Zug um Zug zum Fazit

Ansonsten ist mir bei meiner Wiederspielrunde noch eine kleine Stelle aufgefallen, die mich minimal ins Grübeln gebracht hat: Ich verfolge einen Schurken über mehrere Gebäudedächer, bis er wagemutig über die Kante und auf einen fahrenden Zug springt.

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Meine ersten Versuche, ihm auf die gleiche Weise zu folgen, scheitern kläglich. Doch das Problem beziehungsweise die Lösung ist noch viel dämlicher: Ich selbst darf nicht springen! Stattdessen muss ich mit Anlauf über die Dachkante flitzen, woraufhin Payne plötzlich weit genug hüpft. Alles klar...

Laufen, Springen, Schießen, Speichern, Repeat

Der Rest des Spiels? Ballern, ballern, ballern! Ich erhalte recht früh mehrere Waffen, etwa eine doppelte Beretta oder eine abgesägte Schrotflinte. Munitionsprobleme habe ich im voreingestellten - und beim ersten Spieldurchlauf einzig anwählbaren - Schwierigkeitsgrad keine.

Max Payne stammt aus einer Zeit, in der sich die Wunden der Spielfigur nicht von alleine regenerieren. Ich muss also auf meine Lebensenergieanzeige achten und mich selbst heilen. Dazu stolpere ich regelmäßig über Painkiller, von denen ich bis zu acht gleichzeitig einsammeln kann und die ich nach Belieben aufbrauchen darf.

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Bereits in der U-Bahn, dem ersten Level des Spiels, muss ich praktisch vor jeder Abbiegung stehen bleiben und die Kamera zur Seite drehen. Sehe ich im folgenden Gang einen oder gar mehrere Schurken, dann hechte ich per Bullet Time zur Seite und knalle im Idealfall alle Gegner im Sprung ab.

Reicht die Zeit nicht, springe ich einfach nach vorne, nach hinten oder zurück zur Seite - je nachdem, wo mehr Platz ist. Geht auch das schief, lade ich einen alten Spielstand. Klappt hingegen alles, speichere ich komfortabel mit einem Druck auf die F5-Taste ab.

Und das ist eigentlich alles, was Max Payne in seinen etwa zehn Stunden Spielzeit spielerisch zu bieten hat. Abseits von sehr seltenen Ausnahmemomenten (wie der erwähnten Traumsequenz) konzentriert sich das Spiel auf diesen ehrlich gesagt etwas drögen Ablauf.

In den späteren Kapiteln steigt die Zahl der Widersacher oder sie tragen so starke Waffen, dass sie mich selbst in voll geheiltem Zustand in zwei Sekunden umpusten. Zudem begegne ich noch dem einen oder anderen Boss, der im Vergleich zu seinen Handlangern ein Vielfaches an Schaden aushält.

Beim Szenario hält sich die Vielfalt ebenfalls in Grenzen. Denn egal, ob U-Bahn, Wohnkomplex oder Fabrikanlage: Alle Umgebungen sind ähnlich düster und dreckig. Unschuldige Passanten gibt es so gut wie keine, sondern allenfalls ein paar harmlose Drogenabhängige, die in einer Ecke stehen und ins Leere starren.

Max Payne

Fazit: Dumpf und düster - und kulturell wertvoll

Das ist jedenfalls die hässliche Seite, die mich bis heute griesgrämig stimmt. Max Payne ist mit daran schuld, dass Shooter nach 2001 ein paar Schritte rückwärts gegangen sind, was die Spieltiefe anbelangt.

Heutzutage folgen die meisten Actionspiele einem ähnlichen Prinzip, indem sie den Spieler durch einen offensichtlichen Weg hetzen, kaum neue Gegner einführen und die Levelarchitektur zu einer vernachlässigbaren Randnotiz verkommen lassen.

