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Matthias Döpfner: Springer-Chef will Peter Thiel seinen Demokratiepreis verleihen

Konzernchef Matthias Döpfner will dem Antidemokraten Peter Thiel in einigen Wochen den Axel-Springer-Preis verleihen. Dagegen wächst der Widerstand.
/ Achim Sawall
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Peter Thiel und sein Ehemann Matt Danzeisen besuchen am 9. Juli 2026 die Allen & Company Sun Valley Conference in der Sun Valley Lodge in Sun Valley, Idaho. (Bild: Kevin Dietsch/Getty Images)
Peter Thiel und sein Ehemann Matt Danzeisen besuchen am 9. Juli 2026 die Allen & Company Sun Valley Conference in der Sun Valley Lodge in Sun Valley, Idaho. Bild: Kevin Dietsch/Getty Images

Matthias Döpfner, der Chef des Axel-Springer-Verlags, will dem rechtsradikalen Tech-Milliardär Peter Thiel den Axel-Springer-Preis(öffnet im neuen Fenster) für Palantirs Leistungen bei der Resilienz von Demokratien verleihen. Die Verleihung des Axel Springer Awards 2026 an Peter Thiel soll am 24. September 2026 in Berlin stattfinden. Zuvor hatten bereits umstrittene Persönlichkeiten wie Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Elon Musk den Preis erhalten.

Die Europaabgeordnete und Digitalexpertin Alexandra Geese (Grüne/Freie Europäische Allianz) sagte Golem: "Wer Peter Thiel für die 'Resilienz der Demokratie' auszeichnet, sagt klar, dass er sie eigentlich abschaffen will. Ein Milliardär, der mit lückenloser Überwachung Geld verdient und Trump an die Macht gebracht hat, ist kein Vorbild für unsere Demokratie – sondern genau das, wogegen wir sie verteidigen müssen."

Thiel bezahlt Döpfners Familie

Geese fragte zuvor auf Instagram(öffnet im neuen Fenster), ob es sich bei den vermeintlichen Leistungen von Thiel um seine Aussage handele, mit den USA gehe es bergab, seit Frauen das Wahlrecht hätten. Oder ob es um seinen Versuch gehe, die Pressefreiheit des Schweizer Magazins Republik mit juristischem Druck aufzuheben, die Thiel in 22 von 23 Anklagepunkten verloren hatte.

"In ganz Europa distanzieren sich Regierungen von der US-Softwarefirma Palantir und das ist gut so", betonte Geese. "Aber Thiel ist mehr als Palantir, er ist einer der großen Strippenzieher der rechtsautoritären Wende, auf die auch Matthias Döpfner nach seiner gescheiterten Unterstützung für die FDP zu setzen scheint."

RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck sprach davon, dass sich Union und Kanzleramt vom Medienhaus Axel Springer "unter Druck gesetzt sehen, die Brandmauer zur AfD einzureißen". Und die rechte Hetze, die Bild und Welt aktuell gegen Kanzler Friedrich Merz betrieben, sei für die konservative Presse einzigartig.

"Döpfner und Thiel spielen im gleichen Team, politisch und unternehmerisch", sagte Geese. Dazu gehören auch finanzielle Verflechtungen: Döpfners Sohn Moritz erhielt 50 Millionen US-Dollar von Thiel für sein Start-up. Moritz Döpfner ist der ehemalige Chief of Staff von Thiel und Manager bei Thiel Capital. Er machte sich mit seiner Investmentfirma Doepfner Capital selbstständig. Peter Thiel unterstützt ihn dabei als "Ankerinvestor".

Palantir-Chef bedauert Zerschlagung des Hitler-Faschismus und wertet Kulturen ab

In einem bizarren Beitrag auf X hat Palantir den Inhalt des Buchs The Technological Republic seines Chief Executive Officers Alex Karp zusammengefasst. Darin heißt es, dass die "Entschärfung" Hitler-Deutschlands eine "Überkorrektur" gewesen sei, "für die Europa nun einen hohen Preis zahlt".

"Bestimmte Kulturen" hätten sich als "rückschrittlich und schädlich" erwiesen, heißt es. Kritikern zufolge(öffnet im neuen Fenster) steckt dahinter das Konzept von der Überlegenheit der weißen "Rasse" (White Supremacy(öffnet im neuen Fenster)).

Thiel argumentiert (PDF)(öffnet im neuen Fenster), dass Demokratien durch das Stimmrecht der Mehrheit zwangsläufig dazu neigen, den Sozialstaat auszubauen, Wohlstand umzuverteilen und Konzerne durch Regulierung und Steuern einzuschränken. Für ihn ist die bürgerliche Demokratie als vermeintliche "Herrschaft des Volkes" eine Bedrohung für das Eigentum und die Entfaltungsfreiheit einer superreichen Elite. Er favorisiert direkte Machtstrukturen der Konzerne(öffnet im neuen Fenster), die nicht durch Wahlen oder demokratische Rechenschaftspflicht gebremst werden.


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