• IT-Karriere:
  • Services:

Medizinsoftware: Forscher finden "rassistische Vorurteile" in Algorithmus

Ein in den USA gebräuchlicher Algorithmus stuft Patientenbedürfnisse nach den Arztrechnungen ein. Aufgrund der sozialen Verhältnisse im Land führt das zu einer Bevorzugung weißer Patienten bei der Behandlung. Eine Änderung des Algorithmus ist möglich, die Forscher halten sie ohne gesetzlichen Zwang aber nicht für wahrscheinlich

Artikel veröffentlicht am ,
Algorithmen werden schnell tendenziös.
Algorithmen werden schnell tendenziös. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de/CC0 1.0)

In den USA wird in der Medizin Software eingesetzt, die Ärzte, Krankenpfleger und medizinische Ressourcen Patienten in Not zuteilt. Im Ergebnis werden offenbar weiße Patienten schwarzen Patienten bei der Behandlung vorgezogen, da sie einen höheren Risikofaktor zugewiesen bekommen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Gesundheitsforschers Ziad Obermeyer von der University of California, veröffentlicht in der Publikation Science. Die Forscher sprechen von "rassistischen Vorurteilen" der Algorithmen.

Stellenmarkt
  1. ING-DiBa AG, Frankfurt
  2. Institut für angewandte Gesundheitsforschung Berlin, Berlin

Der untersuchte Algorithmus bewertet die Bedürfnisse der Patienten offenbar nach den Ausgaben, die sie bereits für medizinische Behandlungen getätigt haben. Er hat dabei Zugriff auf frühere Arztrechnungen, Behandlungen und andere gesundheitliche Einträge. 200 Millionen Amerikaner werden laut Science mit einem solchen System bewertet.

Gesellschaftlicher Stand ist ein Grund für die Ungleichheit

Das Problem liegt darin in den unterschiedlichen sozialen Verhältnissen: Schwarze US-Bürger geben durchschnittlich wesentlich weniger Geld für Gesundheitsvorsorge und medizinische Behandlung aus. Oftmals leben sie weiter von Krankenhäusern entfernt, haben striktere Berufswochenpläne oder Familienverpflichtungen. Deshalb gehen sie offenbar seltener zum Arzt und leiden daher öfter an chronischen Krankheiten. Die Software schließt allerdings aus den geringen Ausgaben, dass es den betroffenen Menschen gut geht und sie gesund sind. Entsprechend erhalten sie einen niedrigeren Risikofaktor.

Obermeyer ist sich sicher, dass sich dieses Verhalten auf alle Scoring-Algorithmen in der Medizin übertragen lässt. "Das ist ein industrieweiter systematischer Fehler", sagt er. Sein Team habe dabei durch einige Veränderungen der Bewertungskriterien weniger tendenziöse Ergebnisse erhalten. Die ethnische Bevorteilung sei um 84 Prozent reduziert geworden, so dass statt 17,7 Prozent aller untersuchten und bedürftigen Afroamerikaner zumindest 46,5 Prozent eine besondere Behandlung erhalten haben.

Die Soziologin Ruha Benjamin meint allerdings, dass die Industrie solche Änderungen nur vornehmen werde, wenn Gesetze und Vorschriften vom Staat dazu geschaffen werden. Ein Großteil der technologischen Entwicklungen setzten Geschwindigkeit und Profit vor das Gemeinwohl. Das müsse sich ändern.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 8€
  2. (u. a. The Crew 2 für 8,49€, Doom Eternal für 21,99€, Two Point Hospital für 8,29€, The...
  3. (u. a. Terminator: Dark Fate, Jumanji: The Next Level (auch in 4K), 21 Bridges, Cats (auch in 4K...
  4. (aktuell u. a. Tropico 6 für 23,99€, Human: Fall Flat für 4,99€, Dragon's Dogma: Dark Arisen...

janoP 29. Okt 2019

Einen Algorithmus für irgendetwas einzusetzen, ist niemalsnie objektiv. Zu...

janoP 29. Okt 2019

Du scheinst dich eher wenig mit der Demografie Nordamerikas auszukennen. Tatsächlich...

Aki-San 28. Okt 2019

Das CP dieses Kommentars nimmt diesen wirklich die Ausdruckskraft und sieht erneut eher...

Aki-San 28. Okt 2019

Also wenn ich eine wissenschaftliche Arbeit so abgeben würde, würde die nicht einmal...


Folgen Sie uns
       


The Last of Us 2 - Fazit

Überleben in der Postapokalypse: Im Actionspiel The Last of Us 2 erkunden wir mit der jungen Frau Ellie unter anderem die Stadt Seattle - und sinnen auf Rache für einen Mord.

The Last of Us 2 - Fazit Video aufrufen
Ryzen Pro 4750G/4650G im Test: Die mit Abstand besten Desktop-APUs
Ryzen Pro 4750G/4650G im Test
Die mit Abstand besten Desktop-APUs

Acht CPU-Kerne und flotte integrierte Grafik: AMDs Renoir verbindet Zen und Vega überzeugend in einem Chip.
Ein Test von Marc Sauter

  1. AMD Ryzen Threadripper Pro unterstützen 2 TByte RAM
  2. Ryzen 3000XT im Test Schneller dank Xtra Transistoren
  3. Ryzen 4000 (Vermeer) "Zen 3 erscheint wie geplant 2020"

Mars 2020: Was ist neu am Marsrover Perseverance?
Mars 2020
Was ist neu am Marsrover Perseverance?

Er hat 2,5 Milliarden US-Dollar gekostet und sieht genauso aus wie Curiosity. Einiges ist dennoch neu, manches auch nur Spielzeug.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer


    Campus Networks: Wenn das 5G-Netz nicht jeden reinlässt
    Campus Networks
    Wenn das 5G-Netz nicht jeden reinlässt

    Über private 4G- und 5G-Netze gibt es meist nur Buzzwords. Wir wollten von einer Telekom-Expertin wissen, was die Campusnetze wirklich können und was noch nicht.
    Von Achim Sawall

    1. Funkstrahlung Bürgermeister in Oberbayern greifen 5G der Telekom an
    2. IRT Öffentlich-rechtlicher Rundfunk schließt Forschungszentrum
    3. Deutsche Telekom 5G im UMTS-Spektrum für die Hälfte der Bevölkerung

      •  /