Abo
  • Services:
Anzeige
Ein harscher Vorwurf: Die Krypto-Community sei zu faul, ihre alten und schlechten Algorithmen zu entsorgen.
Ein harscher Vorwurf: Die Krypto-Community sei zu faul, ihre alten und schlechten Algorithmen zu entsorgen. (Bild: Leo Johannes, Christian Mehlführer, Wikimedia Commons/CC-BY 2.5)

SHA1-Kollisionen beherbergen weitere Angriffe

Eine ganze Reihe von Problemen tut sich auf, falls in Zukunft auch für das SHA1-Verfahren Kollisionsangriffe möglich werden. Bislang sind diese nur theoretisch beschrieben worden, allerdings geht man schon lange davon aus, dass ein finanzkräftiger Angreifer in der Lage wäre, SHA1 zu attackieren.

Auch im SSH-Protokoll könnte es dann Probleme geben - und weitere Varianten von Angriffen gegen TLS 1.0/1.1, IKE/IPSEC und den aktuellen Entwurf von TLS 1.3 wären denkbar.

Anzeige

Kollisionsangriffe gefährlicher als gedacht

Der MD5-Algorithmus wurde 2004 praktisch durch einen Kollisionsangriff gebrochen. Auch das SHA1-Verfahren gilt seit spätestens 2005 als nicht mehr sicher, allerdings hat bislang niemand einen praktischen Angriff öffentlich gezeigt.

Die bisherigen Angriffe gegen MD5 und SHA1 betreffen aber bislang nur die sogenannte Kollisionsresistenz. Das bedeutet, dass es für einen Angreifer möglich ist, zwei Eingaben zu erzeugen, die zu demselben Hash-Wert führen. Nicht möglich ist es mit diesen Angriffen, zu einem bestehenden Hash einen gültigen Eingabewert zu erzeugen. Ein solcher Angriff wird als Preimage-Angriff bezeichnet.

Oftmals wird angenommen, dass Kollisionsangriffe in den meisten Fällen nicht relevant seien. Das beschreiben die Autoren der Sloth-Angriffe auch in ihrer Einleitung. Doch kryptografische Analysen von vielen Protokollen gingen in der Vergangenheit davon aus, dass die verwendeten Hashfunktionen kollisionsresistent seien. Diesen Widerspruch versuchen die Autoren mit ihrer Forschung aufzulösen und kommen zu dem Schluss, dass Kollisionsangriffe in deutlich mehr Szenarien ein Problem seien als bislang angenommen. Schlussfolgern kann man aus den Angriffen wohl, dass die Hashverfahren MD5 und SHA1 überall, wo Kollisionsangriffe eine Rolle spielen könnten, so schnell wie möglich entfernt werden sollten.

Als sicher gelten zur Zeit die SHA2-Verfahren, die es in verschiedenen Längen gibt, üblich sind SHA256 und SHA512. Seit August vergangenen Jahres gibt es auch den Nachfolgestandard SHA-3, der in einem Wettbewerb ausgewählt wurde. Allerdings gibt es bislang keine Forschungsergebnisse, die die Sicherheit von SHA2 in Frage stellen, daher ist ein Umstieg von SHA2 auf SHA3 nicht unbedingt nötig.

Serverbetreiber sollten, falls nicht schon geschehen, auf jeden Fall Cipher-Suites, die MD5 einsetzen, abschalten. Laut einer Statistik des Red-Hat-Entwicklers Hubert Kario bieten noch 32 Prozent der im Internet erreichbaren HTTPS-Server derartige Verschlüsselungsverfahren an. Von der Verwundbarkeit mit Clientzertifikaten sind Nutzer des Firefox-Browsers wegen der Fehler in der NSS-Bibliothek betroffen. Behoben wurde dies in Firefox 43.

Die neuen Angriffe haben mit den zuletzt geführten Diskussionen um die Abschaffung von Zertifikaten mit SHA1-Signaturen nicht direkt zu tun. Dabei ging es um die Sicherheit der Zertifikate selbst, während die Sloth-Angriffe die Verwendung von Signaturen in Transportprotokollen betreffen.

