• IT-Karriere:
  • Services:

Meeresverschmutzung: The Ocean Cleanup sammelt keinen Plastikmüll im Pazifik

Viele haben das Projekt belächelt oder als Unsinn abgetan. Die Kritiker von The Ocean Cleanup könnten Recht behalten: Das System, das Plastikmüll im Pazifik sammeln soll, funktioniert nicht wie geplant. Initiator Boyan Slat hält das Problem für lösbar.

Artikel veröffentlicht am ,
System 001: Schadet die Müllsammelanlage der Meeresfauna?
System 001: Schadet die Müllsammelanlage der Meeresfauna? (Bild: The Ocean Cleanup)

Das Aufräumen der Ozeane funktioniert nicht so, wie Boyan Slat sich das vorgestellt hat: Zwei Monate nach dem Start hat das Müllauffangsystem des niederländischen Projekts The Ocean Cleanup kein Plastik aus dem Meer gefischt. Die Gründe sind noch nicht klar.

Stellenmarkt
  1. SOG Business-Software GmbH, Hamburg
  2. Eckert & Ziegler Radiopharma GmbH, Braunschweig

Im September hatte The Ocean Cleanup das System 001 von San Francisco aus auf den Pazifik, in den Nordpazifikwirbel, geschleppt. System 001 ist ein etwa 600 Meter langer U-förmiger Schwimmkörper, an dem ein drei Meter ins Wasser reichender Vorhang aufgehängt ist. Dort hinein sollte die Strömung den Plastikmüll treiben, der im Meer schwimmt. Die Teile sollten sich in dem U sammeln und schließlich von einem Schiff eingesammelt und abtransportiert werden.

Soweit die Theorie. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass das Plastik zwar in dem U gesammelt wird, dieses dann aber auch wieder verlässt, wie Ocean-Cleaup-Gründer Slat schreibt. Ein solches Szenario war in den Simulationen am Rechner und in Tests nicht aufgetreten.

Das Problem löste Schadenfreude bei vielen Kritikern aus, die die Idee des jungen Niederländers für undurchführbar halten. Das meiste an seinem Konzept habe bislang funktioniert, twitterte Slat vor einigen Tagen, auch das Mülleinfangen. Das Problem komme mutmaßlich daher, dass sich die ganze Anlage nicht schnell genug bewege. "Das ist behebbar."

Als mögliche Lösung wollen die Niederländer die U-förmige Öffnung um 60 bis 70 Meter verbreitern. Dadurch soll die Fläche, die Wind und Wellen ausgesetzt ist, vergrößert werden, wodurch sie sich schneller bewegt. Außerdem soll das die Bewegungen an den Enden des U beruhigen. Die Bewegungen könnten das System bremsen, vermutet das Team. Es könnte aber auch sein, dass sie ein Wellenfeld erzeugen, das das Plastik aus dem U wieder hinaustreibt. Beide möglichen Ursachen sollen durch eine Vergrößerung der Öffnung behoben werden.

Das System 001 ist passiv. Seine Form unter Wasser sorgt dafür, dass der Schlauch eine U-Form annimmt. Auf dem Schlauch sind mehrere Plattformen angebracht. Darauf sind Lampen und verschiedene Sensoren montiert, darunter GPS, um das System zu orten, sowie solche, die den Zustand des Schlauchs und des Vorhangs erfassen. Die Sensoren kommunizieren untereinander per WLAN und per Satellit mit dem Land. Das Automatische Identifikationssystem (AIS) sowie Radarreflektoren machen Schiffe auf die Struktur im Wasser aufmerksam.

Slat will den Großen Pazifischen Müllfleck aufräumen

Slat hatte bereits als 20-jähiger die Idee für den ozeanischen Müllsammler. Er wurde belächelt, erhielt aber auch weltweit Unterstützung. 2016 wurde ein Prototyp in der Nordsee ausgesetzt. Auch das System 001 ist noch ein Testsystem. 2020 will The Ocean Cleanup mit dem System 002 anfangen, den Great Pacific Garbage Patch, den Großen Pazifischen Müllfleck, aufzuräumen, eine riesige Müllansammlung im Nordpazifikwirbel.

