Maud: Mit den eigenen Autodaten Geld verdienen

Moderne Autos generieren massenhaft Daten, auf die bisher nur der Hersteller Zugriff hat. Warum eigentlich?

Ein Bericht von Dirk Kunde veröffentlicht am
My Auto Data: 50 Millionen Anwender und 65.000 Unternehmen in 20 Ländern bis 2024
My Auto Data: 50 Millionen Anwender und 65.000 Unternehmen in 20 Ländern bis 2024 (Bild: My Auto Data)

Bislang haben nur Autohersteller Zugriff auf Fahrzeugdaten. My Auto Data dreht das um: Konsumenten geben ihre Fahr- und Fahrzeugdaten gegen Bezahlung für Werkstätten, Zubehörhandel und Versicherungen frei. Oder nutzen sie für eigene Auswertungen.

Inhalt:
  1. Maud: Mit den eigenen Autodaten Geld verdienen
  2. Die Einnahmen werden geteilt
  3. Maud soll zum Netzwerk für Autoliebhaber werden

Gründer von My Auto Data, kurz Maud, ist Manfred Heiss, 65, der mit seinen weißen Haaren nicht gerade wie der typische Startup-Unternehmer aussieht. Mit 17 Mitstreitern - alle im Homeoffice - arbeitet er von München aus an einem Datentresor. "Wir sagen, welche Produkte und Services wir als Autofahrer haben wollen", fasst Heiss die Idee von Maud zusammen. Der Datentresor ist mit eingeschränktem Funktionsumfang bereits in Deutschland und Großbritannien online. Offizieller Start ist im September.

Das Geschäftsmodell ist die Umkehr von B2C zu C2B: Konsumenten aggregieren ihre Auto- und Fahrdaten in der Cloud und stellen sie Interessenten gegen Bezahlung zur Verfügung. Der Reifenhändler macht beispielsweise ein günstiges Angebot für neue Winterreifen, eine Versicherung liefert einen besseren Tarif für das Motorrad. Zweiräder sind bei Maud auch zugelassen, denn Heiss ist begeisterter Motorradfahrer.

300 Datenfelder können freigeschaltet werden

Die Nutzer können bis zu 300 Datenfelder für Interessierte einzeln freischalten. Über eine DSGVO-konforme Abfrage haben auf dem Maud-Marktplatz registrierte Unternehmen Zugriff. "Diese Daten verlassen aber zu keinem Zeitpunkt unsere Server", betont Heiss. Marktforscher oder Versicherungen lassen ihre Berechnungen oder Analysen auf der Maud-Plattform laufen. Exportiert wird nur die abschließende Auswertung, und das sind lediglich anonymisierte Daten.

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"Ein Marktforscher kann im Auftrag eines Herstellers beispielsweise abfragen, wie viele Frauen unter dem Alter x in Berlin das Modell y von Hersteller z fahren", erläutert Heiss im Video-Interview mit Golem.de. Ein Halter mit mehreren Fahrzeugen ermittelt bei Maud zum Beispiel, was ihn jeder gefahrene Kilometer kostet, wenn der Benzinpreis auf zwei Euro steigt. Aus den Fahr- als auch Fahrzeugdaten lassen sich unzählige Analysen mit Bezug auf Zeit und Geld erstellen. Sämtliche Berechnungen erfolgen auf Maud-Servern.

Dem Autohersteller bleibt der Zugriff auf Fahrzeuge seiner Marke unbenommen. Das unterbindet die Nutzung von Maud nicht. Wollen Hersteller mehr über Wettbewerber erfahren, können sie natürlich ebenfalls die Datenanalysen von Maud buchen.

Und wie funktioniert das mit dem Geldverdienen für die Nutzer?

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Die Einnahmen werden geteilt 
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superdachs 23. Aug 2020

Im Gegensatz zum völlig Manipulationssicheren und Fehlerresistenten manuellen...

justanotherhusky 23. Aug 2020

Nein, im Artikel steht konkret, die Anbieter zahlen schon für die Dateneinsicht zb 20...

ntldr 21. Aug 2020

Nur für Daten die auf dich zurückgeführt werden können. "Mithrandir war gestern 200km...

redmord 20. Aug 2020

Ja, so in etwa. Ich bin auch kein Fan von diesem Konzept. Aber, dass hier die normalen...

iZORK 20. Aug 2020

was hast du denn geglaubt, dass du dieses mal nicht für dumm verkauft wirst?



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