Abo
  • IT-Karriere:

Matthew Garrett: "UEFI ist kein böser Plan von Microsoft"

Linuxtag 2013 UEFI ist in der Linux-Community unbeliebt - zu unrecht, findet der Kernel-Entwickler Matthew Garrett. Es müsse nur garantiert sein, dass der Anwender selbst entscheiden kann, was er auf UEFI-Rechnern installiert, sagte er im Interview mit Golem.de. Dafür wolle er sorgen.

Artikel veröffentlicht am ,
Matthew Garrett spricht über UEFI, Secure Boot.
Matthew Garrett spricht über UEFI, Secure Boot. (Bild: Daniel Pook/Golem.de)

Der Kernel-Entwickler Matthew Garrett zog während des Linuxtags 2013 viel Interesse auf sich. Denn während die Linux-Community UEFI und Secure Boot teils argwöhnisch und sogar ablehnend gegenübersteht, bleibt Garrett pragmatisch. Er halte Secure Boot nicht wie einige andere "für einen bösen Plan von Microsoft", sagte er in seiner Keynote-Ansprache. Dennoch gab er im Interview mit Golem.de zu: "Secure Boot kann missbraucht werden. Es kann so implementiert werden, dass der Anwender keine Kontrolle über sein Gerät hat." Das möchte er verhindern und gleichzeitig die Sicherheit und Freiheit der Linux-Nutzer erhöhen.

Inhalt:
  1. Matthew Garrett: "UEFI ist kein böser Plan von Microsoft"
  2. Freiheit heißt, selbst zu entscheiden

Garrett tat sich in einer Podiumsdiskussion mit mehreren Kernel-Entwicklern nicht leicht, die Frage zu beantworten, ob er UEFI möge. Schließlich haben sich seine Kollegen gerade einhellig gegen UEFI und vor allem gegen Secure Boot ausgesprochen. Nach kurzem Zögern zählte er aber die Vorteile der neuen Firmware-Spezifikation auf.

UEFI hat auch Vorteile

Für Entwickler sei es einfacher, mit UEFI und damit an der Firmware eines Rechners zu arbeiten. Und mit UEFI sei technisch viel mehr möglich als mit dem in die Jahre gekommenen Bios. Auch die Arbeit an der Kernel-Entwicklung sei einfacher. So könnten etwa Crashdumps des Kernels im UEFI gespeichert werden, was das Zurückverfolgen und Beheben schwerwiegender Fehler wesentlich erleichtere.

Secure Boot habe ebenfalls Vorteile: Keylogger und vor allem Bootkits könnten nicht mehr ohne weiteres auf Computer eingebracht werden. Denn mit Secure Boot führt das System nur noch jene signierte Software aus, deren Signaturschlüssel mit denen in der Firmware übereinstimmen.

Linux muss überall laufen

Stellenmarkt
  1. Stadt Heidelberg, Heidelberg
  2. Amprion GmbH, Pulheim-Brauweiler

Garrett arbeitete über ein Jahr daran zu garantieren, dass Linux auch künftig auf allen handelsüblichen Rechnern läuft. Denn wegen Microsofts Zertifizierungsrichtlinien für Windows 8 werden fast alle Computer nur noch mit aktiviertem Secure Boot ausgeliefert. Diese Funktion im Bios-Nachfolger UEFI sorgt dafür, dass nur noch digital signierte Software ausgeführt wird.

Ohne Microsoft-Schlüssel bleibt jedoch sämtliche andere Software ausgesperrt, insbesondere Linux-Distributionen. Damit dies nicht geschieht, entwickelte Garrett zusammen mit Suse-Entwicklern den minimalen Bootloader Shim. Dieser ist mit einem Schlüssel von Microsoft signiert, um selbst starten zu können.

Darüber hinaus ermöglicht Shim, einfach eigene Schlüssel hinzuzufügen, was Linux-Distributionen nutzen können. So verweigere sein eigener Laptop den Start von allem, was nicht vom Linux-Projekt Fedora signiert worden sei - "einschließlich Windows", sagte Garrett.

