Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Maven: Nasa verliert Kontakt zu einem ihrer Mars-Orbiter

Mit dem Kontaktverlust zu Maven entfällt ein wichtiger Relais-Satellit am Mars . Eine erneute Kontaktaufnahme bleibt ungewiss.
/ Patrick Klapetz
4 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Künstlerische Darstellung des Marsorbiter Maven (Bild: Nasa)
Künstlerische Darstellung des Marsorbiter Maven Bild: Nasa

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hat am 6. Dezember 2025 den Kontakt zu ihrem Mars-Orbiter Maven (Mars Atmosphere and Volatile Evolution) verloren. "Die Raumfahrzeuge und die Einsatzteams untersuchen die Anomalie, um die Situation zu klären" , teilt die Behörde in der kurzen Erklärung mit(öffnet im neuen Fenster) .

Von der Erde aus gesehen flog der Orbiter planmäßig hinter dem Mars hinweg, wodurch der Kontakt vorerst abbrach – so weit alles normal. Doch als sich Maven wieder auf der Vorderseite des Roten Planeten befand, konnte der Funkkontakt zu der Raumsonde nicht wiederhergestellt werden.  

Maven wurde im November 2013 von der Nasa ins Weltall befördert und erreichte den Marsorbit im September 2014. Seitdem lieferte die Sonde Daten über die obere Atmosphäre des Planeten und untersuchte die Wechselwirkungen mit dem Sonnenwind, einschließlich der sich ins Weltall verflüchtigenden Atmosphäre.

Kontakt zum Mars nun beeinträchtigt

Zusätzlich wurde Maven als Kommunikationsrelais verwendet. Mit seiner UHF-Antenne konnte damit der Kontakt zu den beiden Marsrovern Curiosity und Perseverance aufrechterhalten werden.

Die beiden Nasa-Raumfahrzeuge Mars Odyssey und Mars Reconnaissance Orbiter dienen ebenfalls als Kommunikationsrelais für die Rover, sind jedoch beide deutlich älter als Maven.

Auch zwei europäische Raumfahrzeuge, Mars Express und der ExoMars Trace Gas Orbiter , verfügen über Funkgeräte, um Daten zwischen Missionskontrolleuren und Landerfahrzeugen auf der Marsoberfläche weiterzuleiten. Dagegen können die Raumsonden der Vereinigten Arabischen Emirate ( Hope Probe ) und von China ( Tianwen-1 Mars Orbiter ) nicht als Kommunikationsrelais dienen.

Problem wird weiter untersucht

Bereits in der Vergangenheit hatte Maven einige technische Probleme, insbesondere mit den für die Navigation verwendeten Trägheitseinheiten (IMUs). Im Jahr 2022 wechselte die Raumsonde dann zu einem All-Stellar-Navigationssystem, um die Nutzung der IMUs zu minimieren. Die Treibstoffreserven von Maven sollen noch bis zum Ende des Jahrzehnts reichen, womit diese Raumsonde einen wichtigen Kontaktanker zwischen Mars und Erde darstellt. Dennoch hatte der Haushaltsvorschlag der Nasa Mavens Finanzierung für das Haushaltsjahr 2026 auf null gestellt. Alleine der Betrieb für das Jahr 2024 kostete die Behörde 22,6 Millionen Dollar.

Ob der Kontakt zum Orbiter wiederhergestellt werden kann, bleibt abzuwarten. Detaillierte Informationen gibt es derzeit keine.

Die Curiosity- und Perseverance-Rover verfügen zwar über die Fähigkeit zur direkten Kommunikation zur Erde, aber das umlaufende Relaisnetzwerk kann einen deutlich höheren Datendurchsatz unterstützen. Ohne Kommunikationssatelliten könnten viele der wissenschaftlichen Daten und viele der spektakulären Bilder, die von Rovern gesammelt wurden, den Planeten vielleicht nie verlassen.


Relevante Themen