Abo
  • Services:

Mediacenter-Software: Warum Kodi DRM unterstützen will

Die Macher des freien Mediencenters Kodi wollen künftig auch DRM-Techniken unterstützen. Diese Überlegungen sorgten für einen Shitstorm vieler Nutzer. Doch das Projekt erklärt nun, dass nur so Inhalteanbieter wie Netflix mit Kodi zusammenarbeiten.

Artikel veröffentlicht am ,
Kodi unterstützt künftig eventuell DRM-Inhalte.
Kodi unterstützt künftig eventuell DRM-Inhalte. (Bild: Kodi.tv)

In einem ungewöhnlich harschen Ton und wohl auch aus sehr schlechter Stimmung heraus erklärt das Team des freien Mediencenters Kodi in einem Blogeintrag, warum das Projekt überlegt, künftig DRM-Techniken zu unterstützen. Diese Überlegungen sind seit einiger Zeit öffentlich und sorgen für reichlich Unmut bei Unterstützern der freien Software. Nach einem Artikel des Portals Torrentfreak zu dem Thema hätten einige Nutzer das Projekt zudem heftig beschimpft, berichtet das Kodi-Projekt.

Stellenmarkt
  1. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Braunschweig
  2. T-Systems Multimedia Solutions GmbH, Dresden

Dem will und muss das Entwicklerteam offenbar etwas entgegensetzen und erläutert deshalb seine Pläne. So heißt es: "Kodi ist eine freie, offene, neutrale Software. Kodi wird niemals DRM voraussetzen, noch wird es jemals eine abgeschlossene Software sein". Ebenso stellt das Team klar, dass Kodi wie bisher selbst keine Inhalte anbieten wird und auch künftig weiter jegliche Inhalte der Nutzer abspielen wird. Einschränkungen der Nutzungsweise soll es nicht geben.

Kodi will keine Plattform zur Piraterie sein

In der Vergangenheit ist die Kodi-Software immer wieder mit Urheberrechtsverletzungen in Verbindung gebracht worden ist. Laut den Entwicklern liegt das an "einem Haufen schlecht informierter Idioten, die auf Youtube als Kodi-Experten posieren, sowie schattigen Anbietern, die versuchen, auf unserem Rücken zu schnellem Geld zu kommen und dabei leichtgläubige Menschen ausnutzen".

Hinzu kämen "faule Artikel-Autoren auf mehreren Nachrichten- und Medien-Websites, für die Hörensagen tatsächlich eine glaubwürdige Quelle ist und Clickbait den Lebensunterhalt sichert". Für die Kodi-Macher und -Nutzer bringt diese oft wiederholte Darstellung als Piraterie-Plattform aber erhebliche Nachteile. So hat Amazon die Software im Sommer 2015 etwa mit der Begründung der Piraterie-Unterstützung aus seinem App-Shop geworfen.

DRM als Gegenmaßnahme

Vor allem deshalb versucht das Team bereits seit rund einem Jahr, gegen unseriöse Anbieter vorzugehen. Teil dieser Überlegungen und ein mögliches Mittel, um aus der unterstellten Piraterie-Ecke herauszukommen, ist offenbar auch die Unterstützung von DRM-Techniken. Von der Unterstützung dafür erhofft sich das Team, mit Inhalteanbietern zusammenarbeiten zu können. Als explizites Beispiel nennt Kodi etwa den Videostreamingdienst Netflix.

So unterstütze etwa Android bereits die DRM-Technik zum Abspielen der Inhalte von Netflix. Ähnliches gelte etwa für den Chrome-Browser auf Desktop-Rechnern. Kodi selbst könnte künftig möglicherweise auf die Binär-Blobs zum Entschlüsseln der DRM-Inhalte zugreifen, aber weiterhin selbst das eigentliche Abspielen und die Darstellung übernehmen. Diese Überlegung gelte natürlich auch für weitere Anbieter, die dann mit Hilfe legitimer Kodi-Addons genutzt werden.

Unabhängig davon diskutiere das Kodi-Team auch intern, ob und inwiefern diese Unterstützung zum Abspielen von DRM-geschützten Inhalten ethisch überhaupt vertretbar sei, heißt es. Abgeschlossen seien diese Diskussionen aber noch nicht.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 4,99€
  3. (-55%) 17,99€
  4. 44,99€

ve2000 27. Apr 2017

MxPlayer nutzt höchstwahrscheinlich die pöhsen, proprietären und unfreien internen Blobs...

John2k 26. Apr 2017

Ich hab ein Notebook laufen. Schon immer. Damals hatte ich noch die Windows Media...

Crossfire579 25. Apr 2017

Also bei Prime kann ich an meinem Monitor wo komischerweise kein HDCP erkannt wird...

PiranhA 25. Apr 2017

Es ging hier im speziellen um Kodi auf dem FireTV. Klar, generell macht es andersherum...

kaymvoit 25. Apr 2017

Mir verschließt sich dieser Gedankenschritt auch vollständig.


Folgen Sie uns
       


Anthem - Fazit

Wir ziehen unser Fazit zu Anthem und erklären, was an Biowares Actionrollenspiel gelungen und weniger überzeugend ist.

Anthem - Fazit Video aufrufen
Programmierer: Wenn der Urheber gegen das Urheberrecht verliert
Programmierer
Wenn der Urheber gegen das Urheberrecht verliert

Der nun offiziell beendete GPL-Streit zwischen Linux-Entwickler Christoph Hellwig und VMware zeigt eklatant, wie schwer sich moderne Software-Entwicklung im aktuellen Urheberrecht abbilden lässt. Immerhin wird klarer, wie derartige Klagen künftig gestaltet werden müssen.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Urheberrecht Frag den Staat darf Glyphosat-Gutachten nicht publizieren
  2. Vor der Abstimmung Mehr als 100.000 Menschen demonstrieren gegen Uploadfilter
  3. Uploadfilter SPD setzt auf Streichung von Artikel 13

Batterieherstellung: Kampf um die Zelle
Batterieherstellung
Kampf um die Zelle

Die Fertigung von Batteriezellen ist Chemie und damit nicht die Kernkompetenz deutscher Autohersteller. Sie kaufen Zellen bei Zulieferern aus Asien. Das führt zu Abhängigkeiten, die man vermeiden möchte. Dank Fördergeldern soll in Europa eine Art "Batterie-Airbus" entstehen.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. US CPSC HP muss in den USA nochmals fast 80.000 Akkus zurückrufen
  2. Erneuerbare Energien Shell übernimmt Heimakku-Hersteller Sonnen
  3. Elektromobilität Emmanuel Macron will europäische Akkuzellenfertigung fördern

Linux: Wer sind die Debian-Bewerber?
Linux
Wer sind die Debian-Bewerber?

Nach schleppendem Beginn stellen sich vier Kandidaten als Debian Project Leader zur Wahl. Zwei von ihnen kommen aus dem deutschsprachigen Raum und stellen Golem.de ihre Ziele vor.
Von Fabian A. Scherschel

  1. Betriebssystem Debian-Entwickler tritt wegen veralteter Werkzeuge zurück
  2. Linux Debian-Update verhindert Start auf ARM-Geräten
  3. Apt Bug in Debian-Paketmanager feuert Debatte über HTTPS an

    •  /