Media Markt: Immer mehr Saturn-Märkte verschwinden aus den Innenstädten

Das Filialnetz der Elektronikmarktkette Saturn wird auch nach der Übernahme durch den chinesischen Onlinehändler JD.com schrumpfen. Weitere Standorte sollen schließen und in Media-Markt-Filialen umgewandelt werden. Das bestätigte eine Sprecherin des Mutterkonzerns Ceconomy der Nachrichtenagentur dpa auf Nachfrage. Dennoch möchte man an beiden Marken festhalten.
Die Zahl der Saturn-Märkte sank zuletzt deutlich. Vor einigen Jahren gab es in Deutschland noch etwa 150 Geschäfte, aktuell sind nur noch 53 geöffnet. Die Anzahl der Media-Markt-Filialen wuchs durch die Umfirmierungen auf 351.
Laut Ceconomy wird sich dieser Trend fortsetzen. Ob eine Saturn-Filiale als Media Markt weiterbetrieben wird, hängt der Sprecherin zufolge von umfassenden Umfeld- und Marktanalysen ab. Je nach lokalen Gegebenheiten werde entschieden, welche Marke das beste Kundenerlebnis biete. Wie viele Saturn-Filialen mittelfristig erhalten bleiben, ließ Ceconomy offen.
Zwei wertvolle Marken
Trotz der Umstrukturierung bekennen sich der bisherige Mutterkonzern und der neue Mehrheitseigner klar zu Saturn. "Mit Saturn und Media Markt haben wir zwei wertvolle Marken in Deutschland" , sagte die Ceconomy-Sprecherin. "Wir stehen zu ihnen – und wir werden beide stärken. Wir haben Kunden, die Media Markt lieben, und Kunden, die Saturn lieben."
JD.com erklärte, die bestehende Markenstrategie zu unterstützen. Media Markt und Saturn sollen demnach als eigenständige Marken beibehalten werden.
Mit mehr als 1.000 Geschäften in elf Ländern ist MediaMarktSaturn Europas größter Elektronik-Fachhändler. Im europäischen Ausland gibt es nur noch die Marke Media Markt. Früher waren beide Ketten Konkurrenten: Die erste Saturn-Filiale wurde 1961 in Köln eröffnet, der erste Media Markt 1979 in München. Die Einzelhandelskette übernahm den Wettbewerber Saturn 1990. Einige Jahre später besaß Metro die Mehrheit an beiden Marken.
Ceconomy entstand 2017 als Abspaltung von Metro und führte die Marken weiter, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Für Kunden sind die Unterschiede inzwischen jedoch kaum noch erkennbar. Die Sortimente ähneln sich stark, viele Produkte gibt es sowohl bei Media Markt als auch bei Saturn zu kaufen. Auch Angebote und Werbung gleichen sich.
JD.com: Entscheidung steht noch aus
Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com steht vor der Übernahme von Ceconomy. Bis zum Ende der Annahmefrist Anfang Dezember sicherte sich der Konzern knapp 60 Prozent der Anteile. Das Aktienpaket, das JD.com nun kontrolliert, liegt höher.
Final entschieden ist der Zukauf allerdings bislang nicht. Zwar stimmt das Bundeskartellamt bereits zu, doch stehen noch Genehmigungen des Bundeswirtschaftsministeriums sowie weiterer EU-Staaten aus. Zudem prüft die EU-Kommission, ob der Wettbewerb in Europa beeinträchtigt werden könnte. JD.com rechnet damit, dass die Übernahme in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen sein wird.
JD.com, der als Einzelhändler mit Ladengeschäften begann, beschleunigte seine globale Expansion in den vergangenen Jahren: 2022 führte das Unternehmen die Einzelhandelsmarke Ochama in den Niederlanden ein und startete im April einen Pilotbetrieb seines britischen Online-Marktplatzes Joybuy. JD.com hatte im Jahr 2024 zudem eine Übernahme des britischen Elektronikhändlers Currys geprüft.