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Me.ga: Kim Dotcom verspricht Neuseeland kostenloses Breitband

Kim Dotcom braucht eine höhere Datenrate für seinen Filesharing-Dienst Me.ga und will darum ein zweites Tiefseekabel für Neuseeland bauen. Bei der Finanzierung soll eine Klage gegen die US-Filmindustrie helfen.
/ Achim Sawall
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Bild: Pacific Fibre

Kim Schmitz alias Dotcom will die Internetversorgung seiner Wahlheimat Neuseeland entscheidend verbessern. Wie der Internetunternehmer laut einem Bericht des New Zealand Herald(öffnet im neuen Fenster) ankündigte, will Dotcom den gescheiterten Plan für das Pacific Fibre Cable(öffnet im neuen Fenster) wiederaufnehmen und Neuseeland per Unterseekabel mit den USA verbinden.

Computerworld Neuseeland(öffnet im neuen Fenster) sagte Dotcom, sein neues Unternehmen benötige für künftige Kunden ein weiteres Seekabel zusätzlich zum vorhandenen Southern Cross Cable.

Der Bau eines zweiten Tiefseekabels für den Inselstaat im südlichen Pazifik würde 400 Millionen Neuseeland-Dollar (330 Millionen US-Dollar) kosten und von dem neuen Unternehmen Dotcoms, Me.ga, mitfinanziert werden. Auch ein Rechenzentrum solle dabei in Neuseeland entstehen.

Dotcom will den Internet Service Providern des Landes wie Telecom New Zealand und Vodafone einen kostenlosen Zugang für alle Privatkunden anbieten, zahlen sollen nur Geschäftskunden und Regierungsstellen. Telecom New Zealand und Vodafone würden die Internetzugänge zu einem Fünftel des bisherigen Preises und mit einer drei- bis fünfmal höheren Datenübertragungsrate als bisher anbieten können. Eine Volumenbegrenzung für den Datentransfer soll es nicht geben.

Finanzierung unklar

Bei der Durchsuchung seiner Villa im Januar 2012 durch Einsatzkommandos und die Polizei wurden Dotcom und vier seiner Mitarbeiter verhaftet, die USA fordert seine Auslieferung. Sein Sharehoster Megaupload wurde wegen Vorwürfen auf Urheberrechtsverletzungen offline genommen. Dotcom ist auf Kaution frei, sein Vermögen wurde eingefroren und anschließend teilweise wieder freigegeben.

Der aus Deutschland stammende Dotcom wolle das Seekabel-Projekt zusammen mit weiteren Investoren finanzieren. Er erwarte Geld aus einer Klage gegen die US-Filmindustrie, die sein "Unternehmen widerrechtlich und aus politischen Gründen zerstört" habe.

Das Unternehmen Pacific Fibre von Sam Morgan hatte im August 2012 seinen Geschäftsbetrieb eingestellt, weil es nicht gelang, die Finanzierung des Seekabelprojekts abzusichern. Pacific Fibre wollte ein Seekabel über 12.950 km von Auckland über Sydney nach Los Angeles verlegen. Durch die saubere und günstige Energie in dem Land, das auf Wasserkraft und Geothermie setzt, könne Neuseeland zu einem gefragten Standort für Rechenzentren werden, sagte Dotcom.

Sein Vorschlag wird in Neuseeland sehr ernst genommen. Paul Brislen von der Telecommunications Users Association of New Zealand erklärte, der Plan wäre ein großer Fortschritt für das Land. "Wenn das jemand schafft, dann ist das Kim Dotcom" , sagte Brislen. Die Google-Konzernführung habe Interesse, in Neuseeland aktiv zu werden. Er habe aber große Zweifel, ob die USA mit Dotcom zusammenarbeiten würden, sagte er später(öffnet im neuen Fenster) .

Clare Curran, IT-Expertin der New Zealand Labour Party, erklärte, Dotcoms Vorschlag sei ernst zu nehmen, müsse aber gründlich überprüft werden.


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