Media Control Unit: Totgeschriebener Flash-Speicher legt Teslas lahm

Das Problem ist bekannt: Jason Hughes von 057 Technology beklagt sich öffentlich über Ausfälle und Elon Musk antwortet bei Twitter(öffnet im neuen Fenster) , es soll mittlerweile deutlich besser sein. Die Rede ist von der Menge an System-Logs, welche bei Tesla-Fahrzeugen dafür sorgen, dass die Media Control Unit ausfällt, indem der NAND-Flash-Speicher totgeschrieben wird und sich das Auto nicht mehr laden lässt.
Eigentlich ist die MCU für das Infotainment-System verantwortlich, bei einem Ausfall schalten die Autos aber in einen Notfallmodus. Das Problem betrifft das Model X und das Model S, beide verwenden die MCU0 oder MCU1 mit einem Tegra-3-SoC von Nvidia. Das Linux-Betriebssystem schreibt seine System-Logs auf die eMMC (Embedded Multimedia Card), einen verlöteten NAND-Flash-Speicher.
An sich sorgt Wear Leveling dafür, dass alle Zellen eines Flash-Chips gleichmäßig abgenutzt werden. Zwar verwendet Tesla eine passende Firmware, aber mit 8 GByte offenbar zu wenig Speicherkapazität für ausreichend Over Provisioning, weshalb es zu Ausfällen kommt. Im Model 3 steckt die MCU2 mit einem Atom E3800 von Intel, hier sind 32 GByte vorhanden und zudem eine SD-Karte für Logs.
In den USA gibt es weniger als eine Handvoll an Werkstätten, welche den Flash-Speicher der MCUs austauschen können, darunter 057 Technology. Das übliche Vorgehen ist, ansonsten die komplette Media Control Unit zu tauschen, was mehrere Tausend US-Dollar oder Euro kostet. Wird eine MCU0 gegen eine MCU1 gewechselt, gibt es unter anderem LTE statt 3G und ein besseres Bild der Rückfahrkamera.