Mavenir: Deutsche Telekom wechselt auf 5G Core aus den USA
Die Deutsche Telekom hat den 5G Standalone Core des US-Unternehmens Mavenir in ihr Netz implementiert. Das gaben die Partner am 13. September 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Als Teil des Bereitstellungsprozesses wurde der Converged Packet Core in das bestehende Multi-Vendor-Zugangsnetz und andere Systemkomponenten der Telekom integriert.
Abdurazak Mudesir, Group CTO Deutsche Telekom, sagte: "Der Einsatz von Cloud Native Standalone (SA) Core markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung unserer 5G-Architektur. Damit sind wir auf dem Weg zu einem vollautomatisierten Netzwerk" , was für die Bereitstellung von 5G-SA-Diensten für Privat- und Unternehmenskunden erforderlich sei. Der Core unterstützt durch seine Architektur die Modi 4G, 5G Non-Standalone (NSA) und 5G Standalone (SA).
Der erste Anwendungsfall für Network Slicing seien Live-Videoübertragung, teilten Mavenir und die Telekom mit. Die Telekom hatte in der vergangenen Woche erklärt(öffnet im neuen Fenster) , dem Sender RTL Network Slicing und damit zugesicherte Kapazitäten im Mobilfunknetz anzubieten. "Wir können unsere Leute auf einmal mit sehr kleinem Equipment auf Events schicken, bei denen wir sonst einen Riesenaufwand mit SNG-Trucks und sonstigen Anbindungen gehabt hätten" , sagte RTL-Projektingenieur Produktion & Sendebetrieb Jens Schilder.
Bisher werden SNG-Trucks (Satellite News Gathering) eingesetzt – Fahrzeuge in Größe eines Sprinters -, die mit einer Satellitenantenne auf dem Dach senden. Dafür braucht RTL einen Standplatz mit Stromanschluss, Fachpersonal und freiem Blick zum Satelliten. Die Alternative, erklärte Schilder, seien Streaming-Rucksäcke, bei denen die Mobilfunk-Übertragungstechnik in einer Tasche steckt. Dies funktioniert jedoch nicht, wenn die Funkzelle überlastet ist. Mit 5G Standalone und Network Slicing kann die Telekom dem Sender Kapazität zusichern.
Der 5G-SA-Kern von Mavenir wurde zusammen mit der Telekom entwickelt und basiert auf einer Kubernetes-Plattform und einem Automatisierungsframework der Telekom.
Open RAN soll Netzbetreibern Geld sparen
Das Cloud-Design des Cores soll eine schnellere Wiederherstellung im Falle von Netzwerkausfällen ermöglichen. Das Onboarding von Nutzern in Containers-as-a-Service (CaaS) der Telekom in öffentlichen, privaten oder hybriden Cloudumgebungen werde einfacher ausgeführt.
Open RAN bedeutet Cloud, virtualisierte Netzwerkelemente, White-Box-Hardware, Software zur Integration und standardisierte Schnittstellen. Auf proprietäre, hochentwickelte Chips der Ausrüster und die entsprechende Software muss verzichtet werden, weshalb man nicht auf dem aktuellsten Stand der Technik ist. Die Netzbetreiber wollen mit dem Einsatz und der Entwicklung der Me-Too-Technologie Open RAN die Macht der großen Netzausrüster brechen.
Was macht ein Netzwerkkern?
Das gegenwärtig genutzte 5G (Non-Standalone) verwendet noch den LTE-Kern. 5G NSA benötigt LTE für das Einbuchen in das Netz und für Session Control. Für die User Plane (Up and Down) wird 5G New Radio eingesetzt. 5G im Standalone-Betrieb bietet mit einem eigenen 5G-Core Network Slicing, URLLC (Ultra Reliable and Low Latency Communications) mit geringer Latenz und eine erweiterte Sicherheitsarchitektur. Beim 5G-Kernnetzwerk sind Software und Hardware komplett entkoppelt.
Das 5G-Kernnetz verbindet das RAN mit den Unternehmens- und Internetservern. Dort laufen die Steuerprogramme für die Kommunikation. Mit 5G werden Kernnetze virtuell, also softwarebasiert umgesetzt. Zum Mobilfunk-Kernnetz gehören Core und Backbone.
- Anzeige Hier geht es zu den besten Deals auf Mobilfunk, Internet und mehr bei der Telekom Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.