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Meeresforschung für den Mars

Etwa zehn Kilometer vor der Küste Floridas befindet sich in 20 Meter Tiefe die Tauchstation Aquarius, die die Nasa seit einigen Jahren nutzt, um die Probanden auf den Aufenthalt im Weltraum vorzubereiten.

  • Astronaut Matthias Maurer im Gespräch mit Golem.de. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gespräch fand in einem Mockup der ISS bei der Esa in Köln statt, ... (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... im Modul Harmony, das mehrere Module verbindet. Rechts geht es ins japanische Modul Kibo. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • In Harmony gibt es auch Unterkünfte für vier Astronauten. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein Blick von Harmony in das europäische Modul Columbus ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und in die umgekehrte Richtung. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Columbus ist ein Labor. In der Microgravity Science Glovebox werden Experimente durchgeführt.(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • In der Ausbildung lernen die Astronauten die Station kennen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Wichtig ist, sich vor der Arbeit mit dem Fuß in der Halterung zu sichern. Sonst, sagt Maurer, "drücke ich nicht den Knopf, sondern der Knopf drückt mich." (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auch das Fenster zur Erde fehlt nicht. Da im Mockup keine Schwerelosigkeit herrscht, ist es zerkratzt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Voraussichtlich zwischen 2020 und 2022 wird Maurer zur ISS fliegen. (Foto: Nasa)
  • Sein Traumziel ist jedoch der Mond. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Ein Blick von Harmony in das europäische Modul Columbus ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
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2016 hätten sie zu sechst 16 Tage in der Station verbracht, erzählt Maurer, in ähnlicher Enge, wie sie auch auf der ISS herrscht. Unter diesen vergleichbaren Bedingungen gingen die Astronauten dann ihrer Arbeit in dem gleichen durchgetakteten Tagesablauf nach, der auch auf der Station eingehalten werden muss.

Die Anweisungen waren unklar

Dieses Training hat auch direkte Auswirkungen auf aktuelle ISS-Missionen: So sollten Maurer und seine Kollegen Experimente prüfen, die für ISS geplant waren. Dabei stellten sie etwa fest, dass eine DNA-Analyse in der 50-seitigen Anleitung so unklar beschrieben war, dass nur die Hälfte von ihnen es schaffte, den Versuch durchzuführen. Also wurde das Protokoll verbessert und mit der veränderten Version konnte die Analyse erfolgreich durchgeführt werden.

Selbst Außenbordeinsätze, kurz EVA (Extra-Vehicular Activity) genannt, standen auf dem Programm, Sie dienten gleich in doppelter Hinsicht der Wissenschaft. Geübt wurde, auf dem Mars Proben zu sammeln. Das Problem dabei ist die Zeitverzögerung: Ein Signal vom Mars zur Erde braucht gut 20 Minuten. Fragt ein Marsforscher also das Team auf der Erde, ob er einen Stein einsammeln soll, wartet er fast eine Dreiviertelstunde auf eine Antwort.

Was tun auf dem Meeresgrund?

Die Frage war, wie sich diese Zeit nutzen lässt. "Stehe ich rum und gucke den Stein an, verbrauche ich wertvollen Sauerstoff. Ich habe vermutlich nur für sechs Stunden Sauerstoff dabei und muss gucken, dass ich die sechs Stunden auf dem Mars möglichst effizient nutze", beschreibt Maurer die Anforderung.

Eine mögliche Lösung, die sie erprobten, war, Proben zu markieren, sie zu filmen und erste Daten zu erfassen. Die Informationen schickten sie zum Kontrollzentrum, das dann bestimmte, welche Proben eingesammelt werden sollten, von welchen noch einige weitere Messungen durchgeführt werden sollten, ohne sie aufzusammeln und welche uninteressant waren. Das erledigte dann das andere Team am folgenden Tag.

Astronauten untersuchen Korallen

"Dadurch konnten wir sehr effizient Proben einsammeln", sagt Maurer. Das waren aber keine Steine, sondern Korallen. "Vorher im Klassenraum wurde uns genau gezeigt: Die und die Korallen müsst ihr identifizieren und dann Proben nehmen." Diese mussten dann konserviert werden, wie das auch auf dem Mars gemacht werden soll: "Dort wollen wir ja auch Proben sammeln und gucken, ob es dort Leben gibt. Ich muss die Probe dann verpacken und konservieren, ohne sie anfassen, damit nachher nicht das Leben, was Matthias an den Händen hatte, da draufklebt."

Ziel war es, das Korallensterben zu untersuchen, das große Auswirkungen auf die Nahrungskette im Meer hat. Dazu gehörte auch, eine Korallenfarm aufzubauen, um zu testen, wie die verschiedenen Korallenarten auf die Erwärmung und die Zunahme des Säuregehalts des Meeres reagieren. "Das war 100 Prozent Wissenschaft, die wir gemacht haben", fasst Maurer die EVA auf dem Meeresgrund zusammen. "Das Verfahren ist für uns Astronauten 1:1 das gleiche."

Jetzt, zum Ende seiner Ausbildung, geht es für Maurer erneut unter Wasser. Diesmal übt er dort Außeneinsätze.

 Matthias Maurer: Ein Astronaut taucht unterRaumfahrt wird immer internationaler 
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