  • Falten dank Schattierung: Obwohl Max Payne aus kaum mehr Polygonen besteht als andere Actionhelden der Jahrtausendwende, sieht er aufgrund der sehr gut gestalteten Texturen viel plastischer aus. Der Screenshot stammt zwar aus einer gepatchten Version mit hochauflösenden Grafiken, das Original von 2001 sieht jedoch nur unwesentlich schlechter aus. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Das Snipergewehr ist sehr effektiv und tötet einen Gegner selbst dann, wenn man leicht daneben zielt. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Die Flucht durch ein brennendes Gebäude gehört zu den fiesesten Stellen im Spiel und verlangt viel Trial-and-Error, bis man endlich den rettenden Ausgang gefunden hat. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Bitte nicht den Teppich vollbluten! Sobald es Max Payne erwischt, stürzt er theatralisch zu Boden. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Ein lachender Max Payne aus unbeschwerten Zeiten: Das kurze Intro zeigt schonungslos den Fall vom lebenslustigen Polizisten zum seelischen Wrack. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Bei einem Hechtsprung zur Seite schaltet das Spiel in Zeitlupe, weshalb man viel leichter und gezielter auf seine Gegner schießen kann. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Besondere Ereignisse wie diese in die Luft gesprengte Tür sind zwar selten, dafür grafisch sehr ansprechend gestaltet. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Die Traumsequenzen verfrachten Max in ein wirres Labyrinth voller Gänge, in denen er von den Schreien seiner getöteten Familie verfolgt wird. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • In nahezu jedem Raum und hinter jeder Ecke lauern ein bis drei Gegner, die der Spieler nur mit schnellen Reaktionen und geschicktem Einsatz der Bullet-Time-Fähigkeit beseitigt. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Die erste Begegnung mit Mona Sax: Die Auftragskillerin nimmt im 2003 erschienenen Nachfolger eine sehr wichtige Rolle ein und sieht im ersten Teil noch erstaunlich brav und unschuldig aus - trotz gezogener Waffe. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Die Traumsequenzen verfrachten Max in ein wirres Labyrinth voller Gänge, in denen er von den Schreien seiner getöteten Familie verfolgt wird. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
  • Vielleicht das einzige echte Rätsel im ganzen Spiel: Das Plakat links an der Hauswand verweist auf den Anhänger und seinen Bremskeil, den man mit einem gezielten Schuss zerstören muss. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)
Besondere Ereignisse wie diese in die Luft gesprengte Tür sind zwar selten, dafür grafisch sehr ansprechend gestaltet. (Bild: Remedy Entertainment / Screenshot: Medienagentur Plassma)

Was ich dem Spiel aber unbedingt zugestehen muss: Max Payne ist hervorragend gealtert und strahlt die gleiche Faszination wie vor 20 Jahren aus. Das wiederum sorgt unterm Strich dafür, dass meine Meinung über den Shooter eher gestiegen ist.

Damals war mir nicht bewusst, welch großen Dienst Remedy dem Medium Computerspiel mit Max Payne erwiesen hat. Erst im Nachhinein verstehe ich die Bedeutung des mutigen Storytellings, mit dem die Finnen womöglich Generationen anderer Entwickler inspiriert und beeinflusst haben.

Max Payne ist eben doch viel mehr als ein rachsüchtig motivierter Amoklauf eines vom Schicksal geprügelten Mannes. Es ist ein düsterer Film Noir zum Mitspielen, der trotz des recht monotonen Spielablaufs auch heute noch mächtig Eindruck hinterlässt.

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 Probleme in Steam mit Deutschland
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Trollversteher 23. Jul 2021

Ist das Selbstkritik?

Truster 19. Jul 2021

Läuft :)

nate 19. Jul 2021

Auch vorher schon. In "Final Reality" (1997) gab es bereits Werbung für Max Payne, und...

Pantsu 18. Jul 2021

Die Schärfe der Texturen überrascht mich auch immer wieder - und bei neuen Spielen...



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