Die Plastikteile stellen eine Gefahr für die Meeresbewohner dar: Diese können verenden, wenn sie die Teile verschlucken. Zudem können im Wasser freigesetzte Stoffe die Geschlechterverteilung in der Population verändern, was zu Fortpflanzungsproblemen führen kann. Der Müll kann aber auch den Menschen schädigen, wenn er Meerestiere isst, die giftige Chemikalien aus dem Müll aufgenommen haben.

Die Niederländer planen, bis zu 60 weitere Auffangsysteme für Plastikmüll in den Weltmeeren zu installieren. Ziel ist, 90 Prozent des Plastikmülls bis zum Jahr 2040 aus den Ozeanen zu fischen. Einige Meeresforscher bezweifeln jedoch, dass das Projekt Erfolg haben wird, und befürchten - entgegen den Beteuerungen von Ocean Cleanup - negative Auswirkungen auf die marine Fauna.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 114,99€
  2. (u. a. The Last of Us: Part 2 + Doom Eternal für 73,10€, Thrustmaster eSwap Pro Controller PS4...
  3. (u. a. Trolls World Tour (4K UHD) für 19,99€, Distburbing The Peace (Blu-ray) für 14,03€, Der...
  4. (u. a. Resident Evil 3 (2020) für 24,99€, Detroit: Become Human - Epic Games Store Key für 27...

gadthrawn 07. Jan 2019

Momentan hat sich ja rausgestellt ja auch teilweise zu schnell - aussen beginnt es...

plutoniumsulfat 20. Dez 2018

Naja, mit Abstand? Nur wenn du die Posten zusammenrechnest. Ansonsten verbrauchen...

hsb 19. Dez 2018

Ah, danke!

plutoniumsulfat 19. Dez 2018

Geschirr? Naja, klar spart das Arbeitskraft, aber eben auf Kosten der Umwelt. Würde...

Gtifighter 19. Dez 2018

Ebenso fehlgeleitet ist es auf der anderen Seite hingegen, irgendwelche fantasie-science...


Folgen Sie uns
       


Watch Dogs Legion angespielt

Mit Legion bekommt die Serie Watch Dogs eine dritte Chance von Ubisoft. Schauplatz ist London nach dem Brexit, eine korrupte Regierung und Banden unterdrücken die Bevölkerung, die sich allerdings wehrt. Wichtigste Neuerung gegenüber den Vorgängern: Spieler können Passanten für den Widerstand rekrutieren.

Watch Dogs Legion angespielt Video aufrufen
Programmiersprache Go: Schlanke Syntax, schneller Compiler
Programmiersprache Go
Schlanke Syntax, schneller Compiler

Die objektorientierte Programmiersprache Go eignet sich vor allem zum Schreiben von Netzwerk- und Cloud-Diensten.
Von Tim Schürmann


    8Sense im Test: Vibration am Kragen gegen Schmerzen im Rücken
    8Sense im Test
    Vibration am Kragen gegen Schmerzen im Rücken

    Das Startup 8Sense will mit einem Ansteckclip einer Bürokrankheit entgegenwirken: Rückenschmerzen. Das funktioniert - aber nicht immer.
    Ein Test von Oliver Nickel

    1. Rufus Cuff Handgelenk-Smartphone soll doch noch erscheinen
    2. Fitnesstracker im Test Aldi sportlich abgeschlagen hinter Honor und Mi Band 4

    Indiegames-Rundschau: Stadtbaukasten trifft Tentakelmonster
    Indiegames-Rundschau
    Stadtbaukasten trifft Tentakelmonster

    Traumstädte bauen in Townscaper, Menschen fressen in Carrion und Bilderbuchgrusel in Creaks: Die neuen Indiegames bieten viel Abwechslung.
    Von Rainer Sigl

    1. Indiegames-Rundschau Licht aus, Horror an
    2. Indiegames-Neuheiten Der Saturnmond als galaktische Baustelle
    3. Indiegames-Rundschau Dunkle Seelen im Heavy-Metal-Rausch

      •  /