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Ehrfurcht war gestern

Maynard: "Wir leben gerade in aufregenden Zeiten. Zum Teil liegt das daran, dass eine neue Generation von Mathematikern auf die Bühne kommt, zum Teil daran, dass neue mathematische Technologie zur Verfügung steht. Ich bin selbst ein bisschen überrascht, wie sich die Dinge zusammenfügen. Besonders die Jungen fühlen auf Konferenzen so ein richtiges Knistern in der Luft. Vorher hatte man vielleicht ein bisschen Ehrfurcht vor solchen Themen, die sind so alt und groß und berühmt. Heute gibt es Leute, die sagen: Es geht voran, das macht total Spaß, lass uns diese Fragen angehen."

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Was werden diese Leute als nächstes knacken?

Maynard: "Keine Ahnung. Irgendwer hat mir mal gesagt: Wenn du gefragt wirst, wie lange es noch dauert, bis diese oder jene Vermutung geknackt wird, dann sage immer so lange, wie sie schon bekannt ist. Denn wenn du optimistisch bist und annimmst, dass jede Vermutung irgendwann fällt, dann wirst du mit größter Wahrscheinlichkeit genau zur Halbzeit gefragt."

Siebtechnik für Primzahlen

Als er das erzählt, muss Maynard selber lachen. Er nimmt einen Schluck Kaffee. Schwarz. Mathematiker seien Geräte, die Kaffee in Theoreme verwandeln, hat der kaffeeabhängige ungarische Mathematiker Alfréd Rényi angeblich mal behauptet. Maynard grinst. "Da ist was dran. Ohne Kaffee geht's nicht." Wie kam er selbst dazu, Kaffee in Sätze rund um Primzahlen zu verwandeln?

Maynards Geheimnis? Sieben

Maynard: "Ich habe in meiner Doktorarbeit an Methoden gearbeitet, mit denen man auch am Problem der Primzahlnachbarn herumspielen kann."

Ob man die auch als Laie verstehen kann?

Maynard: "Klar: Das Kernstück wird Siebmethode genannt, das ist ein Verfahren, um Primzahlen zu finden. Eigentlich will man ja Primzahlen finden, die nahe beieinander liegen. Aber Primzahlen sind eben sehr komplizierte Objekte - es ist schwierig, sie auf dem Zahlenstrahl präzise zu lokalisieren. Anstatt sie genau zu finden, arbeitet die Siebmethode sozusagen unscharf. Man schwächt das Konzept einer Primzahl ab: Zahlen können in diesem Sinne auch 'fast prim' sein. Dadurch wird die Sache aus technischer Sicht viel einfacher. Statt nämlich zu sagen: Diese Zahl ist prim und jene nicht, gibt man jetzt den Zahlen einen Score, je nachdem, ob sie eher prim sind oder eher nicht. Eine ungerade Zahl ist es zum Beispiel eher als eine gerade und bekommt einen höheren Score. Dadurch kann man dann näherungsweise Primzahlen zählen. Mein Beitrag bestand unter anderem darin, dieses neue Scoring zu finden."

Wird jemand auf diese Weise eines Tages auch die berühmte Vermutung von den unendlichen vielen Primzahlzwillingen bestätigen oder widerlegen?

Maynard: "Nein, dazu ist die Siebmethode zu unscharf. Aber sie taugt für viele andere Ergebnisse. Wir wissen heute zum Beispiel, dass es viel mehr Primzahlzwillinge gibt als gedacht und wir können die Verteilung der Primzahlen besser statistisch untersuchen."

Mathematik ist auch praktische Wissenschaft

Klingt nach reiner Mathematik, nach Kunst.

Maynard: "Nein, ich finde es schon wichtig, dass man weiß, dass das auch etwas bringt. Die Verteilung der Primzahlen hat viel mit Kryptografie zu tun, weil die meisten gängigen Verschlüsselungsmethoden große Primzahlen verwenden. Wenn wir wüssten, wie die Primzahlen verteilt sind, wüssten wir mehr darüber, wie sicher unsere Verschlüsselungsverfahren wirklich sind. Wenn man noch so reine Mathematik macht, von der man denkt, sie werde nie irgendeine Anwendung haben, erweist sie sich am Ende doch oft als erstaunlich nützlich. Es ist beides: Die Schönheit der Ideen und die Tatsache, dass die Mathematik ein Teil der Natur ist. Was Physiker rausfinden, kann auch nicht immer sofort in ein Mobiltelefon eingebaut werden. Ähnlich ist es in der Astronomie. Und: Ich mache Mathematik einfach gerne."

Klingt nach Spaß.

"Na klar bedeutet Mathe Spaß. Mathematik ist ein fundamentaler, logischer Weg, über die Welt nachzudenken, und sie steckt ja auch in logischen Rätseln und Spielen. Das kann absolut jeder machen - vielleicht auf verschiedenen Leveln", sagt Maynard und trinkt seinen Kaffee aus.

 Mathematik: Er denkt nur an 2, 3, 5, 7, 11, 13
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david_rieger 26. Jul 2016

Genau dieser Wikipediaeintrag enthält im Englischen noch folgenden Satz: Also da sollte...

sofries 25. Jul 2016

Tatsächlich gibt es Ratschläge Mathematische Berechnungen durchzuführen, damit man länger...

Hatt 24. Jul 2016

Wie soll denn die Zahlenschlange in dem Würfel oder Pyramide fortlaufen?

werredetwirdged... 23. Jul 2016

also wird das doch schon so gemacht, wie ich dachte.


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