Die Forscher, die diese Angriffe präsentiert haben, gehören zum Prosecco-Team, das am französischen Forschungsinstitut Inria arbeitet. Dieses Team hat in der Vergangenheit bereits die Sicherheit von TLS mit formalen Methoden untersucht und einen verifizierten TLS-Stack mit dem Namen miTLS entwickelt. Zahlreiche Sicherheitslücken im TLS-Protokoll selbst und in TLS-Implementierungen gehen auf dieses Forschungsprojekt zurück, darunter der Triple-Handshake-Angriff und BERserk. Auch an Freak und Logjam waren Forscher von Prosecco beteiligt.

 MD5/SHA1: Sloth-Angriffe nutzen alte Hash-Algorithmen aus

eye home zur Startseite
bjs 07. Jan 2016

es geht um die entdeckungen der sicherheitslücken und nicht um entdeckte sicherheitslücken.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bundeskriminalamt, Meckenheim bei Bonn, Wiesbaden
  2. ckc ag, Region Braunschweig/Wolfsburg
  3. SSI Schäfer IT Solutions GmbH, Oberviechtach bei Weiden
  4. PTV Group, Karlsruhe


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Game of Thrones, Supernatural, The Big Bang Theory)
  2. (u. a. Blade Runner, Inception, Erlösung, Mad Max Fury Road, Creed, Legend of Zarzan)
  3. (u. a. Arrow, Pretty Little Liars, The Big Bang Theory, The 100)

Folgen Sie uns
       


  1. DMT Bonding

    Telekom probiert 1 GBit/s ohne Glasfaser aus

  2. Telekom-Software

    Cisco kauft Broadsoft für knapp 2 Milliarden US-Dollar

  3. Pubg

    Die blaue Zone verursacht künftig viel mehr Schaden

  4. FSFE

    "War das Scheitern von Limux unsere Schuld?"

  5. Code-Audit

    Kaspersky wirbt mit Transparenzinitiative um Vertrauen

  6. iOS 11+1+2=23

    Apple-Taschenrechner versagt bei Kopfrechenaufgaben

  7. Purism Librem 13 im Test

    Freiheit hat ihren Preis

  8. Andy Rubin

    Drastischer Preisnachlass beim Essential Phone

  9. Sexismus

    US-Spielforum Neogaf offenbar abgeschaltet

  10. Kiyo und Seiren X

    Razer bringt Ringlicht-Webcam für Streamer



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Essential Phone im Test: Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem
Essential Phone im Test
Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem
  1. Teardown Das Essential Phone ist praktisch nicht zu reparieren
  2. Smartphone Essential Phone kommt mit zwei Monaten Verspätung
  3. Andy Rubin Essential gewinnt 300 Millionen US-Dollar Investorengelder

Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test: Google fehlt der Mut
Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test
Google fehlt der Mut
  1. Pixel Visual Core Googles eigener ISP macht HDR+ schneller
  2. Smartphones Googles Pixel 2 ist in Deutschland besonders teuer
  3. Pixel 2 und Pixel 2 XL im Hands on Googles neue Smartphone-Oberklasse überzeugt

Krack-Angriff: Kein Grund zur Panik
Krack-Angriff
Kein Grund zur Panik
  1. Neue WLAN-Treiber Intel muss WLAN und AMT-Management gegen Krack patchen
  2. Ubiquiti Amplifi und Unifi Erster Consumer-WLAN-Router wird gegen Krack gepatcht
  3. Krack WPA2 ist kaputt, aber nicht gebrochen

  1. Re: Wir kolonialisieren

    Der Held vom... | 17:40

  2. Re: Wird auch Zeit

    gaym0r | 17:38

  3. Re: Kaputte Tastatur

    non_existent | 17:31

  4. Re: Vermutlich wurde der Taschenrechner in Java...

    CHU | 17:28

  5. Re: Was hat das mit Sexismus zu tun?

    Yash | 17:27


  1. 17:38

  2. 16:38

  3. 16:28

  4. 15:53

  5. 15:38

  6. 15:23

  7. 12:02

  8. 11:47


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel