Mediatek-Investment: Nvidia will an KI-Hardware der Konkurrenz mitverdienen
NVLink, die leistungsfähige Schnittstelle zur Verbindung mehrerer Chips, war lange ein wichtiges Standbein von Nvidias Dominanz im KI- und HPC-Bereich. Im Mai 2025 gab der Konzern aber bekannt, NVLink künftig auch für Chips anderer Hersteller anzubieten. Um die Vermarktung zu fördern, hat Nvidia nun 3,5 Milliarden US-Dollar in Wandelanleihen(öffnet im neuen Fenster) von Mediatek investiert(öffnet im neuen Fenster). Der Halbleiterentwickler wird dafür künftig ein breites Portfolio an NVLink-Lösungen für kundenspezifische Chips (Custom ASICs) anbieten.
Mit NVLink C2C, das zur Verbindung von Chiplets genutzt wird, hat Mediatek bereits Erfahrung: Die Schnittstelle wird bei den in Kooperation entwickelten Systems-on-Chip GB10 für KI-Desktop-PCs und N1(X) alias RTX Spark für Gaming-Notebooks genutzt. Sie verbindet das Nvidia-GPU-Chiplet mit dem von Mediatek entwickelten CPU-Chiplet.
Neben den Funktionsblöcken (IP-Cores) für NVLink will Nvidia auch externe Chips vermarkten. Explizit erwähnt werden Silicon-Photonics-Chiplets im Kontext des Scale-up-Netzwerks sowie der NVHBM genannte Stapelspeicher mit eigenem Base Die. Als erster Kunde steht bereits Amazon fest(öffnet im neuen Fenster), das nicht nur zwei Millionen Nvidia-GPUs kaufen, sondern auch NVLink und NVHBM in einem seiner künftigen eigenen Chips nutzen wird.
Nvidia verdient, auch ohne eigene Hardware zu verkaufen
Mediatek ist neben Broadcom der wichtigste Dienstleister beim Entwurf von KI-Beschleunigern. Bekannteste Beispiele sind Googles TPUs, an der Entwicklung einiger Modelle ist Mediatek beteiligt.
Die Nvidia-Investition soll Mediatek dabei helfen, seinen Marktanteil bei der Entwicklung von Custom-Asics (Application-Specific Integrated Circuit) auszubauen. Sie ist Teil eines größeren Anleihenverkaufs, bei dem Mediatek insgesamt 3,9 Milliarden US-Dollar einnahm, wie das Unternehmen etwa bei X schreibt(öffnet im neuen Fenster). Neben Nvidia wird noch Alphabet, der Mutterkonzern von Google, als Investor erwähnt. Dessen Investitionsvolumen wird zwar nicht genannt, fällt aber rein rechnerisch wesentlich niedriger aus.
Der Trend zu eigener KI-Hardware ist für Nvidia unerfreulich. Denn die Eigenentwicklungen der Hyperscaler sind für diese trotz der hohen Investitionen günstiger als Nvidias GPUs. Im Moment ist die Nachfrage zwar ungebrochen hoch, doch der Aufwand für Entwicklung und Betrieb eigener Hardware sinkt, was Nvidias Hauptverkaufsargument zunehmend angreift. Der Konzern versucht daher, an der Konkurrenz-Hardware wenigstens mitzuverdienen. Bereits im März 2026 war Nvidia mit dem gleichen Hintergrund bei Marvell eingestiegen.
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