Meeresschutz: The Ocean Cleanup bringt erstmals Plastikmüll an Land

Das niederländische Projekt The Ocean Cleanup hat erstmals sein Müllsammelsystem auf hoher See geleert und das darin gefangene Plastik an Land gebracht. Daraus sollen nachhaltige Produkte hergestellt werden, deren Verkauf das Müllsammeln weiter finanzieren soll.

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Plastikmüll aus dem Pazifik: Bau des System 002 wird vorbereitet.
Plastikmüll aus dem Pazifik: Bau des System 002 wird vorbereitet. (Bild: The Ocean Cleanup)

Das erste Plastik ist aus dem Meer gefischt: Das Projekt The Ocean Cleanup hat 60 große Säcke mit Plastik an Land gebracht. Den Müll sammelte das von den Niederländern entwickelte Auffangsystem aus dem Pazifik.

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Im Oktober hatte The Ocean Cleanup bekanntgegeben, dass das System 001/B wie geplant funktioniere. Das System 001 musste überarbeitet werden, weil das Plastik sich zwar darin sammelte, dann aber wieder hinausschwamm. Der weiterentwickelte Müllsammler war im Juni zum Testen in den Pazifik geschleppt worden.

Im System 001/B fand sich Müll in allen Größen: von riesigen Netzen, die den großen kommerziellen Fischereischiffen verloren gehen, über Hausmüll wie Autoreifen oder Plastikflaschen bis zu Teilen von einem Millimeter Größe. Das Plastik solle weiterverwertet werden, kündigte Gründer Boyant Slant bei der Präsentation des gesammelten Mülls in Vancouver in der westkanadischen Provinz British Columbia an. Daraus sollten nachhaltige Produkte geschaffen werden.

Es sei von Anfang geplant gewesen, aus dem gesammelten Plastik eine Wertschöpfungskette aufzubauen. Ziel sei es, das Aufräumen der Ozeane auf diese Weise weiter zu finanzieren, teilte das Projekt mit. Was das erste Produkt sein wird, ist nicht bekannt. Wohl aber der Preis: 50 US-Dollar oder 50 Euro wird es kosten.

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The Ocean Cleanup lässt seinen Kunststoff zudem von der Klassifikationsgesellschaft DNV GL als Ozeanplastik klassifizieren. Derzeit sei es nicht nachvollziehbar, ob ein Produkt, das sich so nenne, tatsächlich aus Ozeanplastik hergestellt sei, hieß es. DNV GL habe in den vergangenen 1,5 Jahren einen Standard entwickelt, der Rückverfolgung so gut es gehe ermögliche.

Nachdem das System 001/B im Kleinen zeigte, dass das Konzept funktioniert, will The Ocean Cleanup das System 002 bauen. Es soll deutlich größer werden und Plastikmüll aus dem Great Pacific Garbage Patch, einer riesigen Müllansammlung im Nordpazifikwirbel, entfernen.

The Ocean Cleanup wurde von dem Niederländer Boyan Slat gegründet. Slat hatte bereits als 20-Jähriger die Idee für das passive Müllsammelsystem. Es besteht aus einem 600 Meter langen U-förmigen Schwimmkörper, an dem ein drei Meter ins Wasser reichender Vorhang aufgehängt ist. Die Strömung soll den Plastikmüll in das U treiben. Die Teile sammeln sich darin und werden später von einem Schiff eingesammelt und abtransportiert.

Plastikteile stellen eine Gefahr für die Meeresbewohner dar: In den Netzen verheddern sich Meeresbewohner, darunter auch Delfine und Wale, und verenden. Verschlucken sie die Teile, können sie daran sterben. Zudem können im Wasser freigesetzte Stoffe die Geschlechterverteilung in der Population verändern, was zu Fortpflanzungsproblemen führen kann. Der Müll kann aber auch für Menschen gefährlich werden, wenn sie Meerestiere essen, die giftige Chemikalien aus dem Müll aufgenommen haben.

The Ocean Cleanup will in den kommenden zwei Jahrzehnten 90 Prozent des Plastikmülls aus den Ozeanen fischen. Einige Meeresforscher bezweifeln jedoch, dass das Projekt Erfolg haben werde und befürchten - entgegen den Äußerungen von Ocean Cleanup - negative Auswirkungen auf die marine Fauna.

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