Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Matthew Garrett: Linux Foundation verhindert Vorstand aus der Community

Einzelpersonen dürfen nicht mehr in der Vorstandswahl der Linux Foundation abstimmen, berichtet Matthew Garrett. Damit könnten unliebsame Community-Mitglieder vom Vorstand ausgeschlossen werden, wie etwa GPL-Verfechterin Karen Sandler.
/ Sebastian Grüner
43 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Linux Foundation hat eine eher ambivalente Position zur GPL. (Bild: Flickr.com, othree)
Die Linux Foundation hat eine eher ambivalente Position zur GPL. Bild: Flickr.com, othree / CC-BY 2.0

Bisher konnten Einzelpersonen, die Mitglieder der Linux Foundation (LF) sind, zwei Vorstandsmitglieder des nicht gewinnorientierten Industriekonsortiums wählen und so auch Perspektiven der Community im Vorstand vertreten. Künftig dürfen allerdings nur noch Unternehmensvertreter den Vorstand der LF wählen, schreibt Matthew Garrett in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) .

Der Linux-Entwickler beruft sich auf Änderungen der Satzung der LF, wonach die entsprechenden Regeln für Einzelpersonen entfernt wurden. Darüber hinaus werde das Programm, mit dem Einzelpersonen an der LF teilhaben können, nicht mehr als "Mitgliedschaft" bezeichnet wird, sondern nur noch als "Unterstützung" .

Werden unliebsame Vorstandsmitglieder verdrängt?

Garrett merkt an, dass der Namenswechsel des Programms sowie die Veränderung der Satzung kurz nach einem Vortrag durchgeführt wurden, auf dem Karen Sandler angekündigt hatte, für den Vorstand der LF kandidieren zu wollen. Die Anwältin Sandler ist Geschäftsführerin der Software Freedom Conservancy (SFConservancy).

Dieser gemeinnützige Verein ist zurzeit wohl die erfolgreichste Organisation, die sich aktiv um die Einhaltung der Regeln der GPL bemüht und dabei auch nicht vor Klagen zurückschreckt. Bekannt geworden sind etwa die Auseinandersetzungen um Busybox oder zuletzt der Streit mit VMWare . Die SFConservancy vertritt die Ansprüche der Urheber des GPL-Codes und verhandelt in deren Namen mit Unternehmen.

Die LF verfolgt eine wesentlich weniger strikte Strategie im Zusammenhang mit der GPL und nimmt sogar Unternehmen als Mitglieder auf, welche die GPL nachweislich bereits mehrfach verletzt haben, wie etwa Allwinner. Auch VMWare ist seit langem Mitglied der LF.

Zwar räumt Garrett ein, dass die von der LF vorgenommenen Änderungen rein zufällig zeitnah zu der Ankündigung von Sandler durchgeführt worden sein könnten. Für ihn sieht es aber sehr danach aus, dass "die LF gewillt war, jeden Anschein von Community-Vertretung auszuschalten, nur um das Risiko zu vermeiden, dass ein GPL-Verfechter im Vorstand landet" .

Wir haben die Linux Foundation gebeten, zu diesem Vorwurf Stellung zu beziehen.


Relevante Themen