Maynard: Wayland-Shell für das Raspberry Pi
Die Open-Source-Beratungsfirma Collabora arbeitet seit etwa einem Jahr zusammen mit der Raspberry-Pi-Foundation an der Entwicklung eines Webbrowsers und an der Unterstützung für den designierten X11-Nachfolger Wayland. Damit Wayland-Anwendungen einfach auf dem Minicomputer laufen, gibt es nun die noch sehr rudimentäre Shell Maynard(öffnet im neuen Fenster) .

Laut dem Entwickler Marco Barisione konnte das Team auf keine existierende Lösung zurückgreifen, da einfache Desktopumgebungen wie LXDE Wayland noch nicht unterstützen und die Ressourcen des Pi nicht für Desktops wie Gnome ausreichen. Daher schrieb das Collabora-Team Maynard, das wiederum auf der als Demonstration gedachten GTK-Shell(öffnet im neuen Fenster) basiert.
Das Ziel für Maynard ist, dass die Shell " funktional, leicht und hübsch " ist. Deshalb sei zu erwarten, dass Maynard nie so umfassend sein werde wie Gnome oder die KDE-Arbeitsflächen, so Barisione weiter. Zwar sei Maynard noch alles andere als komplett, aber die Shell entwickle sich derzeit ziemlich gut.
Die Shell hat noch einige grobe Fehler. So wird zum Beispiel XWayland noch nicht unterstützt, was die Ausführung von reinen X11-Anwendungen verhindert. Ebenso sind diverse Einstellungsoptionen nicht verfügbar, beispielsweise lässt sich der Bildschirmhintergrund nicht verändern, das Datum und die Zeit lassen sich nicht grafisch konfigurieren.
Besitzer des Raspberry Pi können die neue Shell einfach als Paket(öffnet im neuen Fenster) für das auf Debian basierende Betriebssystem Raspbian herunterladen. Anleitungen zum Kompilieren von Maynard auf dem Pi(öffnet im neuen Fenster) sowie auf jedem beliebigen Rechner(öffnet im neuen Fenster) finden sich im Github-Wiki des Projekts. Der Code steht unter der GPL zur Verfügung.(öffnet im neuen Fenster)
Der Name Maynard leitet sich übrigens wie jene von Wayland und Weston von einer Stadt im US-Bundesstaat Massachusetts ab.
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