Mecha Comet im Hands-on: Kleiner kann ein Linux-Bastelrechner kaum sein

Das Start-up Mecha hat auf der CES 2025 sein Handheld Comet vorgestellt, das mit Debian läuft und komplett quelloffen ist. Der Comet entstand aus der Idee, einen kleinen, Linux-basierten Bastelrechner für unterwegs zu kreieren. Mecha will den Comet in Kürze über Kickstarter(öffnet im neuen Fenster) finanzieren, Golem.de konnte sich das Handheld auf der CES bereits anschauen.
Der Comet(öffnet im neuen Fenster) ist in etwa so groß wie eine Hand (150 x 70 x 16,5 mm, 215 Gramm) und hat einen 3,4 Zoll großen IPS-Bildschirm. Das Display ist quadratisch und hat eine Auflösung von 480 x 480 Pixeln, was angesichts der geringen Größe für ein scharfes Bild reicht. Es handelt sich um ein Touchdisplay.
Als Betriebssystem verwendet der Comet Debian 12 mit einer selbstentwickelten, touchfreundlichen Benutzeroberfläche namens Mechanix OS. Sie ermöglicht die Nutzung von Apps und reagiert auf dem uns gezeigten Gerät recht flink. Dank des Linux-Unterbaus lassen sich Anwendungen wie ein Terminal problemlos verwenden - der Comet kann unter anderem ein kleiner Entwicklungsrechner für unterwegs sein. Auch Apps dürften sich mit Hilfe eines UI-Frameworks(öffnet im neuen Fenster) unkompliziert programmieren lassen.
Magnetische Pogo-Pins für Module
Das Display nimmt die obere Hälfte der Front des Comet ein, die untere bietet Platz für Module, die magnetisch befestigt und über Pogo-Pins verbunden werden. Der Handheld hat insgesamt 40 Pins: 14x GPIO, 4x ADC, 2x UART, 2x I2C, 1x SPI, 2x PWM, 1x USB und 1x RTC. Von Mecha wird es zunächst drei Module geben: eine Tastatur, ein Gamepad und ein GPIO-Board.

Über das GPIO-Board lassen sich HATs für Raspberry Pis anschließen, was den Funktionsumfang des Comet stark erweitert. Auch andere Entwicklungsboards lassen sich darüber mit dem Handheld verbinden. Das Tastaturmodul wird wie eine USB-Tastatur erkannt, ebenso das Gamepad. Die uns gezeigten Modelle waren Mockups, weshalb wir nichts dazu sagen können, wie gut sie funktionieren.
Der Comet liegt angenehm in der Hand, die uns gezeigten Vorserienmodelle sind gut verarbeitet. Mecha legt eigenen Angaben zufolge nicht nur Wert darauf, dass Software und Hardware Open Source sind(öffnet im neuen Fenster) , sondern auch, dass der Comet sich gut reparieren lässt. Es sollen nur einfach zu beziehende Teile verwendet werden, zudem lässt sich das Gerät leicht öffnen.
Entwickelt für leichte Reparierbarkeit
Der Rückdeckel lässt sich leicht entfernen, darunter befindet sich direkt ein M.2-Slot. Der Akku ist ebenfalls einfach entnehmbar. Clever ist der unter dem Rückdeckel untergebrachte Inbusschlüssel, mit dem sich alle Gehäuseschrauben lösen lassen.
Als SoC wird ein i.MX 8M Mini von NXP verwendet, ein ARM-Prozessor mit vier A53-Kernen mit jeweils 1,8 GHz Taktung. Der Chip wird von einem großen Kühlkörper verdeckt. Mecha zufolge ist NXP ein Partner, die Softwareversorgung für das SoC soll für viele Jahre gesichert sein.
Der Arbeitsspeicher ist 4 GByte groß, der eingebaute Flash-Speicher 32 GByte. Der Comet unterstützt Wi-Fi 5 und Bluetooth 5.0, außerdem ist ein Ethernet-Anschluss an der Seite eingebaut. Daneben finden sich zwei USB-A-Anschlüsse (2.0, einer mit OTG). Geladen wird der Handheld über einen USB-C-Anschluss.






Der Akku hat eine Nennladung von 3.000 mAh und soll in 25 Minuten von 0 auf 50 Prozent geladen werden können. Auf der Rückseite ist eine 5-Megapixel-Kamera eingebaut.
Fazit
Der Mecha Comet ist ein interessantes kleines Handheld, das dank der offenen Bauweise zum Basteln einlädt. Das Gerät wirkt auf uns gut durchdacht, die uns gezeigten Modelle schienen hochwertig. Details wie die Verwendung nur eines Schraubentyps und die leichte Erreichbarkeit des M.2-Slots gefallen uns gut.
Die eingebauten GPIO-Pogo-Pins erweitern die Möglichkeiten des Comet sehr. Neben HATs für Raspberry Pis können die Pins für zahlreiche andere Bastelideen verwendet werden.
Laut Mecha ist die Entwicklung des Comet abgeschlossen, die kommende Kickstarter-Kampagne dient eher dem Verkauf als der finalen Finanzierung der Produktion. Das Handheld soll im Early-Bird-Angebot 160 US-Dollar kosten, Interessierte können sich benachrichtigen lassen, wenn die Kampagne startet.



