Media Player: Windows 10 unterstützt FLAC für verlustfreie Musik

Gabriel Aul, Microsofts Manager für die Technical Previews von Windows 10, hat wieder für eine Überraschung gesorgt: In einem Tweet(öffnet im neuen Fenster) hat er einen Screenshot des Windows Media Players veröffentlicht. Bereits vor kurzem wies er per Twitter auf neue Funktionen des Programms hin, das Bestandteil von Windows 10 sein wird.
Diesmal versucht es Aul mit einem kleinen Ratespiel, das eigentlich keines ist. Die von ihm frei übersetzt geforderten "Adleraugen" braucht man nicht, die Neuerung steht klar lesbar in der ganz rechten Spalte von Auls Media Player. Dort steht als Format FLAC. Der Microsoft-Manager hat seine Kopien von Led Zeppelins Album "IV" also mit dem verlustfreien Audio-Codec gespeichert.

Der " Free Lossless Audio Codec(öffnet im neuen Fenster) " gilt als eines der beliebtesten Formate für Musik, die weniger Platz als WAV-Dateien belegen soll, aber nicht wie bei MP3 oder AAC mit einer verlustbehafteten Komprimierung behandelt wurde. Anders als bei diesen Codecs reduziert FLAC die Dateigröße nur durch arithmetische Analyse, ähnlich wie bei ZIP-Dateien. In einer FLAC-Datei sind sämtliche vor der Komprimierung enthaltenen Informationen eines Musikstücks gespeichert. Wird sie von einer CD erstellt und mit den gleichen Geräten wiedergegeben, klingt eine FLAC-Datei wie das Original.
Zudem unterstützt FLAC hohe Auflösungen wie 24 Bit bei 96 kHz – CDs sind mit 16 Bit, 44,1 kHz codiert – weshalb einige Spezialanbieter für Hires-Audio hochwertige Aufnahmen auch in diesem Format vertreiben. Die Verluste beim Herunterrechnen der Aufnahmen, die im Studio oft auch in noch höheren Auflösungen vorliegen, reduzieren sich bei solchen Formaten. Um das wahrnehmen zu können, braucht man aber ein geschultes Gehör und eine hochwertige Wiedergabekette – die üblichen Plastikboxen vieler PCs profitieren kaum von FLAC.
FLAC ist auch deswegen so beliebt, weil es von der Stiftung Xiph.Org(öffnet im neuen Fenster) als Open Source angeboten wird. Zudem ist der Codec so gestaltet, dass sich vergleichsweise einfach Spezialchips dafür bauen lassen. Auch Neil Youngs portabler FLAC-Player Pono arbeitet mit diesem Format.
Laut Gabriel Aul kann man den Windows Media Player mit dem verlustfreien Codec irgendwann im Jahr 2015 testen. Es ist also recht wahrscheinlich, dass er in einem der nächsten Builds der Technical Preview auftaucht. In welchem das sein wird, hat Aul noch nicht bekanntgegeben.



