Abo
  • Services:

Medienstaatsvertrag: Streamer dürfen Games künftig ohne Rundfunklizenz übertragen

Gronkh und andere Let's Player benötigen künftig möglicherweise keine Rundfunklizenz - jedenfalls steht das so in der ersten Version des neuen Medienstaatsvertrags, dessen erste Version für engagierte Bürger zur Beteiligung online ist.

Artikel veröffentlicht am ,
Streamer auf einer Messe am Stand von Youtube Gaming
Streamer auf einer Messe am Stand von Youtube Gaming (Bild: Mark Ralston/AFP/Getty Images)

Die Rundfunkkommission der Länder hat ihren ersten Entwurf für einen neuen Medienstaatsvertrag im Netz veröffentlicht. Besonders interessant aus Sicht von Streamern und ihrem Publikum ist ein neuer Punkt namens Bagatellrundfunk. Damit sind Beiträge gemeint, die etwa wegen ihrer "geringen journalistisch-redaktionellen Gestaltung" keine besondere Bedeutung für die öffentliche Meinungsbildung haben.

Stellenmarkt
  1. trinamiX GmbH, Ludwigshafen
  2. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden

Gleichzeitig meint der Begriff ausdrücklich Sendungen, die "vorwiegend dem Vorführen und Kommentieren des Spielens eines virtuellen Spiels dienen" - also das, was Kanäle wie Gronkh TV und Piet Smiet TV auf Youtube und anderen Videoplattformen bieten. Deren Betreiber hatten Mitte 2017 einige Probleme mit den Medienanstalten, weil sie die für einige Formate nötige Sendelizenz eben nicht hatten; Gronkh verfügt inzwischen über eine Rundfunklizenz.

Der Entwurf des Medienstaatsvertrags führt weitere Fälle auf, in denen das Anbieten von Programmen im Netz auch ohne Lizenz zulässig ist. Befreit sind laut dem Text etwa Sendungen, die weniger als 5.000 Nutzern zum gleichzeitigen Empfang angeboten werden und solche, die "regelmäßig im Monatsdurchschnitt weniger als 20.000 Zuschauer erreichen".

Interessierte Bürger und Medienschaffende sind nun eingeladen, bis zum 26. August 2018 durch Kritik, weitere Ideen oder sonstige Hinweise den Staatsvertrag zu verbessern. Die vorliegende Fassung bietet dafür auch unter dem Stichpunkt Bagatellrundfunk noch einiges an Potenzial.

So ist unter anderem unklar, ob nur für das "Vorführen und Kommentieren" eines Spiels keine Sendelizenz nötig ist oder ob das auch für andere typische Inhalte von Streamern gilt - etwa für einen in die Kamera gesprochenen Kommentar oder Diskussionen mit dem Publikum über andere Themen.

Auch die Sache mit der "geringen journalistisch-redaktionellen Gestaltung" wirkt noch sehr vage. Es ist unklar, ob damit etwa die höchst erfolgreichen Streaming-Angebote aus dem Kosmetikbereich und Ähnliches gemeint sind.

Der Entwurf nimmt auch die Videoplattformen in die Pflicht. Gemeint sind Youtube oder Twitch, die in dem Text als Medienintermediäre bezeichnet werden. Sie sollen Ansprechpartner benennen und müssen die "Funktionsweise der eingesetzten Algorithmen in verständlicher Sprache" erklären. Außerdem sollen sie verpflichtet werden, die Angebote nicht ohne Grund unterschiedlich zu behandeln.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€

Akaruso 26. Jul 2018

Nennen wir es mal Nutzung wie oben quineloe vorgeschlagen hat. Generell (nicht nur im...

Akaruso 26. Jul 2018

Wenn "die" - wer das auch immer sein Mag - wirklich alles kontrollieren würden, dann...

bobble10 25. Jul 2018

Deine Aussage gab mir zum Anstoß, mich mit der Rundfunklizenz näher zu befassen. Dabei...

Die Heilige... 25. Jul 2018

Danke für diesen aufschlussreichen Meinungsbeitrag!


Folgen Sie uns
       


Geforce RTX 2070 - Test

Wir haben uns zwei Geforce RTX 2070, eine von Asus und eine von MSI, angeschaut. Beide basieren auf einem TU106-Chip mit 2.304 Shader-Einheiten und einem 256-Bit-Interface mit GByte GDDR6-Speicher. Das Asus-Modell hat mehr Takt und ein höhere Power-Target sowie eine leicht bessere Ausstattung, die MSI-Karte ist mit 520 Euro statt 700 Euro aber günstiger. Beide Geforce RTX 2070 schlagen die Geforce GTX 1080 und Radeon RX Vega 64.

Geforce RTX 2070 - Test Video aufrufen
Yuneec H520: 3D-Modell aus der Drohne
Yuneec H520
3D-Modell aus der Drohne

Multikopter werden zunehmend auch kommerziell verwendet. Vor allem machen die Drohnen Luftbilder und Inspektionsflüge und vermessen. Wir haben in der Praxis getestet, wie gut das mit dem Yuneec H520 funktioniert.
Von Dirk Koller


    Autonome Schiffe: Und abends geht der Kapitän nach Hause
    Autonome Schiffe
    Und abends geht der Kapitän nach Hause

    Weite Reisen in ferne Länder, eine Braut in jedem Hafen: Klischees über die Seefahrt täuschen darüber hinweg, dass diese ein Knochenjob ist. Doch in wenigen Jahren werden Schiffe ohne Besatzung fahren, überwacht von Steuerleuten, die nach dem Dienst zur Familie zurückkehren. Daran arbeitet etwa Rolls Royce.
    Ein Bericht von Werner Pluta

    1. Elektromobilität San Francisco soll ein Brennstoffzellenschiff bekommen
    2. Yara Birkeland Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
    3. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen

    IT: Frauen, die programmieren und Bier trinken
    IT
    Frauen, die programmieren und Bier trinken

    Fest angestellte Informatiker sind oft froh, nach Feierabend nicht schon wieder in ein Get-together zu müssen. Doch was ist, wenn man kein Team hat und sich selbst Programmieren beibringt? Women Who Code veranstaltet Programmierabende für Frauen, denen es so geht. Golem.de war dort.
    Von Maja Hoock

    1. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix
    2. Job-Porträt Cyber-Detektiv "Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen"
    3. Bundesagentur für Arbeit Ausbildungsplätze in der Informatik sind knapp

      •  /