Freiheit heißt, selbst zu entscheiden 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 107,90€
  2. (u. a. Bohrhammer für 114,99€, Schraubendreher-Set für 27,99€, Ortungsgerät für 193,99€)
  3. (u. a. Multi Schleifmaschine für 62,99€, Schlagbohrmaschine für 59,99€, Akku Staubsauger für...
  4. (aktuell u. a. SilentiumPC Stella HP Gehäuselüfter für 10,99€, SilentiumPC Regnum RG4 Frosty...

Danse Macabre 02. Feb 2015

Linux sein Problem ... schon bei der Grammatik schüttelt es einen.

Ass Bestos 18. Jul 2013

was ist falsch an anarchos?

Anonymer Nutzer 13. Jun 2013

Dank inzwischen mehrerer signierten Bootloader sind auch LiveCDs bei aktiviertem...

Anonymer Nutzer 13. Jun 2013

Da die meisten Themen hier nur über UEFI bzw. Secrureboot meckern brech ich mal ne Lanze...

Baron Münchhausen. 31. Mai 2013

"Das Problem mit Zitaten im Internet ist, dass Sie behaupten, ich hätte etwas über eine...


Folgen Sie uns
       


NXP Autoschlüssel erklärt

VW hat ein Konzeptauto mit einem Schließsystem ausgestattet, das vor Hackerangriffen sicher sein soll. Das Video stellt das System vor.

NXP Autoschlüssel erklärt Video aufrufen
Acer Predator Thronos im Sit on: Der Nerd-Olymp
Acer Predator Thronos im Sit on
Der Nerd-Olymp

Ifa 2019 Ob wir es nun den eisernen Thron oder den Sitz der Götter nennen: Der Predator Thronos von Acer fällt auf dem Messestand des Herstellers schon auf. Golem.de konnte den skurrilen Stuhl ausprobieren. Er ist eines Gaming-Kellers würdig.
Ein Hands on von Oliver Nickel

  1. Nitro XV273X Acer baut ersten Monitor mit IPS-Panel und 240 Hz
  2. Acer Beim Predator-Notebook fährt die Tastatur wie eine Rampe aus
  3. Geräte für Mediengestalter Acer gibt Verfügbarkeit der Concept-D-Laptops bekannt

Galaxy Fold im Hands on: Samsung hat sein faltbares Smartphone gerettet
Galaxy Fold im Hands on
Samsung hat sein faltbares Smartphone gerettet

Ifa 2019 Samsungs Überarbeitungen beim Galaxy Fold haben sich gelohnt: Das Gelenk wirkt stabil und dicht, die Schutzfolie ist gut in den Rahmen eingearbeitet. Im ersten Test von Golem.de haben wir trotz aller guten Eindrücke Bedenken hinsichtlich der Kratzempfindlichkeit des Displays.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Orbi AX6000 Netgears Wi-Fi-6-Mesh-System ist teuer
  2. Motorola Tech 3 Bluetooth-Hörstöpsel sind auch mit Kabel nutzbar
  3. Wegen US-Sanktionen Huawei bringt Mate 30 ohne Play Store und Google Maps

Garmin Fenix 6 im Test: Laufzeitmonster mit Sonne im Herzen
Garmin Fenix 6 im Test
Laufzeitmonster mit Sonne im Herzen

Bis zu 24 Tage Akkulaufzeit, im Spezialmodus sogar bis zu 120 Tage: Garmin setzt bei seiner Sport- und Smartwatchserie Fenix 6 konsequent auf Akku-Ausdauer. Beim Ausprobieren haben uns neben einem System zur Stromgewinnung auch neue Energiesparoptionen interessiert.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Fenix 6 Garmins Premium-Wearable hat ein Pairing-Problem
  2. Wearable Garmin Fenix 6 bekommt Solarstrom

    •  /