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Matterport: Der 3D-Wohnungsscanner

Ifa 2013
Lust, die Wohnung neu zu gestalten, aber keine Ahnung wie? Das US-Unternehmen Matterport hat einen 3D-Scanner entwickelt, der ein 3D-Modell von einem Raum erstellt, an dem die neue Einrichtung geplant werden kann.
/ Werner Pluta
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3D-Scan einer Wohnung: Maße nehmen im digitalen Modell (Bild: Matterport/Screenshot: Golem.de)
3D-Scan einer Wohnung: Maße nehmen im digitalen Modell Bild: Matterport/Screenshot: Golem.de

Das US-Unternehmen Matterport(öffnet im neuen Fenster) hat eine 3D-Kamera entwickelt, mit der Innenräume gescannt werden können. Das Ergebnis ist ein maßstabsgetreues 3D-Modell der Wohnung, an dem beispielsweise eine neue Einrichtung getestet werden kann. Auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin zeigt das kalifornische Unternehmen das System (Halle 10.1, Stand 3).

Das Aufnahmesystem besteht aus je drei herkömmlichen 2D-Kameras und Infrarot-3D-Kameras (IR) – Letztere vergleichbar denen, die Microsoft in seinen Kinects verbaut. Die Kameras sind gerade sowie nach oben und nach unten ausgerichtet, so dass mit einer Drehung ein Bild mit einem Blickwinkel von 180 x 360 Grad entsteht. Der 3D-Scanner verfügt über einen integrierten Motor, so dass das Rundumbild automatisch aufgenommen wird.

Bedienung über iPad

Bedient wird die Kamera über ein iPad – eine Android-App werde folgen, sagt Bill Brown, Marketing- und Vertriebschef bei Matterport, im Gespräch mit Golem.de. Die Kamera überträgt die Daten auf das iPad, von dort werden sie in die Cloud geladen.

Die Cloudserver erzeugen aus den Bildern der IR-Kameras ein Polygonnetz des Raums, auf das die Bilder der 2D-Kameras montiert werden. Für ein komplettes 3D-Modell sind mehrere solcher Rundumaufnahmen nötig. Das dauere etwa zwei Minuten, sagt Brown. Eine Sechs-Zimmer-Wohnung komplett zu scannen, nehme etwa eine Dreiviertel Stunde in Anspruch.

Rundgang oder Überblick

In dem digitalen Modell kann der Nutzer virtuell die Räume der Wohnung erkunden, er kann aber auch komplett herauszoomen, so dass er einen kompletten Überblick über alle Räume hat.

Praktisch sind die Möglichkeiten zur Interaktion: So könnten Gegenstände, Möbelstücke zum Beispiel, entfernt oder hinzugefügt werden, sagt Brown. Die Wandfarbe oder der Bodenbelag könne verändert werden. Naheliegende Anwendung ist die Planung einer Wohnungseinrichtung: Möbel können umgestellt oder entfernt, neue Möbel zur Probe aufgestellt oder Teppiche ausgelegt werden. Da das 3D-Modell maßstabsgerecht ist, können Maße genommen werden: Mit der Maus wird eine Strecke markiert, und das Programm zeigt die Entfernung vom Anfangs- bis zum Endpunkt.

Räume beurteilen

Andere denkbare Anwendungen seien Schadensabschätzungen für eine Versicherung oder die Beurteilung von Räumlichkeiten für unterschiedliche Zwecke, ohne dafür vor Ort sein zu müssen.

Matterport will die Kamera Ende Oktober 2013 auf den Markt bringen. Der Preis wird bei etwa 6.000 US-Dollar liegen.


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