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Medien: Presserat lehnt Kennzeichnungspflicht für KI-Texte ab

Der Deutsche Journalisten-Verband stellt sich gegen den Presserat und verlangt eine klare Kennzeichnungspflicht von KI-Texten.
/ Ingo Pakalski und dpa
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In der Medienbranche wird über die Kennzeichnung von KI-Texten debattiert. (Bild: Unsplash)
In der Medienbranche wird über die Kennzeichnung von KI-Texten debattiert. Bild: Unsplash

Der Deutsche Presserat spricht sich in der aktuellen Diskussion um künstliche Intelligenz in den Medien gegen eine generelle Kennzeichnungspflicht aus. Redaktionen müssten immer sicherstellen, dass sie den Pressekodex einhalten. Das gelte vornehmlich im Hinblick auf die Sorgfalt, sagte der Sprecher des Presserats, Moritz Döbler, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

"Dabei ist zunächst mal unerheblich, wie viel Anteil die KI an der Erstellung eines Textes hatte." Der Pressekodex verlangt keine Kennzeichnung für Texte oder Textbausteine, die mithilfe von KI erstellt wurden. Am Ende sei entscheidend, dass die Redaktion die Pflichten erfülle, die der Pressekodex ihr auferlege, so Döbler.

Auf die Frage, ob er eine grundsätzliche Kennzeichnungspflicht für KI befürworte, verneinte Döbler, der Chefredakteur der Rheinischen Post ist. "Es ist sehr schwer zu definieren, ab wann ein Text ganz oder überwiegend KI-generiert ist", sagte er. "Als Presserat haben wir nicht darüber zu befinden, welche Technologie eingesetzt wird."

Deutscher Journalisten-Verband fordert Kennzeichnungspflicht

Vergangene Woche hatte der Tagesspiegel bekanntgegeben, dass der ehemalige Herausgeber und Chefredakteur des Mediums, Stephan-Andreas Casdorff, vorerst nichts mehr für das Medium schreiben darf. Er habe Meinungstexte durch eine KI verfassen lassen, teilte der Tagesspiegel mit.

Casdorff selbst bat laut der Mitteilung um Entschuldigung. "Für die Texte habe ich KI genutzt. Das hätte ich kenntlich machen müssen und sie deswegen nicht publizieren dürfen."

Der Deutsche Journalisten-Verband hingegen fordert die Erweiterung des Pressekodex um eine Kennzeichnungspflicht. "Die aktuelle Diskussion um künstliche Intelligenz in journalistischen Texten zeigt, dass die Glaubwürdigkeit des Journalismus auf dem Spiel steht", sagte der Bundesvorsitzende Mika Beuster(öffnet im neuen Fenster). Der DJV werde im Presserat weiter für die Zustimmung zur KI-Kennzeichnungspflicht werben.


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