Meeresforschung: Taucheranzug für große Tiefen
Einen besonderen Taucheranzug stellt derzeit das American Museum of Natural History(öffnet im neuen Fenster) in New York City aus: Er soll ein viel tieferes Abtauchen ermöglichen als herkömmliche Ausrüstung. Der erste Einsatz ist für den Sommer vorgesehen.
Das Exosuit Atmospheric Diving System (ADS)(öffnet im neuen Fenster) ist gut 2 Meter groß und wiegt 240 Kilogramm. Der Anzug besteht aus Aluminium und ist stabil genug, um einen Taucher vor dem Druck in 305 Metern Tiefe zu schützen. Der Wasserdruck dort ist etwa um das 30-Fache höher als an der Oberfläche.
Taucheranzug mit Schubdüsen
Der Anzug hat 18 Gelenke, um dem Träger genug Bewegungsfreiheit für seine Aufgaben unter Wasser zu erlauben. Er hat einen eigenen Antrieb in Form von vier Schubdüsen, die eine Leistung von je 1,6 PS haben. Am Ende der Arme sitzen Greifer, mit denen der Taucher beispielsweise Proben nehmen kann.
Der Anzug ist über eine Glasfaserleitung mit dem Versorgungsschiff verbunden, über die Videolivebilder zur Oberfläche übertragen werden. Außerdem werden damit Druck und Sauerstoffgehalt überwacht. Das Sauerstoffsystem reicht für mehrere Stunden lange Tauchgänge.
Besuch bei leuchtenden Fischen
Der Anzug ist ein Einzelstück, mit dem für die Meeresforschung Lebewesen studiert werden sollen, die sonst nur schwer zu erforschen sind. Meeresbewohner aus Regionen dieser Tiefe wurden bisher für wissenschaftliche Untersuchungen gefangen und an die Oberfläche geholt. Der Exosuit ermöglicht es Wissenschaftlern, bis in deren Lebensraum hinabzusteigen und sie vor Ort zu beobachten. Dazu gehören unter anderem biolumineszente Fische und Wirbellose.
Der erste Einsatz des Tauchanzuges ist im Rahmen der Stephen-J.-Barlow-Bluewater-Expedition im Juli dieses Jahres geplant. Ein Taucher wird zusammen mit einem mit Kameras ausgerüsteten, unbemannten Tauchfahrzeug, dem Deep-Reef-ROV(öffnet im neuen Fenster) , hinabsteigen und das marine Leben vor der Küste Neuenglands studieren.
Die Ausstellung in dem New Yorker Museum ist noch bis zum 5. März zu sehen.



