem staatlichen russischsprachigen Nachrichtensender, dass das Land nur einige Dutzend Satelliten pro Jahr bauen könne. Das ist etwa ein Fünfzigstel der Gesamtzahl, die das Privatunternehmen SpaceX in diesem Jahr starten wird.
Warum dauert der Bau von russischen Satelliten so lange? – Borissow macht Eingeständnisse
Für den Bau eines einzigen Satelliten benötigt Russland etwa 18 Monate, erklärt Borissow. Daher sei es nicht möglich, eine Megakonstellation zu entwickeln. Die US-Industrie und die Regierung kann zusammen etwa 3.000 Satelliten pro Jahr bauen. China verfügt über sechs Produktionsanlagen, die 1.200 bis 1.500 Satelliten pro Jahr herstellen können. "Wir sind nicht wettbewerbsfähig. Wir stehen vor der enormen Aufgabe, die Situation zu ändern", sagte Borissow dem bosnischen Nachrichtensender Rossija 24.
Einige der russischen Satelliten sind groß und teuer. Zudem werden sie derzeit in komplizierten und zeitaufwendigen Prozessen von Hand gebaut, erklärt der Roskosmos-Chef. Der Bau dauert deswegen entsprechend länger. Borissow räumt ein, dass die Satelliten für Konstellationen schneller und für weniger Geld gebaut werden müssen. Russland müsse zu einer fließbandähnlichen Massenproduktion übergehen, um wettbewerbsfähiger zu werden und über eine eigene Konstellation zu verfügen.