Ein Matrix-Server allein macht noch keinen Grundschul-Messenger

Golem.de: Aber ein Server allein macht noch keinen Messenger. Wie ging es dann weiter?

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Ruiz: Die spannendere Frage war dann: Kriegen wir Fluffychat an unsere Bedürfnisse angepasst? Wir wollten beispielsweise verhindern, dass Eltern andere Kinder anschreiben können. Aber auch die Kinder untereinander sollten sich nicht ungefragt anschreiben können oder Gruppen bilden. Wir wollten schon im Ansatz vermeiden, dass es überhaupt zu Mobbingfällen kommen kann.

Wir haben dann den Code von Fluffychat übernommen, was dank Open Source ja möglich war, und begannen, Anpassungen vorzunehmen. Wir haben beispielsweise ein anderes Branding, unser angepasster Messenger heißt nicht mehr Fluffychat ,sondern Hermannpost. Vor allem haben wir aber Funktionen eingeschränkt oder vereinfacht.

Golem.de: Zum Beispiel?

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Ruiz: Beispielsweise gibt es bei uns deutlich weniger Einstellungsmöglichkeiten, was die Nutzung des Messengers für nicht so technikaffine Menschen deutlich vereinfacht. Das sind oft triviale Sachen, bei denen wir einfach manche Optionen auskommentiert/ausgeblendet haben oder die Icons grundschulfreundlicher gestaltet und teilweise größer gemacht haben, damit die Kinder sich besser zurechtfinden.

Außerdem können nur Lehrer Gruppen anlegen. Wie schon erwähnt, war es uns besonders wichtig, dass Eltern - die ja ebenfalls Fluffychat für den Kontakt mit der Schule nutzen - nicht einfach fremde Kinder anschreiben können. Wir haben auch die Nutzerlisten in den Gruppenräumen entfernt, über die man normalerweise sehen kann, wer sonst noch in dem Raum ist.

Außerdem werden bei uns keine Statusnachrichten ausgegeben, wenn ein Mitglied einer Gruppe hinzugefügt wird oder diese verlässt. Wenn wir beispielsweise einen neuen Elternteil in eine Gruppe aufnehmen, geht das ja die anderen Eltern nichts an.

Golem.de: Was sagen die Fluffychat-Entwickler zu eurem Fork? Wäre es nicht einfach gewesen, die Funktionen direkt in Fluffychat zu integrieren?

Ruiz: Wir hatten gleich zu Beginn die Entwickler von Fluffychat angeschrieben. Das sind supernette und kompetente Leute, die sich auch die Zeit genommen haben, mit uns zu sprechen. Aber für die Fluffychat-Entwickler waren viele unserer Änderungen nicht sinnvoll. Beispielsweise setzt unser Login-Prozess mit QR-Code und PIN eine zentrale Verwaltung voraus. Das ist einfach kein Anwendungsfall für Fluffychat.

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Login mit QR-Codes war die umfangreichste Änderung

Golem.de: Euer Login-Prozess ist die größte Änderung, die ihr am Messenger vorgenommen habt. Was habt ihr da genau angepasst?

Ruiz: Wie gesagt, wir haben es mit Grundschülern zu tun, die teilweise noch nicht schreiben können - da funktionieren ein Nutzername und ein langes, kompliziertes Passwort einfach nicht. Ich habe dann ausprobiert, die Anmeldedaten über einen QR-Code-Leser in Fluffychat zu kriegen. Das hat direkt funktioniert. Aber wenn so ein QR-Code rumliegt, kann ihn jeder scannen und so die Zugangsdaten erfahren. Außerdem wollten wir nicht, dass sich die Kinder mit einem anderen Matrix-Client als unserem anmelden können, weil wir ja wie gesagt bewusst einige Funktionen deaktiviert haben.

Also haben wir das Passwort mit AES verschlüsselt und als QR-Code ausgedruckt. Die Kinder können den QR-Code scannen und die Hermannpost-App kann das verschlüsselte Passwort dann entschlüsseln. Zur Sicherheit ist das Passwort allerdings nicht vollständig: Die letzten vier Ziffern fehlen. Die müssen die Kinder beziehungsweise die Eltern selbst eintippen, damit sich niemand nur durch den Scan des QR-Codes anmelden kann.

Golem.de: Können sich die Kinder dann gegenseitig Nachrichten schreiben?

Ruiz: Nicht ohne Weiteres. Die Kinder müssen sich erst gegenseitig per QR-Code dazu eingeladen haben. Alternativ können sie die Lehrer fragen, die dann eine Einladung an das jeweils andere Kind schicken können. Das haben wir aus Jugendschutzgründen so umgesetzt. Immerhin begleiten wir die Kinder gerade bei ihren ersten Messenger-Erfahrungen.

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 Matrix: Grundschule forkt MessengerWie die Hermannpost in die Appstores kam 
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ikhaya 27. Mär 2022

Die Probleme mit technischen Laien , Anmeldung, verlorene Schlüssel, evtl ungewollte...

gadthrawn 04. Feb 2022

Das ist nicht ganz richtig. Einige Bayerische Schulen bieten keinen Ethikunterricht an...

6502 03. Feb 2022

Kinder (in der Grundschule) sollten meiner Meinung nach zuerst mal mit Papier und Stift...

Potrimpo 31. Jan 2022

Klar, in der Grundschule studiert, wundert mich hier nix mehr



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