Maxwell: Nvidia signiert Firmware für Linux-Treiber

Mit der Maxwell-Architektur beginnt Nvidia, die Firmware seiner Grafikkarten zu signieren. Da das den freien Nouveau-Treiber unter Linux eventuell behindern könnte, geht das Unternehmen wegen des weiteren Vorgehens auf die Kernel-Hacker zu.

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Nvidias GTX 980 nutzt eine Maxwell-GPU.
Nvidias GTX 980 nutzt eine Maxwell-GPU. (Bild: Nvidia)

Bestimmte Funktionen der Grafikkarten mit der Maxwell-Architektur von Nvidia lassen sich nur mit signierten Firmware-Abbildern benutzen, die die Falcon genannten Mikroprozessoren antreiben. Weil der freie Nouveau-Treiber bisher aber eine eigens geschriebene Firmware benutzt, könnte die neue Technik von Nvidia die Entwicklung von Nouveau stark behindern, weshalb das Unternehmen den Austausch mit den Kernel-Hackern sucht.

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In einer E-Mail an die Nouveau-Entwickler erklärt der Nvidia-Angestellte Andy Ritger, dass die derzeit durch die Firmware beschränkten Funktionen noch eher gering ausfielen. Er nehme aber an, dass der Umfang in künftigen Hardware-Generationen weiter ausgebaut werde. Auch wenn diese Entscheidung nicht besonders beliebt sein sollte, werde die Hardware wohl weiter in diese Richtung entwickelt werden. Nvidia verspreche sich davon eine höhere Sicherheit, da Angreifer die Chips so weniger für eigene Zwecke nutzen können sollen.

Die Nouveau-Entwickler reagieren auf die Ankündigung zunächst verhalten. So bezeichnet der Red-Hat-Angestellte Ben Skeggs die Veränderung als "ziemlich lästig und frustrierend, aber wir müssen uns jetzt damit arrangieren und weitermachen". Martin Peres gibt sich gar einer angekündigten Diskussion auf der diesjährigen X.Org Developer's Conference mit den Nvidia-Mitarbeitern gegenüber sehr offen.

Nvidia-Firmware im Kernel-Code?

Der Grund für diese Zurückhaltung könnte in der ebenfalls von Ritger angekündigten leichten Strategie-Änderung Nvidias liegen. Denn das Team plant die Firmware-Abbilder, die auch als Microcode (Ucode) bezeichnet werden, unabhängig von dem proprietären Treiber anzubieten. Diese Binärdateien sollen auch offiziell weiterverbreitet werden dürfen. Dazu könnte etwa das Linux-Firmware-Paket genutzt werden, in dem sehr viele verschiedene derartige Abbilder gesammelt werden.

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Neben der meist für WLAN-Treiber notwendigen Firmware findet sich in dem Archiv unter anderem auch jene für die eigentlich freien Linux-Treiber der AMD-Karten. Sollte Nvidia die Firmware tatsächlich so veröffentlichen, bliebe den Nouveau-Entwickler dadurch eventuell das zeitaufwendige Schreiben dieses Codes erspart. Mit dieser Lösung würden sich wohl viele kompromissbereite Entwickler und Nutzer abfinden können. Einige rigorose Verfechter freier Software sehen den Microcode allerdings als proprietäre Software, so dass diese etwa nicht standardmäßig in der Linux-Distribution Debian zum Einsatz kommt.

Für die Linux-Unterstützung des Tegra K1 steuerte Nvidia erstmals eigenen Code zu dem freien Nouveau-Treiber hinzu. Es ist wahrscheinlich, dass dies für die Entwicklung des Nachfolgers des K1 fortgesetzt wird. Dieser wird eine Maxwell-basierte GPU verwenden.

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