Mechanische Notentriegelung: China verbietet versenkbare Türgriffe
Was erstmal nach einer Kleinigkeit klingt, wird für viele E-Auto-Hersteller zum Problem. Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der ab dem 1. Januar 2027 für alle neuen Fahrzeugmodelle unter 3,5 Tonnen mechanische Notentriegelungen an Innen- und Außentürgriffen vorschreibt, wie Autoblog berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Was ist das Problem? – Türgriffe, die im Notfall versagen
Die Regelung zielt auf elektronisch aktivierte Türgriffe ab, die bei Stromausfall oder nach Unfällen nicht mehr funktionieren. Berichte dokumentieren mindestens 15 Todesfälle in Tesla-Fahrzeugen, bei denen die elektronischen Türmechanismen nach Kollisionen ausfielen. Einige Model-Y-Besitzer mussten Scheiben einschlagen, um ihre Autos zu verlassen, weil die Griffe nicht mehr reagierten. Auch Kälte kann die versenkbaren Griffe blockieren.
Teslas gesamte Modellpalette nutzt versenkbare Griffe, die bündig mit der Karosserie abschließen – vermarktet als aerodynamisches Feature für bessere Reichweite. Auch BYD und Mercedes-Benz setzen bei einigen E-Modellen auf ähnliche Designs. Viele dieser Fahrzeuge haben zwar mechanische Backup-Systeme, deren Platzierung und Bedienung variiert jedoch stark. Besitzer berichten, dass sie diese Notentriegelungen unter Stress kaum finden.
Wie reagiert die Industrie? – Ein Jahr für komplette Neukonstruktion
China ist der weltgrößte Markt für Elektrofahrzeuge. Hersteller, die dort weiter verkaufen wollen, müssen ihre Türsysteme umkonstruieren. Für Marken wie Tesla, die ihre Designs auf rahmenlose, rein elektronische Türsysteme aufgebaut haben, bedeutet das erheblichen Entwicklungsaufwand. Die Frist bis 2027 gibt ihnen etwa ein Jahr Zeit.
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